- Anzeige -
Curado.de Logo

Sie sind hier: Startseite - Krankheiten - Atemwegserkrankungen - COPD - Raucherentwöhnung - Raucherentwöhnung

Raucherentwöhnung

Menschen, die an einer Lungenkrankheit wie einem Lungenemphysem, COPD, Asthma oder Alpha-1-Antitrypsin-Mangel leiden, profitieren von einem Zigarettenverzicht. Denn Rauchen lässt die Krankheit schneller fortschreiten und die Lebenserwartung sinken.

Nach dem Rauchstopp regeneriert sich der Körper, so die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Bereits nach 20 Minuten treten die ersten Effekte ein: Puls und Blutdruck sinken auf normale Werte. Nach zwölf Stunden reduziert sich der Kohlenmonoxid-Spiegel, während sich der Sauerstoff-Spiegel erhöht, sodass alle Organe wieder besser mit Sauerstoff versorgt werden. Nach zwei Wochen bis drei Monaten stabilisiert sich der Kreislauf und die Lungenfunktion wird verbessert. Ein bis neun Monate nach dem Rauchstopp reduzieren sich Hustenanfälle, Verstopfung der Nasennebenhöhlen und Kurzatmigkeit. Der Schleim in der Lunge wird abgebaut und diese so gereinigt. Das Infektionsrisiko sinkt. Bereits nach einem Jahr hat sich die Gefahr für eine koronare Herzkrankheit, eine Erkrankung, die durch Engstellen oder Verschlüsse der Herzkranzgefäße ausgelöst wird, halbiert. Nach fünf Jahren ist das Risiko für eine Krebserkrankung in der Mundhöhle, Rachen, Speiseröhre und Harnblase, nach zehn Jahren die Gefahr eines Lungenkrebses auf die Hälfte gesunken. Neben diesen positiven Auswirkungen auf die Gesundheit hilft der Verzicht auf den Zigarettenkonsum aber auch beim Sparen und verbessert Haut, Haare und Nägel.

Rauchstopp bei COPD

Speziell bei COPD konnten wissenschaftliche Studien beweisen, dass nach dem Verzicht auf das Rauchen sich im ersten Jahr die Lungenfunktion leicht verbesserte und ansonsten die jährliche Verschlechterung der FEV1-Werte (Abkürzung für „Forciertes Einsekunden-Volumen“) halbiert werden konnte. Bei ca. 30 % der Raucher mit leichter bis mittelschwerer COPD konnte sogar in den drei folgenden Jahren eine schwere oder sehr schwere COPD verhindert werden. Infektionen der unteren Atemwege traten bei den nichtrauchenden Studienteilnehmern seltener auf. COPD-Patienten, die das Rauchen aufgegeben hatten, wiesen eine reduzierte Exazerbationsrate (Verschlechterungsrate) sowie weniger Husten, Auswurf und Atemnot auf. Auch die Überempfindlichkeit der Atemwege (Atemwegs-Hyperreagibilität) nahm ab. Ein zusätzlich für untergewichtige Betroffene vorteilhafter Effekt ist, dass nach Tabakentwöhnung etwa 80 % der Ex-Raucher an Gewicht zunahmen. Durchschnittlich waren dies etwa drei Kilogramm bei Männern und vier Kilogramm bei Frauen. Ein Rauchstopp beeinflusst des Weiteren die Todesfälle (Mortalität), Luftnot, Husten, Atemwegsverengung, Verschleimung sowie die Sauerstoffaufnahmefähigkeit der Lunge positiv.

Zu beachten ist, dass diese positiven Effekte nicht eintreten, wenn der Nikotinkonsum nur reduziert wird. Wer Aufhören will zu Rauchen, hat verschiedene Möglichkeiten wie Nikotinersatztherapie, medikamentöse Unterstützung sowie Verhaltenstherapie. Wichtig ist auch, dass rauchende COPD-Patienten besonders stark vom Nikotin abhängig sind. Betroffene sollten daher mit Ihrem Arzt über die verschiedenen Möglichkeiten der Tabakentwöhnung und die für sie sinnvollen Maßnahmen sprechen.

