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Rehabilitation bei Atemwegserkrankungen

Eine Rehabilitation soll chronisch kranke Menschen bestmöglich in ihren ursprünglichen körperlichen, geistigen oder sozialen Zustand versetzen oder die Einschränkungen auf ein Minimum reduzieren. Die Betroffenen sollen ein möglichst normales Leben führen und aktiv am Berufsleben teilnehmen können.

Bei Atemwegserkrankungen führt COPD gefolgt von Asthma bronchiale am häufigsten zu einer Rehabilitationsmaßnahme. Auch nach einer schwer verlaufenden Lungenentzündung, die manchmal dazu führt, dass Patienten künstlich beatmet werden müssen, oder nach einer Lungenoperation z. B. aufgrund von Lungenkrebs oder einer Eiteransammlung in der Lunge (Pleuraempyem) kann eine Rehabilitation angeordnet werden.

Welche Rehabilitationskonzepte gibt es?

Man unterscheidet die stationäre Rehabilitation (in Rehabilitationskliniken), die teilstationäre Rehabilitation (in Tageskliniken) sowie die ambulante Rehabilitation.

Wie sollte ein Rehabilitationsprogramm aussehen?

Die Therapie sollte sich am Krankheitsbild des Betroffenen orientieren und versuchen, die medikamentöse Behandlung zu optimieren (medizinischer Aspekt). Die Einrichtungen sollten den Patienten bei der Verarbeitung ihrer Krankheit helfen und bei Bedarf ein Verhaltenstraining wie beispielsweise die Entwöhnung vom Rauchen anbieten (psychosozialer Aspekt). Da viele COPD-Patienten im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung untergewichtig sind, sollten nicht nur Betroffene mit Übergewicht eine gute Ernährungsberatung erhalten. Denn Untergewicht bei COPD vermindert die Belastbarkeit und erhöht die Sterblichkeit (ernährungswissenschaftlicher Aspekt).

Ein weiterer wichtiger Therapiebaustein ist die Atemphysiotherapie, bei der Betroffene u. a. verschiedene Atemtechniken erlernen. Diese erleichtern ihnen die erschwerte Atmung im Ruhezustand oder unter Belastung. Den Patienten werden sowohl apparative als auch nicht-apparative Methoden, die das Abhusten verbessern, vermittelt. Ziel ist es, dass Patienten den Krankheitssymptomen nicht hilflos ausgeliefert sind, sondern sich selbst helfen und Gegenmaßnahmen einleiten können.

Therapiebausteine im Überblick

Zu Beginn der Rehabilitation wird der Patient durch einen Arzt untersucht. Bei Bedarf kommen auch apparative Untersuchungsmethoden zum Einsatz. Anhand dieses Befundes wird dann der individuelle Therapieplan erstellt.

  • Fachärztliche Überprüfung der medikamentösen Therapie
  • Physiotherapie, Inhalationstherapie, Krankengymnastik: Der Betroffene soll vor allem atemerleichternde Techniken und Selbsthilfemaßnahmen in Ruhe und bei körperlicher Belastung erlernen. Beispiele hierfür sind die Lippenbremse, atemerleichternde Körperhaltungen wie Päckchensitz, Torwartstellung oder Kutschersitz. Auch ein gezieltes Geh- und Treppensteigtraining hat sich bewährt. Denn so können Reha-Patienten die erlernten Techniken in Belastungssituationen des alltäglichen Lebens üben anzuwenden. Einzelne Patienten benötigen zudem eine fachgerechte Versorgung mit Hilfsmitteln wie Rollator, Verlängerungen für Schuhlöffel oder Bürsten. Auch eine Husten- und Atemschulung sollten Atemwegspatienten innerhalb der Rehabilitation erhalten, bei der auch apparative Hilfsmittel erklärt werden.
  • Trainings- und Sporttherapie (Lungensport): Bei Patienten mit Atemwegs- und Lungenkrankheiten tritt vor allem bei körperlicher Belastung Atemnot auf. Die Angst, keine Luft zu bekommen, führt bei vielen dazu, dass sie sich zu körperlich schonen. Der Trainingsmangel mündet in einem Teufelskreis: Atemnot führt zu körperlicher Schonung, die in einem Trainingsmangel mündet. Das wiederum führt zu vermehrter Atemnot, wodurch der Körper noch mehr geschont wird und so weiter. Ein geeignetes Training steigert jedoch die Leistungsfähigkeit, wodurch die Atemnot in Ruhe und unter Belastung abnimmt und sich die Lebenqualität verbessert.
  • Patientenschulung: Diese soll den Patienten Wissen vermitteln, wie er mit seiner Erkrankung umzugehen hat. Dies verbessert den Krankheitsverlauf und die Lebensqualität. In diesem Therapiebaustein werden Themen wie Aufbau und Funktion der Atemorgane, Krankheitslehre, Risikofaktoren und deren Vermeidung wie die Tabakentwöhnung, nichtmedikamentöse Therapien, zu denen das körperliche Training sowie Atem- und Hustentechniken gehören, die Medikamentenlehre und die Selbstkontrolle durch Führen eines Symptomtagebuches oder Verwendung eines Peak-Flow-Meters besprochen. Zudem wird die korrekte Inhalationstechnik eingeübt und darauf eingegangen, wie man Bronchialinfekte vorbeugt, erkennt und behandelt, wie man sich bei einem Atemnotanfall verhält und welche besonderen Behandlungsformen wie Sauerstoff-Langzeittherapie, Operationen und Heimbeatmung es gibt.
  • Tabakentwöhnung: Patienten sollten das Rauchen einstellen, da dies die Krankheit verschlechtert. Generell darf innerhalb Rehabilitationskliniken nicht geraucht werden.
  • Psychologische Hilfen: Patienten mit chronischen Atemwegs- und Lungenerkrankungen leiden häufig unter psychischen Folgen, wodurch die Lebensqualität erheblich eingeschränkt wird. Beispielsweise kann Atemnot das Familien-, Berufs- als auch Sozialleben erheblich einschränken. Es können Depressionen und Ängste entstehen, die jedoch durch geeignete psychologische, psychotherapeutische oder auch medikamentöse Hilfen deutlich verbessert werden können.
  • Ernährungsberatung: Sowohl Über- als auch Untergewicht ist für Patienten mit COPD problematisch. Beim Übergewichtigen kommt es zu einer gesteigerten Atemarbeit, bei Untergewichtigen ist die Körpermuskelmasse und damit auch die der Atemmuskulatur erniedrigt. Dies schränkt die Belastbarkeit ein und vermindert die Lebensqualität. Spezielle kalorienreiche Diätformen können bei untergewichtigen Patienten die Prognose des Krankheitsverlaufs deutlich verbessern. Doch auch bei normal- und übergewichtigen Patienten kann die Muskelmasse reduziert sein. Empfehlenswert sind in diesen Fällen kleine, häufige Mahlzeiten, die mit körperlichem Training sinnvoll ergänzt werden.

Wirksamkeit der Rehabilitation

Die Rehabilitation kann die Lebensqualität und das Allgemeinempfinden verbessern. Husten, Auswurf und Atemnot sowie Angst und Depressionen sollen reduziert und die Leistungsfähigkeit gesteigert werden. Beantragt wird sie bei der Krankenkasse oder der Sozialversicherung. Nähere Informationen erhalten Interessierte bei ihrem behandelnden Arzt.

Quelle: COPD und Asthma 2/2015

24.08.15

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