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Rehabilitation bei MS – wichtig und sinnvoll

Die medizinische Rehabilitation spielt bei MS eine wesentliche Rolle. Mit ihrer Hilfe gelingt es vielfach, von MS Betroffene trotz MS-bedingter Einschränkungen wieder ins Berufsleben zu integrieren und ihnen auch im privaten Bereich weiterhin ein eigenständiges Leben zu ermöglichen. Da MS abhängig von ihrem Verlauf neue körperliche und/oder kognitive Einschränkungen und u. U. auch psychische Probleme nach sich ziehen kann, ist häufig dann, wenn neue gesundheitliche Probleme auftreten, die Teilnahme an einer Reha-Maßnahme sinnvoll.

Patienten sollten sich daher nicht scheuen, etwa nach einem MS-Schub, die behandelnden Ärzte auf eine Reha-Maßnahme anzusprechen. Oft gewähren die gesetzlichen Krankenkassen eine Reha bereits als Anschlussrehabilitation (AHB) an einen Krankenhausaufenthalt, um die bleibenden Folgen eines Schubs so gering wie möglich zu halten.

Klinik mit MS-Schwerpunkt wählen

Für eine stationäre Reha-Maßnahme bei MS sind neurologische Kliniken mit MS-Schwerpunkt am besten geeignet. Dort kennen sich nicht nur die Mediziner und Therapeuten mit der Krankheit aus, sondern verfügen z. B. auch über Geräte zur weiterführenden Diagnostik und Therapie, die bei MS-bedingten gesundheitlichen Problemen weiterhelfen. Von MS Betroffene sollten daher bereits im Reha-Antrag eine Klinik angeben, in der sie behandelt werden wollen, denn sie haben ein Wunsch- und Wahlrecht bei der Kliniksuche. Außerdem sollten sie den behandelnden Arzt bitten, die Einweisung in ihre Wunschklinik zu unterstützen.

Falls möglich, sollten sich Menschen mit MS die Angebote verschiedener Einrichtungen vor der Entscheidung für eine Reha-Klinik anschauen, um diejenige auszuwählen, die gezielt Therapien für die im Vordergrund stehenden gesundheitlichen Einschränkungen anbietet. Wer etwa ein Laufbandtraining benötigt, sollte darauf achten, dass die Klinik über ein Laufband verfügt, auch ein Neurosportangebot kann bei vielen Einschränkungen sinnvoll sein. Für Patienten mit Blasenstörungen ist es u. U. wichtig, dass Geräte zur Blasenfunktionsmessung und für eine urodynamische Untersuchung vorhanden sind und es Beckenbodentraining und/oder Schulungen zum intermittierenden Selbstkatheterismus gibt. Für die Behandlung von Spastik sind u. U. Injektionen mit Botulinumtoxin oder die Möglichkeit einer intrathekalen (in die Rückenmarksflüssigkeit gepumpten) Gabe von Baclofen sinnvoll. Bei kognitiven Problemen sollte die Klinik auch eine neuropsychologische Behandlung anbieten, bei Fatigue sollte es Maßnahmen zum Fatigue-Management geben. Isoliert sollten Patienten die Angebote jedoch nicht betrachten, denn eine sog. multimodale Behandlung, also eine vielfältige Fachrichtungen umfassende Rehabilitation, ist bei MS sinnvoll.

Schulungsangebote als wichtiger Bestandteil der Reha

In der Rehabilitation von MS spielt auch die Patientenschulung eine wichtige Rolle. Denn informierte Patienten können sich nicht nur besser selbst helfen, sie sind auch eher bereit, einer vom Arzt verordneten Therapie über einen langen Zeitraum treu zu bleiben. In der Reha sollten MS-Patienten deshalb an den für sie derzeit wichtigen Schulungen teilnehmen. Schulungsangebote gibt es i. d. R. zur Therapie der MS, zu Stressmanagement und Entspannung, zur Ernährung (etwa bei Übergewicht), aber auch zu alternativen und ergänzenden Behandlungsmethoden sowie zu rechtlichen Fragen. Spezielle Schulungen, z. B. zu Blasenstörungen, Stuhlinkontinenz oder Fatigue, ergänzen oft die allgemeineren Schulungsangebote.

Quelle: Befund MS 3/2016

01.03.17

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