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So beantragen Sie eine Rehabilitationsmaßnahme für Ihr Kind

Kinder mit chronischen Erkrankungen wie Neurodermitis, allergischem Asthma oder einer schweren Allergie haben u. U. Anspruch auf eine Rehabilitationsmaßnahme, also auf einen Aufenthalt in einer auf ihre Erkrankung spezialisierten Klinik. Bei dieser Rehamaßnahme wird die Krankheit des Kindes ganzheitlich betrachtet, d. h. es steht nicht allein die bestmögliche medikamentöse Therapie im Vordergrund, sondern auch das Management der Krankheit durch das Kind selbst sowie durch seine Eltern, Maßnahmen zur Vorbeugung und weitere, die medikamentöse Therapie unterstützende Behandlungsverfahren (z. B. Physiotherapie, Entspannung, Sport) spielen eine wichtige Rolle.

Eine solche medizinische stationäre Reha für Kinder und Jugendliche kommt immer dann infrage, wenn die Behandlungsmethoden zu Hause ausgeschöpft sind oder es aus medizinischen Gründen sinnvoll ist, dass die Behandlung fernab vom Wohnort stattfindet – bei einer Allergie, Neurodermitis oder Asthma ist z. B. Letzteres der Fall, wenn das Klima am Reha-Ort dazu beitragen kann, dass sich die Erkrankung bessert, oder wenn die Bedingungen zu Hause einer Besserung der Symptome nicht förderlich sind. Außerdem muss die Chance bestehen, dass sich die Gesundheit des Kindes durch eine Reha erblich bessert oder die Reha sogar im besten Fall zu einer Heilung der Grundkrankheit führen kann, wobei dies bei Allergien eher selten geschieht.

Grundsätzliches

Eine stationäre Reha für Kinder und Jugendliche dauert i. d. R. vier Wochen, bei Bedarf auch länger. Sie findet in einer dafür vorgesehenen und auf die Erkrankung spezialisierten Klinik statt. Bei einer Allergie, bei Asthma oder Neurodermitis ist meist ein Aufenthalt in einer Klinik sinnvoll, die in den Bergen oder am Meer liegt. Denn dort herrscht ein spezielles Klima, das der Genesung zuträglich ist. Außerdem gibt es etwa auf den Nordseeinseln und in einer bestimmten Höhe nur wenige Pollen, die häufig Auslöser einer Allergie sind. In den Bergen, ab einer Höhe von 1.500 Metern, können Hausstaubmilben nicht überleben, weshalb eine Klinik dort für Kinder und Jugendliche mit einer Hausstaubmilbenallergie die richtige sein kann. Den Wunsch nach einer Klinik an einem bestimmten Ort oder in einer bestimmten Region sollten Eltern daher unbedingt schon beim Reha-Antrag angeben und begründen, damit der Rehabilitationsträger eine entsprechende Klinik zuweisen kann.

In vielen Fällen (vor allem bei jüngeren Kindern) ist es sinnvoll, dass ein Elternteil das Kind auf die Reha-Maßnahme begleitet, etwa wenn der Therapieerfolg ohne Begleitperson nicht gewährleistet werden kann, weil das Kind unter der Trennung von seinen Eltern zu sehr leiden würde oder aber, weil es nötig ist, dass die Mutter oder der Vater während der Reha medizinische Verfahren oder Verhaltensweisen erlernt, die die Therapie des Kindes unterstützen. Auch ein ständiger Betreuungsbedarf des Kindes wegen einer Behinderung rechtfertigt das Mitfahren einer Begleitperson. In all diesen Fällen trägt der zuständige Träger der Rehabilitation neben dem Klinikaufenthalt für das Kind auch die Kosten für die Begleitung.

Eine Reha für Kinder und Jugendliche ist bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres möglich. Befindet sich der Jugendliche in einer Schul- oder Berufsausbildung, leistet ein freiwilliges ökologisches oder soziales Jahr, nimmt am Programm des Bundesfreiwilligendienstes teil oder hat eine Behinderung, infolge derer er nicht arbeiten kann, ist die Reha auch noch bis zum 27. Lebensjahr möglich.

Der Antrag

Einen Antrag auf eine Reha für Kinder und Jugendliche stellen Eltern z. B. bei der gesetzlichen Rentenversicherung oder bei der Krankenkasse, bei der die Kinder (mit-)versichert sind. I. d. R. ist die Rentenversicherung Träger der Reha für Kinder und Jugendliche, jedenfalls wenn der Antragsteller (meist ein Elternteil, aber auch Großeltern, in deren Haushalt das Kind lebt, können einen Antrag stellen) in den letzten zwei Jahren über einen Zeitraum von wenigstens sechs Kalendermonaten Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt hat und eine Mindestversicherungszeit in der Rentenversicherung von fünf Jahren vorweisen kann. Auch Rentner können für ihr Kind einen Antrag stellen. Erhält ein Kind oder Jugendlicher eine Halbwaisenrente, ist i. d. R. auch die Rentenversicherung Träger der Rehabilitation.

Sollte die Rentenversicherung nicht zuständig sein, ist das auch nicht schlimm. Sie ist dazu verpflichtet, den Reha-Antrag an den nächsten potenziellen Reha-Träger – etwa die Krankenkasse – weiterzuleiten, sollte die Reha nicht in ihren Zuständigkeitsbereich fallen. Dadurch verzögert sich der Antritt der Reha womöglich etwas.

Das Formular für einen Reha-Antrag lässt sich z. B. auf der Website der Deutschen Rentenversicherung herunterladen (Formular G0200 – Antrag auf Leistungen zur Rehabilitation für nicht versicherte Kinder und Jugendliche) oder bei der Rentenversicherung anfordern. Auch die ehrenamtlichen Rentenberater, die es in vielen Orten gibt, helfen gern weiter. Neben diesem Antrag muss der Arzt ein Formular mit der Nummer G0612 ausfüllen, den ärztlichen Befundbericht, mit dem der Arzt die Notwendigkeit einer Reha bescheinigt. Auch die Honorarabrechnung zum Befundbericht (Formular G0600) muss dem Antrag beigefügt werden. Es ist kein Problem, bestimmte Formulare, etwa auch weitere medizinische Befunde nachzureichen, sollten nicht sofort alle Formulare beisammen sein. All diese Formulare müssen an die Rentenversicherung geschickt werden, wobei bereits Wünsche zum Reha-Ort oder zur Klinik geäußert werden können. Denn die Antragsteller haben ein Wunsch- und Wahlrecht, dem der Träger der Reha entsprechen muss, wenn medizinische Gründe für eine Unterbringung in einer bestimmten Klinik oder an einem bestimmten Ort sprechen und der Wunsch nicht den wirtschaftlichen Grundsätzen des Reha-Trägers zuwiderläuft.

Falls nötig: Widerspruch einlegen

Viele Anträge auf Rehabilitation lehnen die Rehabilitationsträger im ersten Anlauf ab. Das sollte Eltern nicht entmutigen. Sie haben die Möglichkeit, gegen den Bescheid Widerspruch einzulegen – und zwar innerhalb von vier Wochen. Der Widerspruch sollte eine erneute detaillierte ärztliche Begründung beinhalten, warum eine Reha für das Kind notwendig ist. Dafür heißt es, noch einmal den Arzt aufzusuchen. Auch persönliche Gründe (z. B. der Erfolg einer medizinischen Behandlung ist in der gewohnten Umgebung nicht gegeben) können Eltern anführen. Oft führt ein solcher Widerspruch schließlich doch zum Erfolg und das Kind/der Jugendliche kann seine Reha antreten.

Quelle: allergikus

19.12.16

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