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Rehabilitation bei Atemwegserkrankungen wie COPD und Asthma

Eine Rehabilitation bei Atemwegserkrankungen soll Betroffene dazu befähigen, ein möglichst normales Leben zu führen.

Die pneumologische Rehabilitation umfasst viele verschiedene Maßnahmen, bei denen sowohl diagnostische als auch therapeutische Verfahren eingesetzt werden. Diese sollen Beschwerden wie Atemnot, Husten und Auswurf verringern, die Leistungsfähigkeit steigern, Ängste und Depressionen reduzieren und die Lebensqualität verbessern. Obwohl die Wirksamkeit einer Reha bei Atemwegserkrankungen laut Bundesverband der Pneumologen, der Deutschen Lungenstiftung und dem Verband Pneumologischer Kliniken durch zahlreiche wissenschaftliche Studien belegt werden konnte, wird diese von den Patienten selten genutzt.

Wann ist eine Rehabilitation sinnvoll?

Eine pneumologische Reha ist immer dann sinnvoll, wenn die Krankheitssymptome trotz medizinischer Behandlung durch den behandelnden Arzt das alltägliche oder das berufliche Leben behindern. Gründe, warum Asthma- und COPD-Betroffene eine Rehabilitationsmaßnahme in Erwägung ziehen sollten, können psychische Folgen wie Depressionen, Ängste, sozialer Rückzug oder anhaltende Krankheitszeichen sein. Beispiele hierfür sind eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit oder Beschwerden wie Atemnot, Husten oder Auswurf. Aber auch nach einer Behandlung der Atemwegserkrankung im Akutkrankenhaus kann eine Rehabilitation im Rahmen einer sog. Anschlussrehabilitation (AHB) sinnvoll sein. Des Weiteren ist eine Reha angezeigt, wenn die Erwerbsfähigkeit eingeschränkt oder gefährdet ist, wenn Schwierigkeiten in der Schule, im Studium oder aufgrund der Erkrankung bestehen, wenn eine Pflege- oder Hilfsbedürftigkeit droht oder wenn typische Therapieverfahren einer Rehabilitation wie Patientenschulung, Physiotherapie, medizinische Trainingstherapie, Tabakentwöhnung notwendig werden, wenn diese ambulant nicht im erforderlichen Ausmaß erfolgen können. Der behandelnde Arzt kann interessierte Betroffene hierzu beraten.

Bei wem muss die Rehabilitationsmaßnahme beantragt werden?

Ist der Betroffene sozialversichert, ist entweder die gesetzliche Krankenkasse oder die Deutsche Rentenversicherung zuständig. Abhängig ist dies von dem Rehabilitationsziel sowie von den versicherungsrechtlichen Voraussetzungen. Ist der Betroffene privat versichert, hängt es von dem individuell abgeschlossenen Vertrag ab, ob die Kosten der Rehabilitationsmaßnahme übernommen werden. Daneben können auch andere Institutionen wie die Sozialhilfe oder die gesetzliche Unfallversicherung als Leistungsträger infrage kommen.

Wie verläuft eine Rehabilitation?

Während einer Rehabilitation nimmt der Patient an einem strukturierten Programm, das aus verschiedenen Therapiebausteinen wie Kursen und Schulungen besteht, teilnehmen. Welche Maßnahmen für ihn geeignet sind, entscheidet der Arzt. Dieser untersucht den Betroffenen am Anfang der Rehabilitationsmaßnahme und erstellt im Gespräch mit dem Patienten einen individuellen Therapieplan. Wichtige Bestandteile einer Reha sind:

