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Qualitätsstandards für zertifizierte Zentren

Nachdem Sie die Diagnose Brustkrebs oder Gebärmutterhalskrebs erhalten haben, werden Sie sich als Erstes fragen, wo Sie die beste Behandlung erhalten. Sie können sich Kliniken in Ihrer Nähe ansehen und versuchen, im Gespräch mit den Ärzten dort zu klären, ob sie qualifiziert erscheinen. Das bedeutet: Ob sie hinreichende Erfahrung haben, ob sie einen Therapieplan mit Ihnen erarbeiten, ob sie Dokumentationen erstellen. Gespräche, nach denen Ihnen die Beurteilung der Antworten schließlich selbst überlassen wird: Denn die Bezeichnung „Brustzentrum“ oder „Gynäkologisches Zentrum“ sagt noch nicht alles aus, über die Qualität, die Sie erwartet …

Um Patientinnen in dieser Situation eine Orientierungshilfe zu geben, hat die Deutsche Krebsgesellschaft gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Senologie Zertifikate für Brustzentren und Gynäkologische Zentren entwickelt. Von den Brustzentren haben sich inzwischen in Deutschland über 200 entsprechend bewerten lassen, die ständig daran arbeiten, die Qualität der Brustkrebstherapie und damit auch die persönliche Betreuung der Betroffenen zu verbessern.

Was Sie als Patientin nur mühsam oder gar nicht feststellen können, wird bei einer Zertifizierung durch erfahrene externe Gutachter jährlich abgefragt und sachlich beurteilt: etwa ob die Organisationsstruktur weiterentwickelt und verbessert wird, ob sich das gesamte Behandlungsteam regelmäßig weiterbildet und die aktuellen Studien verfolgt und ob der Erfahrungshorizont stimmt. Die Ansprüche, die hier gestellt werden, gehen z. T. über die internationalen Standards der EUSOMA (European Society of Mastology) hinaus und beruhen auf den Behandlungsleitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft.

Anforderungen an zertifizierte Zentren

Zur Qualitätsbeurteilung gehört beispielsweise, dass in einem zertifizierten Brustzentrum jeder Operateur mindestens 50 Operationen pro Jahr durchführt, an der Klinik insgesamt müssen es 150 Mammakarzinome jährlich sein. Bei den Gynäkologischen Zentren, die sich um ein Zertifikat bewerben, werden pro Jahr mindestens 75 Fälle mit Genitalmalignom vorausgesetzt, davon müssen zwei Drittel Primärfälle sein. Eine enge Zusammenarbeit mit Experten aus der Radiodiagnostik, Pathologie und Strahlentherapie muss vertraglich fixiert sein und das Brustzentrum muss nachweisen, dass es ein allgemein anerkanntes, ISO-zertifiziertes Qualitätsmanagement eingeführt hat. Zu einer individuellen Therapie gehört auch der interdisziplinäre Austausch innerhalb des Behandlungsteams, es wird also vorausgesetzt, dass für jede Patientin vor und nach der Behandlung eine Konferenz stattfindet. Jeder Fall ist – und dies soll auf Dauer einer besseren Transparenz dienen – sorgfältig zu beoachten und zu dokumentieren.

Das hört sich zwar einfach an, aber das Zertifizierungsverfahren ist kompliziert und vor allem muss der Qualitätsnachweis regelmäßig neu erbracht werden. Nur so ist es möglich, rat- und hilfesuchenden Patientinnen entsprechende Sicherheit zu geben. Dazu gehört auch die Resonanz der Betroffenen, die gehört werden, um positive oder auch negative Kritik zu äußern und Verbesserungspotenziale aufzuzeigen. Denn letztlich sind Sie es, als mündige Patientin, die am besten weiß, in wieweit ihre Wünsche und Anforderungen erfüllt wurden.

Quelle: Leben? Leben! 1/2012

09.04.12

Zertifizierte gynäkologische Krebszentren
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