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Raucherentwöhnung bei COPD

Eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (chronic obstructive pulmonary disease, COPD) ist eine Erkrankung, die durch ein Zusammenspiel von Umwelt und einer gewissen erblichen Veranlagung verursacht wird. Rauchen ist der wesentliche Risikofaktor für die chronisch obstruktive Lungenerkrankung.

Wissenschaftliche Studien konnten beweisen, dass Rauchen zu einem Rückgang der Lungenfunktion führt. Eine verminderte Lungenfunktion ist speziell bei der COPD ein Risikofaktor für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung. Der Grund dafür liegt möglicherweise an Entzündungsvorgängen, die bei der COPD den ganzen Körper betreffen. Weiteres Rauchen verschlimmert diese Auswirkungen. Ein zusätzlicher, bei untergewichtigen COPD-Patienten nachteiliger, Effekt ist hierbei die weitere Gewichtsabnahme.

Die durch das Rauchen eingeschränkte Sauerstoffaufnahme der Lunge und die bronchiale Überempfindlichkeit (gesteigerte Reizbarkeit der Bronchien) kann durch den Verzicht auf Tabakkonsum gemildert werden – wenn noch keine COPD besteht. Bei schon eingetretener COPD führt die Raucherentwöhnung zwar noch zu einer Abnahme, jedoch nicht mehr zu einer Normalisierung der bronchialen Überempfindlichkeit. Es konnte nachgewiesen werden, dass nach Beendigung des Rauchens die jährliche Abnahme der Lungenfunktion bei Patienten mit einer obstruktiven Lungenerkrankung mit denen von Nichtrauchern zu vergleichen ist. Nach dem Rauchstopp kommt es anfänglich sogar wieder zu einer gewissen Zunahme der Lungenfunktion.

Patienten mit fortgeschrittener COPD haben oft eine erniedrigte Sauerstoffkonzentration im Blut. Bei schwerem Sauerstoffmangel kann es dann nötig sein, eine Langzeit-Sauerstofftherapie durchzuführen. Rauchen bei gleichzeitiger Sauerstofftherapie ist wegen des Risikos möglicher schwerer Verbrennungen lebensgefährlich.

Rauchen führt zudem überdurchschnittlich häufig zu anderen psychischen Erkrankungen. Rauchen, COPD und Depression stehen insgesamt in einem komplizierten Zusammenhang. Die Tabakentwöhnung von depressiven COPD-Patienten gestaltet sich deshalb oft schwierig: Rauchende COPD-Patienten inhalieren tiefer und schneller als Raucher ohne COPD und weisen deshalb einen besonders hohen Abhängigkeitsgrad auf. Die Überblähung eines Lungenemphysems begünstigt zudem Ablagerungen in der Lunge. So wird die schädliche Wirkung des Rauchens bei einer COPD noch gesteigert.

Ein Verzicht auf Zigaretten, Zigarren oder Pfeife hat einen positiven Effekt auf die Lungenfunktion, die Sauerstoffaufnahmefähigkeit der Lunge, auf Luftnot, Husten, Verschleimung, Atemwegsverengung, Überempfindlichkeit der Bronchien, Infekte der Atemwege und auf die Anzahl der COPD-Verschlechterungsphasen. Um diesen Verzicht aber tatsächlich dauerhaft zu schaffen, benötigt man einen starken Willen und Motivation.

Wenn ein Raucher das Rauchen aufgibt, fehlt dem Körper das vorher gewohnheitsgemäß zugeführte Nikotin. Zahlreiche Maßnahmen können die Entzugserscheinungen mildern und den Rauchstopp unterstützen.

Zigaretten-Reduzierung

Wenn es einem rauchenden COPD-Patienten nicht gelingt, das Rauchen sofort ganz aufzugeben, kann eine zahlenmäßige Reduzierung der Zigaretten eine Übergangslösung sein. Eine Verbesserung der Lungenfunktion und eine Minderung der Beschwerden kann eine Verminderung des Tabakkonsums aber nicht bewirken.

Eigene Motivation

Um sich für die Tabakentwöhnung zusätzlich zu motivieren, kann es hilfreich sein, sich die Auswirkungen der COPD sowie die medizinischen Befunde der Krankheit in Zusammenhang mit dem Tabakkonsum klar zu machen. Außerdem ist es zweckmäßig, das konkrete Konsumverhalten mit Rauchtagebüchern oder standardisierten Fragebögen zum Rauchverhalten systematisch aufzuschreiben, um die bestmöglichen persönlichen Ansatzpunkte für die Entwöhnungstherapie zu erkennen. Auch eine Kontrolle des CO2-Gehalts in der ausgeatmeten Luft oder von Nikotinrückständen im Blut, Speichel oder Urin im Behandlungsverlauf kann im Einzelfall hilfreich sein.

Nichtraucherkurse

Nichtraucherkurse werden durch speziell ausgebildetes Fachpersonal geführt. Der Nichtraucherkurs wird als Gruppenkurs oder auch als Einzelkurs angeboten. Die Teilnehmer werden Schritt für Schritt vom Rauchen weg zur Rauchfreiheit geleitet. Online-Nichtraucherkurse bietet Raucher mit einem sehr festen Willen die Möglichkeit, einen geschulten Nichtraucherkurs anonym, kostengünstig, zeit- und ortsunabhängig via Internet zu belegen.

Medikamentöse Behandlung

Eine Raucherentwöhnung, die u. a. eine medikamentöse Unterstützung und einen psychosoziale Beistand umfasst, hat sich für COPD-Patienten als effektiv erwiesen. Die Nutzung von wirkstoffhaltigen Pflastern, Kaugummis, Nikotinnasensprays oder Tabletten können bei Patienten mit COPD die Chancen auf einen endgültigen Tabakverzicht erhöhen. Die Medikamente enthalten nur Nikotin, nicht aber die sonstige schädliche Substanzen, wie Teer oder Kohlenmonoxid. Die Nikotinsubstitution ist deshalb weit weniger gesundheitsschädigend als das Rauchen.

Akupunktur oder Hypnose

Um die Entwöhnung zu erleichtern, kann zusätzlich eine beruhigend wirkende Akupunktur oder Hypnose gewählt werden. Akupunktur ist die in Europa bekannteste Therapieform der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Durch die Hypnose soll der Wunsch nach Raucherentwöhnung im Unterbewusstsein gestärkt werden. Hier sollte man auf speziell ausgebildetes Fachpersonal achten.

Quelle: COPD und Asthma 01/2013

07.06.13

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