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Psoriasis im Sommer: Hautpflege und Sonnenschutz

Auch bei Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Psoriasis oder Allergien sollten viele Menschen nicht auf pflegende und dekorative Kosmetika verzichten und die Verwendung eines Sonnenschutzmittels mit ausreichend hohem Lichtschutzfaktor für den jeweiligen Hauttyp ist in der warmen Jahreszeit ohnehin ein Muss. Denn obwohl die Sonne vielen Menschen mit Hautproblemen gut tut, ist dies nicht bei allen der Fall. So vertragen manche Menschen mit Psoriasis das Sonnenlicht weniger gut – der Grund ist unklar.

Vor allem aber während eines akuten Psoriasis-Schubs sollte direkte Sonneneinstrahlung auf der Haut gemieden werden. Das Gleiche gilt, wenn zur Behandlung der Psoriasis oder der Neurodermitis Medikamente oder Salben verordnet wurden, die fototoxisch wirken, d. h., bei denen es unter Einfluss von Sonnenlicht zu noch stärkeren Hautproblemen kommt. Natürlich sollten auch Menschen mit Psoriasis und Neurodermitis nicht auf Sonnenschutz verzichten, wenn sie ihre Haut der Sonne aussetzen. Denn einerseits können die UV-Strahlen die Haut schädigen und schlimmstenfalls Hautkrebs hervorrufen, andererseits kann ein Sonnenbrand auch Auslöser z. B. für die Entstehung weiterer Psoriasis-Plaques sein.

Doch nicht alle Pflegeprodukte eignen sich für empfindliche und teilweise vorgeschädigte Haut. So können z. B. Duft- oder Konservierungsstoffe die Haut reizen oder bei einigen Menschen sogar Allergiesymptome hervorrufen.

Sonnenschutz gegen UVA- und UVB-Strahlen

Für Menschen mit Hauterkrankungen und Allergien gibt es spezielle Sonnenschutzmittel, die gut hautverträglich sind. Grundsätzlich sollte die Liste der Inhaltsstoffe einer Sonnencreme bzw. einer Creme oder Lotion so kurz wie möglich sein. Duft- und Konservierungsstoffe sollten in einem Sonnenschutzmittel bei Hauterkrankungen und Allergien vermieden werden. Je trockener die Haut ist, umso fettreicher sollte eine Sonnenschutz- oder eine andere Creme sein und umso weniger Wasser sollte sie enthalten. Ist die Haut dagegen eher feucht (z. B. bei nässenden Ekzemen), sollte sie wenig Fett und mehr Wasser beinhalten.

Der Lichtschutzfaktor (LSF) eines Sonnenschutzmittels sollte ausreichend hoch für den jeweiligen Hauttyp gewählt werden, um Sonnenbränden und damit Hautkrebs vorzubeugen. So brauchen Menschen mit sehr heller Haut und eher rötlichen Haaren eine Creme mit einem LSF von 30 bis 50 oder mehr. Auch Menschen mit blonden Haaren bekommen i. d. R. schneller einen Sonnenbrand als Menschen mit braunen oder schwarzen Haaren und einer dunkleren Hautfarbe. Für sie beginnt der Sonnenschutz ab LSF 15. Besser ist es jedoch, einen höheren LSF ab 25 zu wählen, vor allem wenn klar ist, dass man sich länger in der Sonne aufhalten wird. Kinder haben eine ohnehin empfindlichere Haut – ihr Sonnenschutz beginnt bei LSF 25 aufwärts.

Das Sonnenschutzmittel sollte zudem nicht nur gegen UVB-, sondern auch gegen UVA-Strahlung schützen und wasserfest sein, wenn man schwimmen gehen will. Auf keinen Fall sollte man beim Auftragen mit dem Sonnenschutzmittel geizen und auch nicht vergessen, die Ohren, den Nasenrücken, den Nacken und die Füße einzucremen. Nach dem Schwimmen muss der Sonnenschutz neu aufgetragen werden. Ohnehin sollte er beim Aufenthalt im Freien mehrmals erneuert werden. Außerdem sollten Sonnenliebhaber daran denken, dass der Sonnenschutz nur eine begrenzte Zeit vor der UV-Strahlung schützt. Das bedeutet, sich trotzdem rechtzeitig in den Schatten zu begeben. Da auch im Schatten die UV-Strahlen noch wirksam sind, sollte man auch dort auf keinen Fall auf Sonnenschutz verzichten.

Hautpflege fortführen

Auch wenn die Sonne der entzündeten Haut oft hilft, sollten die verordneten Cremes oder Lotionen weiter verwendet werden – genau so, wie es der Arzt verordnet hat bzw. wie es den Betroffenen gut tut. Denn im Sommer trocknet die Haut aus, z. B. durch Klimaanlagenluft. Damit sie genug Feuchtigkeit erhält, sollten Menschen mit Neurodermitis oder Psoriasis sie morgens und abends – bei Bedarf häufiger – eincremen. Es kann sinnvoll sein, im Sommer auf Öl-in-Wasser-Zubereitungen zurückzugreifen, die weniger fettig sind, als Wasser-Öl-Zubereitungen.

Kosmetik ja, aber gut auswählen

Für jede Art von Kosmetik gilt das Gleiche wie für Sonnenschutzmittel oder Cremes: Menschen mit Hauterkrankungen und Allergien sollten sich vor dem Kauf genau ansehen, welche Inhaltsstoffe die Produkte enthalten. Auch Naturkosmetik kann bei empfindlicher Haut Probleme bereiten, denn auch Naturstoffe können die Haut reizen. Kamille oder Arnika in Pflegeprodukten können auch Probleme bereiten. Sinnvoll ist es, den Hautarzt zu fragen, welche Pflegeprodukte bei der jeweiligen Hauterkrankung günstig sind.

Auf die richtige Kleidung achten

Schwitzen kann Juckreiz bei Neurodermitis und Psoriasis auslösen oder verstärken. Um dies weitgehend zu vermeiden, empfiehlt es sich, im Sommer möglichst weite Kleidung zu tragen. Gut geeignet ist vor allem Kleidung aus Baumwollfasern, die die Haut nicht reizt. Auch die Unterwäsche sollte locker sitzen – Baumwollboxershorts sind engen Slips aus Synthetik vorzuziehen. Auch offene, bequeme Sandalen aus Naturmaterialien eignen sich für Menschen mit Neurodermitis oder Psoriasis im Sommer besonders gut, um dem Schwitzen vorzubeugen.

Quellen:
allergikus 2/2016
allergikus 2/2015

27.07.16