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Reisen mit Lungenerkrankungen

Auch mit Lungenerkrankungen ist es möglich zu verreisen. Allerdings müssen die Betroffenen bei ihrer Urlaubsreise einiges bedenken – insbesondere dann, wenn sie sauerstoffpflichtig sind.

Welche Gebiete sind bei Lungenerkrankungen besonders zu empfehlen?

Nicht jede Lungenerkrankung ist gleich, daher gibt es auch den idealen Urlaubsort nicht. Zudem unterscheiden sich auch die persönlichen Vorlieben. Manche bevorzugen das Gebirge, andere blühen bei Reizklima an der See mit ihren allergenarmen Wintern auf. Allerdings kann der kalte Wind auch eine Atemwegsverengung herbeiführen. Besonders tief gelegene Orte, wie z. B. am Toten Meer, können für COPD-Patienten sinnvoll sein, da dort der Sauerstoffpartialdruck besonders hoch ist. Wie sich das Klima auf die Gesundheit auswirkt, hängt letztendlich auch davon ab, ob sich die Betroffenen im Freien aufhalten und wie sie sich betätigen. Asthmatiker profitieren von hoch gelegenen Luftkurorten. Ab 1.500 Metern ist der Allergengehalt deutlich niedriger als in tiefer gelegenen mitteleuropäischen Gegenden. Zudem gibt es ab dieser Höhe auch keine Milben mehr, was für Menschen mit einer Allergie gegen Hausstaubmilben besonders geeignet ist.

Gibt es Orte, die Betroffene lieber meiden sollten?

Großstädte wie beispielsweise Los Angeles im Sommer sollte man aufgrund der hohen Luftverschmutzung lieber meiden. Der Sommersmog oder Los-Angeles-Typ wird durch das stechend riechende Gas Ozon verursacht. Dieses entsteht zusammen mit anderen Gasen, wenn Sonne auf verschiedene Luftschadstoffe trifft. Ozon verbleibt am Boden. Dieses und Stickoxide wirken sich negativ auf die Lungenfunktion aus. Ebenfalls problematisch ist eine Mischung aus Schwefeldioxid, Schwebstoffen und Nebel, die beim Wintersmog oder London-Typ zu finden ist.

Was sollten COPD-Betroffene bei der Auswahl ihres Reiseziels beachten?

Die COPD und damit verbunden auch die Leistungsfähigkeit jedes einzelnen Betroffenen sind verschieden. Eine Strecke kann zum Beispiel für den einen noch leicht zu bewältigen sein, während ein anderer den gleichen Weg nur mit Mühe schafft. COPD-Betroffene sollten daher bei der Wahl des Urlaubsortes vor allem ihr aktuelles Befinden sowie ihre Belastbarkeit realistisch einschätzen und Empfehlungen von gesunden Freunden oder manchmal sogar von medizinischen Fachleuten kritisch hinterfragen. Für Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung, die zudem an einem Lungenemphysem leiden oder sauerstoffpflichtig sind, ist nicht jeder Urlaubsort geeignet. COPD-Betroffene sollten eine Reise in heiße, trockene Gebiete vermeiden. Auch ein Urlaub in den Bergen ist für Patienten mit einer Sauerstofftherapie und Betroffene, bei denen Atemnot bereits in Ruhe auftritt, nicht zu empfehlen. Insbesondere bei Belastung kann der verringerte Sauerstoffpartialdruck das Risiko von Atemnot erhöhen. In diesem Fall ist ein Reizklima oder ein Kurort mit einer Saline besser geeignet, da dadurch die mukoziliäre Clearance, also die Reinigung der Atemwege, gefördert wird.

Welche Vorbereitungen sollten Menschen mit Lungenerkrankungen vor Reiseantritt treffen?

Abgesehen von einer Höhenuntauglichkeit bestehen bei Menschen mit einem gut eingestellten Asthma bronchiale, einer chronischen Bronchitis oder einem Emphysem keine Bedenken bezüglich ihrer Reisefähigkeit. Allerdings sollten die Betroffenen vor Reiseantritt möglichst das Rauchen einstellen. Sie sollten sich rechtzeitig vorher gegen Grippe und Pneumokokken impfen lassen und ihre Reise in einer stabilen Krankheitsphase antreten. Exazerbation unterwegs sollten – wenn möglich – vermieden werden. Des Weiteren sollten sich Lungenerkrankte eine Bescheinigung ihres Arztes über die Notwendigkeit der Medikation sowie Empfehlungen für die Behandlung einer akuten Verschlechterung besorgen. Geht die Urlaubsreise in wärmere Gebiete, sollten die Betroffenen darauf achten, die Temperatur der Klimaanlage nicht zu kühl einzustellen, da dies leicht zu Atemwegsinfektionen führen kann. Beim Bezug des Hotelzimmers sollte man auch das Wasser für etwa zehn Minuten laufen lassen und sich währenddessen nicht im Zimmer aufhalten, da sich in den Leitungen gelegentlich Legionellen halten können.

Wie kann man sich auf eine Notfallsituation vorbereiten?

Hierfür sollte man sich schon vor Reiseantritt darüber informieren, wo am Urlaubsort der nächste Arzt ist und wie dieser erreichbar ist, ob es ein Krankenhaus in der Nähe gibt, ob es eine pneumologische Ambulanz hat und wo man im Notfall qualifizierte Hilfe bekommen kann. Betroffene sollten bei Spaziergängen ihr Handy mitnehmen, damit sie auch von unterwegs Hilfe anfordern können. Ein europäischer Notfallausweis sorgt für zusätzliche Sicherheit. Der Ausweis beinhaltet Informationen über chronische Erkrankungen, lebensnotwendige Medikamente, Überempfindlichkeiten gegenüber Medikamente, durchgeführte Impfungen sowie die Blutgruppe. Der Ausweis ist in neun Sprachen verfasst und kann in medizinischen Notfällen lebensrettend sein.

Sowohl der Betroffene als auch die Begleitperson sollten unbedingt wissen, welche Wirkung die verschiedenen Medikamente haben und wie diese im Falle einer Verschlechterung dosiert werden. Wichtig ist auch, dass man imstande ist, einen akuten Atemnotfall zu erkennen, dass man weiß, was man dagegen tun und wo man ärztliche Hilfe anfordern kann. Tritt ein Notfall ein, sollte man auf keinen Fall zu lange warten, bis man den Notarzt ruft.

Quelle: COPD und Asthma 1/2017

19.06.17

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