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Psychoonkologie bei Krebs

Krebs und Psyche – So leidet die Seele unter der Erkrankung

Krebs ist nicht nur eine Erkrankung des Körpers. Auch die Seele leidet mit, wenn jemand an Krebs erkrankt. Mittlerweile tragen diesem Umstand viele Kliniken Rechnung und bieten ihren Patienten professionelle psychologische Unterstützung.

Psychoonkologie lautet die Bezeichnung für das Fachgebiet, in dem es um die Auswirkungen der Krebserkrankung auf die Psyche und deren Behandlung geht. Wie der Krebsinformationsdienst ausführt, geht es dabei vor allem darum, die durch die Krankheit und Therapie entstehenden Belastungen zu lindern. Psychoonkologen beraten und behandeln Krebserkrankte und auch ihre Angehörigen und wollen sie in der Auseinandersetzung mit der Erkrankung unterstützen.

„Wir wissen heute, dass jeder dritte Krebspatient mindestens einmal im Krankheitsverlauf an einer psychischen Störung leidet“, erklärt Prof. Dr. Anja Mehnert, Universitätsklinikum Leipzig, im Experteninterview mit der Deutschen Krebsgeselllschaft (DKG). Ungefähr ein Drittel wünsche sich auch professionelle psychologische Unterstützung. Der Anteil der Patienten, die sich lediglich eine Beratung wünschen, sei indes noch größer.

Viele Patienten sind jedoch auch emotional belastet, ohne dass sie an einer psychischen Störung leiden. Zu diesen Belastungen, die einige Patienten stärker erleben als andere, gehören beispielsweise Ängste, Unglücklichsein, Anpassungsschwierigkeiten, aber auch Gefühle der Hilflosigkeit, Traurigkeit oder Depressivität, so Prof. Mehnert. Nach Angaben der DKG liegt bei etwa 10 % der Krebspatienten eine manifeste Angststörung vor, auch Depressionen kommen in der Größenordnung vor. Betroffene sollten psychotherapeutisch behandelt werden – aber dazu gehört erst einmal eine richtige Diagnose. Auch dies sei Aufgabe der Psychoonkologie, so die DKG.

Verschiedene Methoden und Verfahren in der Psychoonkologie

Psychoonkologische Angebote setzen bestenfalls noch früher an. Es gibt verschiedenen Verfahren, mit denen psychischen Störungen vorgebeugt werden kann, beispielsweise Entspannungstechniken oder eine Musik- oder Kunsttherapie. Daher sei eine besonders wichtige Aufgabe, dem Patienten Angebote zur Verfügung zu stellen, so die DKG. „Manchen hilft z. B. das Singen: Unter professioneller Anleitung lassen sich mit Musik ganz unterschiedliche Emotionen freisetzen und durchleben – Trauer, Wut und Angst, aber auch Freude und Zuversicht. Andere Patienten profitieren vielleicht eher von einer meditativen Technik wie Yoga oder Qigong, und wieder andere möchten einfach nur reden. Das gilt es, bei jedem einzelnen Patienten herauszufinden“, heißt es bei der DKG. Auch Prof. Mehnert betont: „Wenn Unterstützungsangebote vor Ort sind, ist auch die Akzeptanz höher, solche Angebote in Anspruch zu nehmen.“

Doch nicht nur in Kliniken finden sich psychoonkologische Angebote, auch Krebsberatungsstellen bieten diese an, in Form von Beratung, Therapie oder verschiedenen Kursen wie Meditation, Yoga oder Kunsttherapie. Zudem bieten niedergelassene Psychologen mit psychoonkologischer Fortbildung Psychotherapie für Krebspatienten an. Beim Krebsinformationsdienst gibt es daher eine Datenbank, die über diese Angebote informiert und in der man über die Postleitzahl eine Suche durchführen kann.

Quelle: Befund Krebs 1/2016

17.06.16

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