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Raucherentwöhnung: Welche Hilfsmittel gibt es?

Rauchen lässt Lungenkrankheiten wie Lungenemphysem, COPD oder Alpha-1-Antitrypsin-Mangel schneller fortschreiten und die Lebenserwartung sinken. Wer sich jedoch gegen den Glimmstängel entscheidet, tut seiner Gesundheit einen großen Gefallen. Die positiven Auswirkungen sind schon nach wenigen Tagen spürbar.

Den meisten Tabakkonsumenten ist bewusst, dass Rauchen krank machen kann. Laut Deutscher Atemwegsliga hat schon mehr als die Hälfte der Raucher einmal versucht, aufzuhören. Sei es als guter Vorsatz für das neue Jahr, für die eigene Gesundheit, den Geldbeutel oder auch beim Eintreten einer durchs Rauchen verursachten Erkrankung. Aus medizinischer Sicht handelt es sich beim Rauchen um eine Suchterkrankung, die sich durch inneren Zwang, mangelnde Kontrolle über Zeit (Gespräch wird unterbrochen) und Ort (Rauchen trotz Regen und Kälte) und trotz Aufhörwunsch äußert. Laut Deutscher Atemwegsliga sind etwa 3 % der Aufhörversuche, die ohne Hilfsmittel und Beratungsangebote, nur mit reiner Willenskraft durchgeführt werden, erfolgreich.

Medikamentöse Unterstützung

Die Nikotinersatztherapie ist ein möglicher Bestandteil der Therapie. Die Produkte enthalten Nikotin, das sie an den Körper abgeben, und so das Nikotin aus der Zigarette ersetzen können. Das Verlangen nach einer Zigarette sowie die körperlichen Entzugssymptome wie Gereiztheit, Unruhe oder schlechte Stimmung werden so gelindert. Nikotinersatzprodukte enthalten keinen Teer, Kohlenmonoxid sowie keine der vielen anderen krebserregenden Stoffe. Folgendes ist laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung erhältlich:

  • Nikotinpflaster geben über die Klebeschicht oder eine spezielle Membran über einen bestimmten Zeitraum konstant eine bestimmte Menge Nikotin ab. Im Handel sind drei Stärken erhältlich, die 10, 20 oder 30 Zigaretten pro Tag in 16 bzw. 24 Stunden ersetzen sollen. Geeignet sind sie für Menschen, die gleichmäßig über den Tag verteilt relativ viel rauchen (zehn bis 40 Zigaretten/Tag) und mittelstark bis stark abhängig sind.
  • Nikotinkaugummis sind in zwei Stärken erhältlich. Der Verwender sollte ihn so lange vorsichtig kauen, bis er den Effekt des Nikotins spürt. Dann sollte der Kaugummi in der Backentasche aufbewahrt werden. Geeignet sind sie für Menschen, die bis zu 15 Zigaretten am Tag rauchen und gering bis mittelstark abhängig sind oder die nur bei bestimmten Gelegenheiten (Geselligkeit, abends) rauchen.
  • Nikotinlutschtabletten setzen Nikotin über einen Zeitraum von 20 bis 30 Minuten frei. Geeignet ist diese für mittelstark bis stark abhängige Raucher mit hohem, aber ungleichmäßigem Tabakkonsum.
  • Nikotinnasenspray ist für stark abhängige Menschen mit einem Konsum von mehr als 30 Zigaretten am Tag geeignet.

Kaugummis und Lutschtabletten wirken schon nach wenigen Minuten, allerdings ist die Wirkdauer verglichen mit dem Pflaster deutlich kürzer. Am schnellsten entfaltet der Inhaler seinen Effekt. Aufgrund dieser unterschiedlichen Eigenschaften ist es manchmal ratsam, Pflaster und Kaugummi/Tablette bzw. Inhaler zu kombinieren. Vor allem bei COPD-Betroffenen wurden insbesondere mit Kaugummis gute Erfahrungen erzielt. Allerdings muss den Betroffenen klar sein, dass die Nikotinersatzprodukte nur die Beschwerden verringern können. Den Ausstieg können sie nicht abnehmen. Es kann sinnvoll sein, die Nikotinersatztherapie mit psychologischen Entwöhnungshilfen zu kombinieren.

Verhaltenstherapie

Erlernte menschliche Verhaltensweisen können mithilfe therapeutischer Prozesse auch wieder verlernt werden, so der Kernsatz der Verhaltenstherapie. Ein Rauchstopp bedeutet auch immer eine Entwöhnung von Verhaltensweisen. Daher ist der erste Schritt, sich bewusst zu machen, warum man raucht, d. h., welche Funktion die Zigarette im Leben hat. Anschließend werden neue Verhaltensweisen entwickelt, die die alten ersetzen können. Neben der Verhaltensebene werden auch Erwartungen und Gedanken, die mit dem Rauchen assoziiert sind, angesprochen. Daher spricht man von der kognitiven (kognitiv – das Denken betreffend) Verhaltenstherapie.

Rauchstopp bei COPD

Raucher, die an COPD erkrankt sind, sind besonders stark vom Nikotin abhängig. Sie inhalieren tiefer und schneller als Raucher ohne COPD. Zudem steigert sich die schädliche Wirkung, wenn eine Raucherlunge vorliegt. Rauchende COPD-Betroffene sollten daher vor einem Rauchstopp mit ihrem Arzt sprechen, welche Möglichkeiten der Tabakentwöhnung es gibt und welche Methode für sie sinnvoll ist. Das Einstellen des Rauchens ist die wichtigste Therapiemaßnahme. Wissenschaftliche Studien konnten beweisen, dass die Lungenfunktion bei COPD-Betroffenen nach dem Einstellen des Rauchens im ersten Jahr sich leicht besserte. Bei etwa 30 % der Raucher mit leichter bis mittelschwerer COPD konnte in den folgenden drei Jahren eine schwere oder sehr schwere COPD verhindert werden. COPD-Betroffene, die auf den Glimmstängel verzichteten, wiesen eine niedrigere Sterblichkeitsrate auf. Die Betroffenen litten nicht nur weniger an Infektionen der unteren Atemwege, sondern diese wirkten sich auch nicht so nachhaltig auf die Lungenfunktion aus. Zudem reduzierte sich die Überempfindlichkeit der Atemwege, die Anzahl der Verschlechterungen (Exazerbationen) sowie Husten, Auswurf und Atemnot. Zu beachten ist allerdings, dass all diese positiven Effekte nicht eintreten, wenn der Nikotinkonsum reduziert wird.

Quelle: COPD und Asthma 3/2016

23.11.16

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