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Reisen mit COPD oder Asthma bronchiale: Vorbereitung und Planung

Raus aus dem Alltag, Interessantes erleben, entspannen: Ferien tun den meisten Menschen gut. Auch Patienten mit Lungenerkrankungen müssen darauf nicht verzichten. Sie sollten allerdings eine Reise besonders sorgfältig planen und vorbereiten, rät die Patientenliga Atemwegserkrankungen e. V.

Hier einige Tipps, was vor einer Reise in Bezug auf die Erkrankung zu berücksichtigen ist, denn der Urlaub sollte auf jeden Fall genussvoll sein und nicht zur Strapaze werden. Der wichtigste Punkt für die Reiseplanung sollte das aktuelle Befinden des Betroffenen sein. Hier spielt die Belastbarkeit und die Stabilität der Erkrankung eine Rolle.

Im Vorfeld sollte auch bereits überlegt werden, wer den Betroffenen auf der Reise begleiten kann. Bei Asthma bronchiale sollte beachtet werden, welche Faktoren die Atemwegserkrankung verschlechtern könnten. Dazu ist von besonderer Bedeutung, ob die Erkrankung von Allergenen geprägt ist oder nicht. Zu Allergieauslösern können bestimmte Wetterfaktoren, Tierhaare, Pflanzen, Schadstoffe, Feinstaub usw. gehören.

Der Betroffenen sollte vor Reiseantritt in Erfahrung bringen, soweit dies absehbar ist, ob für die Erkrankung relevante Allergene am Urlaubsort vorhanden sind. Er sollte versuchen Urlaubsorte mit vorhersehbaren Allergieauslösern zu vermeiden.

Es sollte bereits bei der Buchung zusätzlich auf krankheitsbedingte Erfordernisse geachtet werden. Dazu gehört beispielsweise spezielle allergenfreie Kost oder Bettzeug für Allergiker.

Bei der Reise mit einer COPD, evtl. mit einem Lungenemphysem, sollte vorab klargestellt sein, wie stabil die Erkrankung, die Lungenfunktion bzw. die Sauerstoffversorgung ist. Nach diesen Daten sollte die mögliche körperliche Belastung angepasst werden.

Eine gründliche medizinische Vorbereitung ist vor dem Reiseantritt ausdrücklich zu empfehlen.
Generell sollten Lungenpatienten immer mit dem behandelnden Arzt oder dem Hausarzt über die Reisefähigkeit sprechen.

Mindestens acht Wochen vor der Reise sollte eine Überprüfung des aktuellen Status der individuellen Atemwegserkrankung erfolgen.

In einem zusätzlichen Arztgespräch sollten folgende Punkte berücksichtigt werden:

  • Abstimmung mit dem behandelnden Arzt bzw. des Hausarztes in Notfällen (Erreichbarkeit, mögliche Anrufe auf dem Arzt-Handy),
  • Bedarf der Betreuung durch eine Begleitperson,
  • erforderliche vorbeugende Impfungen,
  • körperliche Belastung durch Faktoren wie Zeitverschiebung, Klima, Druckverhältnisse bei einer Flugreise,
  • mögliche variierende Medikamenteneinnahme und/-dosierung durch eine Zeitverschiebung,
  • mögliche Beschaffung von Medikamenten und Pflegemitteln im Urlaubsgebiet,
  • notwendiger Medikamentenvorrat,
  • mögliche medizinische Betreuung am Urlaubsort (z. B. Adressen und Telefonnummern vom Lungenfacharzt oder Krankenhaus in der Gegend),
  • Ansprechpartner und Verhaltensweisen im Notfall,
  • bei Bedarf: Rezeptausstellung/aktuelles Attest in Englisch oder in der Landessprache.

Ein sog. Europäischer-Notfall-Ausweis (ENA) bringt zusätzliche Sicherheit am Urlaubsort. Der Ausweis beinhaltet Eintragungen über chronische Erkrankungen, lebensnotwendige Medikamente, Überempfindlichkeiten gegenüber Medikamenten, schwere, zurückliegende Operationen, durchgeführte Impfungen bis zur Blutgruppe des Patienten. Bei Unfällen oder medizinischen Notfällen am Urlaubsort kann der Ausweis, der in neun Sprachen verfasst ist, lebensrettend sein. Der Patient sollte den Notfallausweis mit seinem behandelnden Arzt besprechen!

