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Rehabilitation bei Neurodermitis und Psoriasis

Kann eine Hautkrankheit wie Neurodermitis oder Psoriasis am Wohnort nicht ausreichend behandelt werden oder ist eine umfassende ärztliche Betreuung notwendig, damit sich die Beschwerden bessern, ist es oft sinnvoll, einen Antrag auf eine stationäre medizinische Rehabilitationsmaßnahme zu stellen. Das Gleiche gilt, wenn absehbar ist, dass die Krankheit sich trotz Behandlung verschlimmert. In einer Rehaklinik können sich die Betroffenen ausschließlich auf ihre Genesung bzw. die Besserung der Beschwerden konzentrieren. Zudem erlernen sie Strategien, mit ihrer Krankheit besser umzugehen, bzw. lernen, wie sie Einflüsse (z. B. Stress) reduzieren können, die die Erkrankung verschlimmern.

Eine Reha zu beantragen, ist ganz leicht: Einfach den die Neurodermitis oder Psoriasis behandelnden Arzt bitten, einen Antrag auf eine Reha auszufüllen, mit dem er begründet, warum eine medizinische Reha-Maßnahme notwendig ist. Dann die persönlichen Daten in den Antrag eintragen und ihn losschicken – an den zuständigen Träger der Rehabilitation (z. B. bei Arbeitnehmern häufig die gesetzliche Rentenversicherung, bei Kindern die gesetzliche Krankenkasse). Falls der Antrag an einen Rehabilitationsträger geht, der nicht zuständig ist, ist dies i. d. R. kein Problem: Der Antrag wird von dort an den voraussichtlich zuständigen Träger weitergeleitet.

Wunsch- und Wahlrecht

Bei der Wahl der Klinik, die die Reha-Maßnahme durchführen soll, haben die Patienten ein Mitspracherecht, Wunsch- und Wahlrecht genannt. Dieses ist gesetzlich im Sozialgesetzbuch IX, § 9, Abs. 1 festgelegt. Für von Neurodermitis oder Psoriasis Betroffene bedeutet das z. B., dass sie bereits im Reha-Antrag eine Klinik nennen sollten, die auf ihre Krankheit spezialisiert ist und die sich an einem Ort befindet, an dem das Klima den Heilungsprozess unterstützt. Das sind bei den beiden Hautkrankheiten in erster Linie Reha-Kliniken an Nord- und Ostsee, da das Seeklima sich häufig positiv auf die Haut von Neurodermitis- bzw. Psoriasis-Patienten auswirkt. Genau diese Argumente für die Klinik der Wahl sollten die Betroffenen im Antrag auf die Reha bereits nennen. Günstig ist es, wenn sich auch der Arzt im Antrag für die Wunschklinik ausspricht.

Trotz aller guten Argumente passiert es immer wieder, dass der Rehabilitationsträger den Reha-Antrag ablehnt. Davon sollten sich Antragsteller nicht entmutigen lassen. Stattdessen sollten sie Widerspruch einlegen, in dem sie nochmals genau begründen, warum die Reha für sie unerlässlich ist, etwa, weil sie zu Hause nicht die Ruhe finden, die für den Erfolg der Therapie notwendig ist, oder weil die Behandlungsmöglichkeiten am Wohnort ausgeschöpft sind und eine ganzheitliche Behandlung notwendig wäre. Auch der Arzt kann erneut begründen, warum die Reha für den jeweiligen Patienten zu diesem Zeitpunkt notwendig ist.

Eltern mit Kindern

Eltern, die eine Reha benötigen und deren Kinder noch keine zwölf Jahre alt sind, können zudem beantragen, dass ihre Kinder sie begleiten. Beantragen Eltern für ihr Kind eine Reha, erstatten die meisten Reha-Träger bei Kindern bis zu acht Jahren i. d. R. die Kosten für eine Begleitperson, weil es Kindern unter acht Jahren meistens noch nicht zuzumuten ist, eine Reha allein anzutreten. Bei Kindern, die einen höheren Betreuungsbedarf haben, kann diese Altersgrenze auch heraufgesetzt werden.

Was passiert in der Reha?

In der Reha erhalten Menschen mit Neurodermitis und Psoriasis nicht nur eine der jeweiligen Hautkrankheit und ihre Ausprägung angepasste Therapie, sondern auch Patientenschulungen sowie – bei Bedarf – psychosomatische Unterstützung allein oder in der Gruppe. Zudem erlernen Patienten, bei denen die Krankheit vor allem in Stressphasen ausbricht, Strategien, mit den Belastungen besser fertig zu werden, z. B. durch Sport oder Entspannungsmethoden wie Yoga, autogenes Training oder Muskelrelaxation. Erlaubt es der Ort der Reha-Klinik, ergänzt u. U. eine Klimatherapie die Behandlung.

Quelle: allergikus 4/2015

09.02.16

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