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Rehabilitationsmaßnahmen

Der Begriff „Rehabilitation“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „Wiederherstellung“. Man unterscheidet die medizinische, berufliche und soziale Rehabilitation. Eine medizinische Rehabilitationsmaßnahme kann z. B. nach einem Krankenhausaufenthalt als Anschlussrehabilitation oder ohne vorherigen Krankenhausaufenthalt als stationäre Leistungen zur Rehabilitation beantragt werden.

Sowohl bei der Anschlussrehabilitation als auch bei stationäre Leistungen zur Rehabilitation erfolgt zu Beginn eine Untersuchung durch einen Arzt. Anschließend erstellt der Arzt im Gespräch mit dem Patienten einen individuellen Reha-Therapieplan, der Bausteine aus folgenden Bereichen beinhalten kann:

Trainings- und Sporttherapie (Lungensport)

Belastungsatemnot wird zum einem durch die dauerhafte Verengung (chronische Obstruktion) der Bronchien, zum anderen aber auch aufgrund von Veränderungen der Muskulatur verursacht. Spezielles Training kann die Leistungsfähigkeit der Muskulatur erhöhen, sodass der Körper für höhere Belastungen weniger Atemaufwand benötigt. Wichtig ist, dass die Sporttherapie die medikamentöse Therapie ergänzen, jedoch nicht ersetzen kann.

I. d. R. besteht die Sporttherapie während einer Rehabilitation aus Ausdauer- und Kraftrainings-Komponenten. In den letzten Jahren wurden in diesem Bereich viele neue Methoden entwickelt:

  • Intervall-Ausdauertraining: Kurze intensive Trainingsphasen wechseln sich mit längeren, weniger intensiven Phasen ab. Daher ist dieses Sportprogramm auch für schwerkranke Patienten geeignet.
  • Ganzkörpervibrationsmuskeltraining: Die Betroffenen stehen auf einer vibrierenden Metallplatte. Dadurch wird vor allem die Beinmuskulatur reflektorisch angespannt.
  • Neuromuskuläre Elektrostimulation: Auf den Muskeln (i. d. R. auf die Oberschenkel) der Betroffenen werden Elektroden aufgeklebt. Hierdurch werden die Muskeln direkt elektrisch stimuliert, wodurch dieser trainiert wird. Angewendet wird die neuromuskuläre Elektrostimulation bei Patienten mit starker Belastungsatemnot, die ein normales Training nicht oder nur schlecht durchführen können.
  • Inspirationsmuskeltraining: Betroffene atmen gegen einen Widerstand ein, wodurch das das Zwerchfell trainiert wird und so die Belastungsatemnot reduziert werden kann. Der Widerstand wird dabei individuell an den Betroffenen angepasst.

Patientenschulung

Ziel der Patientenschulung ist es, die Betroffenen zu Experten im Umgang mit ihrer chronischen Erkrankung zu machen, wodurch sich der Krankheitsverlauf und die Lebensqualität verbessern können. In der Patientenschulung werden Themen wie die Krankheitslehre, die medikamentöse und nichtmedikamentöse Therapie (z. B. körperliches Training sowie Atem- und Hustentechniken), die verschiedenen Hilfsmittel (z. B. das Symptomtagebuch, das Peak-Flow-Meter) sowie besondere Behandlungsformen (z. B. Sauerstoff-Langzeittherapie, Operationen, Heimbeatmung) behandelt. Betroffene üben zudem die korrekte Inhalationstechnik ein und erfahren, wie man Bronchialinfekten vorbeugt, erkennt und behandelt, wie man sich bei einem Atemnotanfall verhält. In einigen Rehakliniken werden zusätzlich spezielle Schulungen für Patienten mit einer Sauerstoff-Langzeittherapie, einer nächtlichen außerklinischen Beatmungstherapie oder einer Schlafapnoe angeboten.

(Atem-)Physiotherapie, Krankengymnastik

Der Betroffene soll vor allem atemerleichternden Techniken in Ruhe und bei körperlicher Belastung erlernen. Beispiele hierfür sind die Lippenbremse, atemerleichternde Körperhaltungen wie Päckchensitz, Torwartstellung oder Kutschersitz sowie verschiedene Hustentechniken. Bei schwerkranken Patienten ist ein gezieltes „Geh- und Treppensteigtraining“ sehr wichtig. Hier üben die Patienten, die erlernten Techniken in Belastungssituationen des Alltags anzuwenden. Menschen mit Atemwegserkrankungen profitieren zudem von einer krankengymnastischen Husten- und Atemschulung. Denn Schwierigkeiten beim Abhusten führen bei vielen Betroffenen zu einer Verschlechterung der Lebensqualität. Im Einzelfall kann es auch wichtig sein, die Patienten mit Hilfsmitteln zu versorgen und den Umgang mit diesen zu üben (z. B. Rollatortraining).

Ernährungsberatung

Viele Patienten mit fortgeschrittenen Atemwegserkrankungen leiden unter einer stark verminderten Körpermuskelmasse. Die Folge ist eine eingeschränkte Belastbarkeit. Aber auch bei normal- und übergewichtigen Atemwegserkrankten kann die Körpermuskelmasse verringert sein. Daher gehört deren Messung zur Routinediagnostik der Rehabilitation. Ergeben sich Auffälligkeiten, erhalten die Betroffenen eine spezialisierte Ernährungsberatung und ggf. eine hochkalorische Ernährung. Die Mahlzeiten sollten öfters und in kleinen Portionen eingenommen und mit körperlichem Training sinnvoll ergänzt werden.

Tabakentwöhnung und psychologische Hilfen

Um Betroffenen den Rauchverzicht zu erleichtern, stehen während einer Rehabilitationsmaßnahme verschiedene Hilfen wie z. B. eine Nikotinersatztherapie oder verhaltenstherapeutischer Programme zur Verfügung. Zudem besteht in vielen Kliniken ein Rauchverbot. Auch psychische Probleme wie Depression, Angst und Panik können in den Rehabilitationseinrichtungen behandelt werden. Hierfür stehen verschiedene psychologische, psychotherapeutische sowie medikamentöse Hilfen zur Verfügung.

Quelle: COPD und Asthma 1/2016

31.05.16

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