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Psychologische Aspekte bei Neurodermitis

Nach der Leitlinie Neurodermitis können emotionale und psychische Bedingungen die Ausprägung der Neurodermitis beeinflussen.

Aus verhaltenstherapeutischer Sicht kann z. B. das Kratzen aufgrund eines möglichen Juckreizes als erlernt angesehen werden. Durch das Kratzen entsteht der sog. Juckreiz-Kratzzyklus, der wiederum zu einer möglichen Verschlechterung der betroffenen Haut beitragen kann. Der Juckreiz wird so ggf. verstärkt, was dann zum vermehrten Kratzen führen kann. Durch verhaltenstherapeutische Therapiemaßnahmen soll dies minimiert werden.

Studien haben u. a. die Wirksamkeit von autogenem Training, von einem psychoedukativen Stressmanagement, von Interventionstrainings, Entspannungstrainings und verhaltenstherapeutischen Ansätzen untersucht. Die Leitlinie beurteilt diese Maßnahmen als wirksam. Als Therapieempfehlung spricht sich die Leitlinie für die Psychotherapie aus. Diese kann bei bestimmten Patienten eine ergänzende Maßnahme sein. In Studien wurde ihre positive Wirkung auf den emotionalen Umgang mit der Erkrankung und einer möglichen Verbesserung des Schweregrades bewiesen. Bei der Verordnung dieser Therapiemaßnahme muss eine eindeutige Indikation vorhanden sein.

Stress ist ein Auslöser für eine mögliche Verschlechterung

Stress und andere psychische Einflussfaktoren können zu einer Verschlechterung des Hautbildes bei Neurodermitis führen. Der i. d. R. vorhandene Juckreiz kann dazu führen, dass der Betroffene besonders belastet wird. Dies kann in der Folge zu Schlafstörungen, Reizbarkeit und Aufmerksamkeitsstörungen führen.

Bei Kindern mit Neurodermitis sollte auch das soziale Umfeld informiert werden, da so ggf. für das Kind belastende Reaktionen auf die Erkrankung vermieden werden könnten. Denn wenn Mitschüler und Freunde Kenntnisse über die Neurodermitis besitzen, werden sie i. d. R. verständlicher mit möglichen Einschränkungen beim betroffenen Kind umgehen. Dies kann die psychische Belastung und den damit verbundenen Stress minimieren.

Auch das äußere Erscheinungsbild der Haut kann eine nicht zu unterschätzende emotionale Belastung darstellen. Des Weiteren kann es bei Berührungen ggf. zu einer Empfindlichkeit kommen.

Positives Empfinden für die Haut entwickeln

Jeder Patient definiert Stress oder psychische Belastung anders. Generell zählen dazu z. B. Prüfungsstress und Konflikte in der Familie oder Partnerschaft. „Dadurch kann sich das Hautbild enorm verschlechtern und das bringt einen Teufelskreis in Gang – der psychische Stress verschlechtert den Hautbefund und das verschlechterte Hautbild führt dazu, dass sich die Betroffenen schlechter fühlen. Was sich noch schlechter auf die Psyche auswirkt“, erklärt Dr. Elvir Cesko.

In schweren Fällen Hilfe bei einem Psychologen suchen

„Es kann durchaus hilfreich sein, einen Experten aufzusuchen, einen Neurodermitis-Trainer, der Betroffene unterstützt und ihnen hilft, zu erkennen, dass ihre Erkrankung nicht schlimm ist und dass sie selbst viel dafür tun können, damit es ihrer Haut gut geht“, erläutert Dr. Cesko.

Ob sich Betroffene neben der medikamentösen Behandlung auch psychologisch betreuen lassen sollten, hängt immer davon ab, wie stark jemand unter der Erkrankung leidet. „In schweren Fällen kann es sinnvoll sein, wenn Patienten sich durch einen Psychologen unterstützen lassen. Ansonsten können auch Entspannungsmethoden, wie Meditation, Tai-Chi oder Yoga helfen mit der psychischen Belastung umzugehen“, empfiehlt Dr. Cesko.

Quelle: Allergikus 02/2014

27.08.14

Entstehung von Neurodermitis
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