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Rehabilitation kann Neurodermitis bei Kindern deutlich bessern

Eltern und Kinder lernen gemeinsam

Rote und trockene Haut, die schuppt und vor allem juckt, kann ein Anzeichen für Neurodermitis sein. Besonders Kinder leiden unter dieser Hauterkrankung. Um die Symptome zu bessern und damit den Leidensdruck für die Kleinen, aber auch ihre Eltern, zu senken, kann eine Rehabilitation helfen.

Bilden sich die für eine Neurodermitis typischen Ekzeme, geht damit auch der für die Erkrankung typische Juckreiz einher. Dieser ist nicht nur für die Kinder selbst, sondern auch für die Eltern häufig eine Qual. Kinder und Jugendlichen können häufig nicht richtig schlafen und sind dann z. B. in der Schule unkonzentriert. „Das ganze System Familie leidet gewaltig unter der Krankheit, oft dreht sich alles nur noch um den Juckreiz und das kranke Kind. Die anderen Kinder treten da häufig in den Hintergrund“, damit benennt Dr. Wolfgang Franck, Wangen, gleich mehrere Aspekte der Neurodermitis.

Tägliches Eincremen ist wichtig

Um den Juckreiz zu lindern, ist eine gute Basispflege unumgänglich. „Gerade bei der Basispflege gibt es oft Wissenslücken“, betont Dr. Franck. Doch nur, wenn die Behandlung der Neurodermitis hier ansetzt, kann sich das Hautbild dauerhaft bessern. Deshalb ist es wichtig, die Haut i. d. R. mindestens zweimal täglich einzucremen. Um die Bedeutung der Hautpflege zu betonen, wird diese auch als Basistherapie bezeichnet.

In der Rehabilitation wird Kindern oder Jugendlichen und ihren Eltern vermittelt, wie wichtig die Pflege der Haut ist und welche Linderung sie dadurch erfahren können. Anders als bei den kurzen Besuchen beim niedergelassenen Arzt oder Dermatologen haben Experten während einer Reha die Möglichkeit, sich mehrere Wochen ausführlich mit den Betroffenen und ihrer Krankheitsgeschichte zu beschäftigen und so die unterschiedlichen Aspekte und Auslöser der Neurodermitis genauer zu erfassen.

Um dauerhaft eine gute Hautpflege, die für die Juckreizlinderung unumgänglich ist, zu ermöglichen, wird in der Reha versucht, vor allem das Selbstmanagement von betroffenen Kindern und ihren Eltern zu optimieren. Gerade bei kleineren Kindern ist es möglich, die Eltern in das Erlernen der Hautpflege mit einzubeziehen, da sie ihre Kinder (abhängig vom Alter) bei der Reha begleiten dürfen.

Basistherapie unumgänglich

„Die Eltern und Kinder lernen die sog. Stufentherapie. Ihnen wird erklärt, für welches Hautbild, welche Behandlung und Pflege notwendig ist“, erklärt Dr. Franck den Ansatz. Aus Erfahrung weiß er, dass die Basistherapie häufig vernachlässigt wird oder die falschen Produkte verwendet werden, weil den Betroffenen wichtiges Wissen bisher fehlte. „Wir versuchen aber zu vermitteln: Ein besseres Hautbild juckt auch weniger.“

Während einer Rehabilitation besteht auch die Möglichkeit, dass Betroffene unterschiedliche Cremes und Salben an verschiedenen Hautstellen ausprobieren. Bis die Besserung eintritt, ist allerdings meist ein wenig Geduld gefragt. Um mit Juckreiz besser umgehen zu können, lernen Kinder und Jugendlichen in einer Reha auch sog. Kratz-nicht-Tricks. Dazu gehört u. a. das Auflegen kalter Umschläge, eines kalten Löffels oder einer kühlenden Creme.

Im Rahmen einer Rehabilitation steht den Betroffenen ein interdisziplinäres Team zur Verfügung, damit die Behandlung möglichst umfassend erfolgen kann. Zudem lernen Eltern und Kinder oder Jugendliche in Neurodermitisschulungen alles über ihre Krankheit, wie sie Schüben vorbeugen und sie behandeln können. Auch mögliche Zusammenhänge mit der Ernährung können überprüft werden. So ist z. B. eine Eliminationsdiät im Rahmen einer Reha möglich. So können Nahrungsmittel herausgefiltert werden, die eine Allergie hervorgerufen und so u. U. die Erkrankung verschlimmern.

Neben all diesen medizinischen Aspekten des atopischen Ekzems leiden Kinder und Jugendlichen – ebenso wie betroffene Erwachsene – unter der Stigmatisierung durch ihr Umfeld. Da sich die Hautveränderungen nicht immer verbergen lassen, erfahren die Betroffenen u. U. Ablehnung, werden z. B. in der Schule oder im Freundeskreis ausgegrenzt. Bessert sich das Hautbild, verbessert sich häufig auch die soziale Teilhabe. Das Selbstbild fällt positiver aus und das Selbstbewusstsein der Kinder und Jugendlichen steigt wieder. Dies trägt letztendlich entscheidend zu einer höheren Lebensqualität bei.

Quelle: Patient und Haut 2/2017

06.02.18

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