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Reisen mit Krebs

Mit einer Krebserkrankung verreisen – ist das möglich? Sicher kommt es immer auf den Einzelfall an, auf die Therapie und den Zustand des Patienten. Generell ist es aber möglich mit einer Krebserkrankung in den Urlaub zu fahren. Einige Vorbereitungen und Überlegungen vorab sind jedoch notwendig.

Wie die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) betont, kann selbst nach einer kürzlich erhaltenen Krebsdiagnose ein geplanter Urlaub stattfinden – ggf. kann er auch vor Therapiebeginn angetreten werden, wenn nicht ein sofortiger Beginn der Behandlung notwendig ist. Dies muss natürlich in Absprache mit dem behandelnden Arzt entschieden werden. Generell sollte man, bevor man unter Krebstherapie verreist, den Zustand des Immunsystems und die Keimabwehr berücksichtigen und dies ebenfalls mit dem Arzt absprechen, damit keine unnötigen Risiken eingegangen werden. Daher spielen auch das Reiseziel, die hygienischen Bedingungen vor Ort und eventuell notwendige Impfungen eine Rolle und sollten vorab bedacht werden, so der Krebsinformationsdienst.

Medikamente auf Reisen: Das gehört ins Gepäck

Wer hingegen Medikamente mit in den Urlaub nehmen muss, sollte zum einen für einen ausreichend großen Vorrat sorgen, der auch für die ersten Tagen nach der Heimkehr reicht, rät der Krebsinformationsdienst. Ob bei der Einnahme der Medikamente die Blutwerte oder das Auftreten von Nebenwirkungen kontrolliert werden müssen, wie das bei einigen Krebsmedikamenten notwendig ist, sollte man vorab mit seinem Arzt absprechen. Ggf. ist es möglich, dass ein Arzt am Urlaubsort diese Kontrollen vornehmen kann – die letzten Befunde bzw. die Diagnose beispielsweise als Arztbrief schriftlich dokumentiert mit sich zu führen, kann daher sehr hilfreich sein.

Auf jeden Fall sollte man daran denken, die Kontaktdaten des behandelnden Arztes mit zu nehmen, eine Liste der verwendeten Medikamente, ihre Dosierung und die Beipackzettel einzupacken ebenso wie eine Liste der Hilfsmittel wie Stomabeutel, Kontinenzhilfen oder Verbandsmaterial, so der Krebsinformationsdienst. Übrigens: Ins Handgepäck gehören nicht nur die benötigen Medikamente, sondern auch die Beipackzettel, denn diese enthalten Angaben über die enthaltenen Substanzen in international gültiger Form. Ebenso beachtet werden sollte der Sonnenschutz: Die Haut kann durch manche Krebsmedikamenten weitaus empfindlicher sein als normal: Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor sind bei Reisen in Gebieten mit hoher UV-Strahlung unabdingbar, allerdings sollte vorher getestet werden, ob sie vertragen werden. Weniger Risiko geht ein, wer die direkte Sonneneinstrahlung meidet und seine Haut durch Kleidung und Kopfbedeckungen schützt.

Wer medizinische Behandlungen am Urlaubsort, vor allem im Ausland, benötigt, sollte sich auch über Krankenversicherungen und Kosten Gedanken machen: Übernimmt die eigene Krankenkasse mögliche Ausgaben? Gibt es eine private Krankenzusatzversicherung, die aufkommen könnte? Unter Umständen können hier private Kosten für den Patienten anfallen.

Was ist bei der Anreise zu beachten?

Die Anreise zum Urlaubsort ist ein weiterer Aspekt – manchmal ist eine lange Anreise notwendig. Je nachdem, welche Medikamente der Krebspatient einnimmt bzw. wie sein körperliche Zustand ist, ist es ihm nicht möglich, selbst Auto zu fahren. Wer als Beifahrer oder im Bus eine lange Fahrt antritt, sollte auf genügend Pausen achten und sich immer mal wieder bewegen, um Thrombosen vorzubeugen. Ggf. ist es sinnvoll, gerinnungshemmende Medikamente einzunehmen oder Thrombosestrümpfe zu tragen – auch hier sollte man vorab mit dem Arzt sprechen. Bei einer Flugreise kann der herrschende Luftdruck in der Kabine problematisch sein. Nach einer erst kürzlich erfolgten Operation, ist es unter Umständen nicht möglich, zu fliegen, da das frische Narbengewebe durch die Bedingungen im Flugzeug belastet werden kann. Nach Angaben des Krebsinformationsdienst ist eine Flugreise bei gut verheilten Operationsnarben und gutem Allgemeinzustand meist kein Problem. Einige Wochen warten sollte man nach einer Operation im Bauch- oder Brustbereich und mindestens sechs Monate nach einer Operation am Schädel.

Quelle: Befund Krebs 3/2017

16.10.17

Krebs und Reisen
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