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Psyche bei Hautkrankheiten

Hautkrankheiten wie Neurodermitis oder Psoriasis wirken sich nicht nur auf die Beschaffenheit der Haut aus, sondern beeinträchtigen auch die Psyche. Die sog. Nurses’ Health Study, eine Untersuchung an weiblichem Pflegepersonal, die u. a. auf den Zusammenhang von Psoriasis und Depressionen hin ausgewertet wurde, zeigte etwa, dass Frauen mit Psoriasis (und vor allem mit Psoriasis-Arthritis) häufiger Depressionen aufwiesen als diejenigen, die keine Hautkrankheit hatten.

Eine Studie mit Heranwachsenden ergab, dass auch mit Neurodermitis häufiger Angststörungen und Depressionen einhergehen. Zahlreiche weitere Studien hatten schon vorher gezeigt, dass bei Erwachsenen mit Neurodermitis Depressionen und Angststörungen häufiger vorkommen als bei Nicht-Betroffenen. Zudem wurde auch ein Zusammenhang zwischen der Psyche und der Schwere der Hautprobleme festgestellt, der sich verkürzt folgendermaßen zusammenfassen lässt: je größer der Stress, umso schlimmer die Auswirkungen auf die Haut.

Hautprobleme sind offensichtlich

Einer der Gründe, warum seelische Probleme bei Hautkrankheiten häufiger auftreten, liegt darin, dass Hautkrankheiten nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für andere Menschen häufig zu erkennen sind. Das führt häufig dazu, dass die Betroffenen von anderen gemieden werden, etwa weil diese Angst haben, sie könnten sich anstecken. In der Kindheit und Jugend kommen oft Hänseleien wegen der Hautprobleme hinzu. All dies führt dazu, dass sich Menschen mit Neurodermitis oder Psoriasis oft ausgegrenzt fühlen und sich in vielen Fällen zurückziehen, um neugierigen Blicken, Getuschel oder Ausgrenzung zu entfliehen. Als Folge wächst häufig die Scham über die eigenen Hautprobleme noch und in manchen Fällen kommt es zum weitgehenden Rückzug aus dem sozialen Leben. Das Auftreten in der Öffentlichkeit wird zum Problem und ist u. U. mit Ängsten behaftet, die das Leben einschränken und z. T. immer größer werden. Von dort ist der Weg zur Angststörung und/oder Depression nicht mehr weit.

Was tun bei Verdacht auf psychische Probleme?

Da Angststörungen und Depressionen schwerwiegende Erkrankungen der Psyche sind, sollten von Hautkrankheiten Betroffene und ihre Angehörigen genau auf erste Anzeichen von depressiven Verstimmungen oder Ängsten achten. Nicht jede vorübergehende Angst ist gleich eine Angststörung und nicht jede depressive Stimmung eine Depression. Wenn jedoch die Niedergeschlagenheit über wenigstens zwei Wochen lang anhält, die Betroffenen sich aus dem sozialen Leben zurückziehen, antriebs- und freudlos erscheinen, kein Interesse mehr an Dingen haben, die ihnen bislang Freude bereitet haben, und eventuell noch ständig müde sind und sich leer fühlen, sollte an eine Depression gedacht werden. In diesem Fall ist es sinnvoll, zum Arzt zu gehen bzw. einem Angehörigen den Arztbesuch nahezulegen. Eine behandlungsbedürftige Angststörung kann sich ebenfalls durch den Rückzug aus dem sozialen Leben ankündigen, eventuell kommen körperliche Symptome (z. B. Herzrasen) dazu, wenn die Betroffenen etwas unternehmen sollen, das ihnen Angst bereitet.

Haut und Psyche zusammen behandeln

Bei Hautkrankheiten, die mit seelischen Problemen einhergehen, sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass nicht nur die Psyche, sondern auch die Haut behandelt wird. Denn die Ausgrenzung durch andere aufgrund der Hautprobleme kann eine gewichtige Rolle dabei spielen, die seelischen Probleme in den Griff zu bekommen. Bei Kindern ist es zudem sinnvoll, wenn die Eltern die Probleme in der Schule thematisieren und damit Lehrer und Mitschüler sensibilisieren.

Quelle: allergikus 1/2016

02.06.16

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