  • Patientenschulung: Diese soll den Patienten dazu befähigen, seine Krankheit selbstständig zu managen. Laut Bundesverband der Pneumologen, der Deutschen Lungenstiftung und dem Verband Pneumologischer Kliniken haben wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt, dass dies den Krankheitsverlauf verbessert und die Lebensqualität erhöht. In Schulungen erfährt der Betroffene, wie er mit seiner Erkrankung umzugehen hat. Es werden Themen wie Krankheitslehre (z. B. Was ist Asthma/Bronchitis?), Risikofaktoren und deren Vermeidung (Tabakentwöhnung), medikamentöse und nicht-medikamentöse Therapien (körperliches Training, Atem- und Hustentechniken), Medikamentenlehre sowie die korrekten Inhalationstechniken vermittelt. Weitere Themen sind Maßnahmen zur Selbstkontrolle (COPD-Tagebuch oder Peak-Flow-Messung), das Vorbeugen, Erkennen und Behandeln von Bronchialinfekten oder Verhalten bei Atemnot. Aber auch besondere Behandlungsformen wie die Sauerstoff-Langzeittherapie oder die Heimbeatmung sowie Operationen (z. B. Lungentransplantation oder Lungenvolumenreduktion) werden behandelt. Die Patientenschulung erfolgt für Asthmatiker, COPD- und Emphysem-Patienten in getrennten Gruppen.
  • Physiotherapie: Spezialisierte Physiotherapeuten vermitteln Betroffenen vor allem atemerleichternde Techniken und Selbsthilfemaßnahmen in Ruhe und bei körperlicher Belastung. Beispiele hierfür sind die Lippenbremse, atemerleichternde Körperhaltungen wie Päckchensitz, Torwartstellung oder Kutschersitz. Bei schwerkranken Patienten ist zudem ein gezieltes Geh- und Treppensteigtraining sehr wirksam. Denn so können die erlernten Techniken in Belastungssituationen des alltäglichen Lebens geübt und die Leistungsfähigkeit erhöht werden. Einzelne Reha-Patienten benötigen zudem eine fachgerechte Versorgung mit Hilfsmitteln wie Rollator, Verlängerungen für Schuhlöffel oder Bürsten. Hilfreich ist zudem eine Husten- und Atemschulung, bei der auch die Benutzung von Hilfsmitteln erklärt wird.
  • Trainingstherapie (Lungensport): Atemnot tritt bei Atemwegserkrankten vor allem bei körperlicher Belastung auf. Allerdings wird diese nicht ausschließlich durch die eingeschränkte Lungenfunktion, sondern auch durch einen Trainingsmangel ausgelöst. So führt die Angst, keine Luft zu bekommen, bei vielen Betroffenen dazu, sich körperlich zu schonen. Das wiederum führt zu vermehrter Atemnot. Die Konsequenz der Betroffenen: noch mehr körperliche Schonung. Diesem Teufelskreis kann durch geeignetes Training entgegengewirkt werden. Lungensport kann die Leistungsfähigkeit erhöhen, die Atemnot in Ruhe und unter Belastung reduzieren und so die Lebenqualität steigern. Wichtig ist jedoch die Dosierung, also nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig Belastung.
  • Tabakentwöhnung: Rauchen verstärkt die Symptome. Verhaltenstherapeutische Programme in Kombination mit medikamentösen Entwöhnungshilfen sollen in Reha-Kliniken Atemwegspatienten das Aufhören erleichtern. Generell darf in Rehabilitationskliniken nicht geraucht werden.
  • Ernährungsberatung: Aufgrund der eingeschränkten Bewegung baut sich bei Atemwegserkrankten die Muskelmasse ab, wodurch sich die Belastbarkeit verringert und die Betroffenen anfälliger für Infekte werden. Spezielle kalorienreiche Diätformen können bei untergewichtigen Patienten den Krankheitsverlauf bessern. Doch auch bei normal- und übergewichtigen Patienten kann die Muskelmasse reduziert sein. Empfehlenswert sind in diesen Fällen eine Ernährungsberatung, eventuell eine hochkalorische Diät sowie kleine, häufige Mahlzeiten, die mit körperlichem Training ergänzt werden.
  • Psychologische Hilfen: Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen leiden häufig unter psychischen Krankheitsfolgen, die durch die zunehmende Atemnot bei Belastung oder den Beeinträchtigungen im Alltag verursacht werden. Durch geeignete psychologische, psychotherapeutische oder medikamentöse Hilfen können jedoch Depressionen und Ängste oft deutlich verbessert werden.

Am Ende der Rehabilitationsmaßnahme erstellt der Arzt über den Verlauf einen ausführlichen Bericht für den nachbehandelnden Arzt. Dieser enthält wichtige Informationen und Empfehlungen zur weiteren Behandlung.

Quelle: COPD und Asthma 2/2016

14.07.16

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