Um diese wichtigen Punkte bei Asthma bronchiale und COPD berücksichtigen zu können, wird prinzipiell von kurzfristig geplanten Flugreisen und spontanen Reiseangeboten abgeraten, da hier die Zeit für Reisevorbereitungen nicht gegeben ist und i. d. R. keine oder kaum Beratung angeboten wird.

Um eine kompetente Reiseberatung zum Reiseziel, zum Transportmittel, zum Transfer und zum Hotel zu erhalten, ist es wichtig, schon vor der Buchung die vorliegende chronische Atemwegserkrankung beim Reiseveranstalter anzugeben. Der Veranstalter sollte bereits beim ersten Gespräch über benötigte Hilfsmittel, wie z. B. Sauerstoffversorgung, Transporthilfen etc. informiert werden. Bereits bei der Buchung sollte an die Sitzplatzreservierung bei der Reise gedacht werden. Es ist sinnvoll sich alle Angebote und Buchungen vor der Reise schriftlich rückbestätigen zu lassen. Mündliche Zusagen sind bei einer Buchung nicht rechtsverbindlich.

Es gibt zahlreiche Angebote ausgewiesener Spezialveranstalter, die sich nicht nur mit krankheitsbedingten Handicaps und Anforderungen für Rollstuhlfahrer auskennen, sondern auch mit den Erfordernissen bei chronischen Erkrankungen.

Im Vorfeld ist es wichtig abzuschätzen, welche Situationen auf der Reise Stress auslösen könnten. Durch eine gute und rechtzeitige Reiseorganisation können diese minimiert werden.

Hilfreich kann ein Begleit- oder Rollstuhlangebot am Flughafen oder am Hotel sein. Dieser Service kann vorab bestellt werden, wenn bekannt ist, dass solche Situationen für den Betroffenen besonders belasten sind oder Stress auslösen.

Diese Leistungen können auch in Anspruch genommen werden, wenn normalerweise keine Begleitung oder kein Rollstuhl benötigt wird. Um chronisch Erkrankten bei der Reiseplanung und den notwendigen speziellen Anforderungen eine maximale Sicherheit zu bieten, beinhalten einige Angebote der Reiseveranstalter eine zusätzliche ärztliche Betreuung.

Ein spezielles Telefonverzeichnis mit wichtigen Telefonnummern von zu Hause und wichtigen Kontakten und Notrufnummern am Urlaubsort gehört ebenfalls zu den wichtigen und griffbereiten Utensilien im Reisegepäck.

Eine persönliche Kranken- und Reise- oder Reisegepäckversicherung in einem ausreichenden Deckungs- und Leistungsumfang sowie eine Reiserücktrittsversicherung könnte bei der Reisebuchung vorsorglich abgeschlossen werden.

Vor einer Reise ist eine Asthma- oder COPD-Schulung sehr empfehlenswert. Eine ergänzende Schulung kann weitere Sicherheit auf der Reise geben. In den Schulungen wird der Umgang mit einem Notfall und der Erkrankung erlernt. Bemerkt der Betroffene Anzeichen für eine Verschlechterung seiner Erkrankung (nachlassende körperliche Belastbarkeit, zunehmende Atemnot, vermehrtes Husten, Engegefühl in der Brust, Zunahme und Verfärbung des Auswurfs, etc.), sollte er Ruhe bewahren und genau nach dem vorab mit dem Arzt besprochenen Notfallplan verfahren. Falls die Beschwerden sich weiter verschlechtern, muss der Notarzt am Urlaubsort gerufen werden.

Checkliste für den Notfall:

  • Der Notfallplan wurde ausführlich mit dem behandelnden Arzt besprochen.
  • Der Notfallausweis mit allen notwendigen Informationen ist griffbereit.
  • Asthma- oder COPD-Notfallplan sind vertraut, alle notwendigen Maßnahmen können selbstständig ergriffen werden.
  • Die mögliche Begleitperson/Partner ist ebenfalls in den Notfallplan involviert und kann im Falle eines Falles unterstützen.
  • Das Notfall-Etui mit den erforderlichen Medikamenten ist griffbereit.

Quelle: COPD und Asthma 02/2013

16.12.13

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