- Anzeige -
Curado.de Logo

Sie sind hier: Startseite - Krankheiten - Atemwegserkrankungen - COPD - COPD und Psyche - Psychische Belastungen bei COPD

Psychische Belastungen bei COPD

Angst, Panikattacken und Depression

Dass das körperliche mit dem psychischen Befinden verknüpft ist, ist nicht überraschend. Denn Atemnot löst erhebliche Angst aus – egal wie ungefährlich der Betroffene die Situation einschätzt. Die Gefühle beeinflussen jedoch das Atmungsmuster wie die „Schnelligkeit“ des Atmens. Hierfür sendet die Hirnregion, die an der Entstehung von Angst beteiligt ist, Signale an das Atmungszentrum. Hat der Betroffene Angst, wird die Atmung flach und schnell, wodurch sich die Luftnot verstärkt. Ein Teufelskreis, der sich durch bewusstes tiefes und langsames Atmen durchbrechen lässt. Dies beruhigt die Seele und hilft, Angstgefühle zu verringern. Die Folge ist, dass die Atmung ruhiger wird und der Körper sich entspannt. Angstlösende Medikamente oder physiotherapeutische Übungen können in so einem Fall helfen. Für weitere Fragen oder spezielle Übungen bei Atemnot können Betroffene sich an ihren behandelnden Arzt oder Physiotherapeuten wenden.

Neben der Angst bei Atemnot leiden COPD-Erkrankte häufig auch unter „krankheitsbezogenen“ Ängsten. Die Betroffenen fürchten sich vor der Symptomatik oder vor deren Folgen für die Zukunft. Sie haben Angst vor

  • sozialer Ausgrenzung
  • Atemnot
  • körperlicher Aktivität
  • dem Fortschreiten der Erkrankungen

Menschen mit einer COPD-Erkrankung fürchten sich auch häufig davor, ihren Partner oder ihre Angehörige zu belasten oder nur noch als krank gesehen und dadurch ausgegrenzt zu werden. Manche haben auch Angst vor einer Sauerstoff-Langzeittherapie: Sie schämen sich, diese in der Öffentlichkeit zu benutzen oder machen sich sorgen, aufgrund des Geräts negativ bewertet zu werden.

Panikattacken und Depressionen bei COPD

Steigern sich diese Ängste, können sie in Panikattacken übergehen. Auch die Entstehung einer Depression ist möglich. Dann werden Ängste zu einer Belastung und beeinträchtigen die Lebensqualität der Betroffenen. COPD-Betroffene, die unter einer Depression leiden, nehmen ihre Medikamente nicht wie vom Arzt verordnet ein (schlechte Compliance). Die entzündungshemmenden und bronchienerweiternden Arzneimittel lindern jedoch die Beschwerden und verbessern die Lebensqualität. Die Folge ist ein verschlechterter Krankheitsverlauf sowie eine schlechtere Prognose.

Wie können Betroffene Depressionen vorbeugen? In Reha-Programme und beim Lungensport lernen Betroffene, wie sie mit ihrer Krankheit und deren Auswirkungen am besten umgehen können. Dadurch werden sie selbstsicherer und zuversichtlicher. Eine depressive Verstimmung kann häufig durch Bewegung und Aktivitäten, die einem Freude bereiten, vertrieben werden. Ebenfalls hilfreich kann eine Selbsthilfegruppe sein, in der Betroffene sich mit anderen Betroffenen über die Erkrankung sowie deren Folgen austauschen können.

Halten die Beschwerden an, sollten Betroffene ohne Scham über ihre Depressionen und Ängste mit ihrem Haus- oder Facharzt reden. Dieser kann geeignete Medikamente, die das seelische Befinden positiv beeinflussen, verschreiben oder eine psychotherapeutische Therapie einleiten. Letztere soll den Betroffenen helfen, ihre Probleme besser lösen zu können. Bei einer manifesten Depression wird der behandelnde Haus- oder Facharzt die Betroffenen an einen Psychiater überweisen. Eine Panikattacke können Betroffene versuchen abzuschwächen, indem sie bewusst und möglichst langsam und tief in den Bauch atmen (Bauchatmung). Eine beschleunigte Atmung verschlimmert dagegen die Beschwerden. Zudem ist es hilfreich, sich klar zu machen, dass die Attacke nur kurz andauert. Nach zehn bis 30 Minuten ist alles überstanden. COPD-Betroffene, die unter Panikattacken leiden, sollten nicht versuchen, diese zu verdrängen. Denn dies kann die Angst paradoxerweise verstärken und damit Angstattacken auslösen oder fördern. Setzen sich die Betroffenen jedoch bewusst mit der Angst auseinander, kann dies das Angstniveau herabsetzen. Zwar verschwindet die Angst nicht vollkommen, aber Betroffene können kontrolliert mit ihr umgehen. Tritt eine Panikattacke erstmals auf, sollten Betroffene umgehend Rücksprache mit einem Arzt halten. Dieser wird zuerst andere Ursachen für die Beschwerden ausschließen. Behandeln lasse sich Panikattacken mit Medikamenten und einer Psychotherapie.

Quelle: COPD und Asthma 4/2017

20.03.18

Newsletter An-/Abmeldung

Code: TEVD