Nikotinersatztherapie und medikamentöse Unterstützung

In den ersten Wochen nach dem Rauchstopp fehlt dem Körper Nikotin. Die Entzugserscheinungen und das Verlangen nach einer Zigarette können Patienten mit sog. Nikotinersatzprodukten verringern. Diese enthalten Nikotin, das sie an den Körper abgeben, und so das Nikotin aus der Zigarette ersetzen können. Nikotinersatzprodukte enthalten keinen Teer, Kohlenmonoxid sowie keine der vielen anderen krebserregenden Stoffe. Im Handel sind neben dem Nikotinpflaster, die über einen bestimmten Zeitraum konstant eine bestimmte Menge an Nikotin abgeben, auch Kaugummis und Lutschtabletten erhältlich. Diese wirken schon nach wenigen Minuten, allerdings ist die Wirkungsdauer verglichen mit dem Pflaster deutlich kürzer. Am schnellsten entfaltet der Inhaler seinen Effekt. Aufgrund dieser unterschiedlichen Eigenschaften ist es manchmal ratsam, Pflaster und Kaugummi/Tablette bzw. Inhaler zu kombinieren. Vor allem bei COPD-Patienten wurden insbesondere mit Kaugummi gute Erfahrungen erzielt.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Rauchentwöhnung erfolgreich ist, lässt sich mit der Nikotinersatztherapie verdoppeln, wie Studien herausfanden. Betroffenen sollte jedoch klar sein, dass keines dieser Produkte ihnen den Ausstieg abnehmen kann. Die Nikotinersatzprodukte können nur die Beschwerden reduzieren. Situationen, in denen man gewöhnlich eine Zigarette rauchte, müssen nun ohne gemeistert werden. Sinnvoll kann eine Kombination aus Nikotinersatztherapie und psychologischen Entwöhnungshilfen sein.

Neben der Ersatztherapie können auch verschiedene Medikamente die Entzugserscheinungen und das Verlangen verringern. Der behandelnde Arzt wird Raucher mit Atemwegserkrankungen gerne hierzu beraten. Elektronische Zigaretten können nicht empfohlen werden.

Verhaltenstherapie, Hypnose und Akupunktur

Die Wirksamkeit von verhaltenstherapeutischen Maßnahmen konnte in Studien bewiesen werden. Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wenden auch viele Angebote zur Raucherentwöhnung die Methode der kognitiven (kognitiv – das Denken betreffend) Verhaltenstherapie an. Neben der Verhaltensebene werden auch Erwartungen und Gedanken, die mit dem Rauchen assoziiert sind, angesprochen.

Auch Hypnose und Akupunktur sollen dabei helfen, das Rauchen aufzuhören. Wissenschaftler konnten jedoch bisher die Wirksamkeit der beiden Methoden nicht beweisen.

Wie wird eine Entwöhnung durchgeführt?

Erste Anlaufstelle sind Haus- und Lungenfachärzte. Diese leiten die Betroffenen normalerweise an spezielle Entwöhnungsprogramme weiter. Angeboten werden hier medikamentöse und psychologische Entwöhnungshilfen und Therapien.

Eine Rauchentwöhnung kann sowohl ambulant als auch stationär, beispielsweise während einer Rehabilitation, durchgeführt werden. Demzufolge ist Rauchen für Betroffene kein Ausschlusskriterium für eine Reha. Voraussetzung ist allerdings, dass der Patienten tatsächlich aufhören will. Während einer Rehabilitationsmaßnahme stehen verschiedene Hilfen zur Verfügung wie z. B. die Nikotinersatztherapie oder verhaltenstherapeutische Programme, die die Betroffenen beim Aufhöhren unterstützen können. Zudem erleichtert vielen Betroffene das Rauchverbot in den Rehabilitationskliniken das Aufhören.

Quelle: COPD und Asthma 4/2015

11.12.15

Newsletter An-/Abmeldung

Code: NWKM