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Reisen und Urlaub mit COPD und Asthma

Auch Patienten, die an einer chronischen Atemwegserkrankung leiden, wollen verreisen. Grundsätzlich steht dem auch nichts im Wege, allerdings sollten Betroffene vor dem Start in den Urlaub ein paar Vorbereitungen treffen und wichtige Informationen einholen. Worauf sie bei den Reisevorbereitungen achten sollten, erfahren COPD- und Asthmapatienten im Internetangebot der Deutsche Patientenliga Atemwegserkrankungen e. V.

Grundsätzlich können und sollen Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen auch verreisen. Die Erholung tut gut und es ist schön, mal „rauszukommen.“ Dennoch stellt sich die Frage, welches Reiseziel am Besten geeignet ist. Das hängt zunächst sehr stark von der Art und Weise ab, wie sich die Atemwegserkrankung des Einzelnen auswirkt und welche individuelle Leistungsfähigkeit vorhanden ist. Danach entscheidet sich, ob ein Patient beispielsweise in der Lage ist, im Mittelgebirge Wandern zu gehen. Für manche sind die klimatischen Bedingungen am Meer ideal, während andere den Wind und die auch im Sommer u. U. kühlen Temperaturen gar nicht gut vertragen. Hier gilt es, auf die persönliche Verfassung Rücksicht zu nehmen.

Ohne ausreichende Planung und eine gute Vorbereitung wird es jedoch nichts mit einem angenehmen Urlaub und der damit erhofften Erholung. Das ist besonders dann wichtig, wenn Patienten zum ersten Mal an einen noch unbekannten Ort verreisen wollen. Und auch Empfehlungen von Bekannten und Freunden, denn i. d. R. weiß der Betroffene selbst am besten, in welcher Form und bei welchen Gegebenheiten ihn seine Atemwegserkrankung einschränkt.

Bei der Vorbereitung einer Reise kann das Erstellen eines „Fragenkatalogs“ hilfreich sein. Sind alle Fragen zur Zufriedenheit beantwortet, steht einer schönen Reise nichts mehr im Wege. Dabei sollten wichtige Anschriften und Telefonnummern sorgfältig notiert werden und auch Unterlagen, die immer wieder gebraucht werden, wie Rezepte, Befunde oder Beipackzettel sollten kopiert und ebenfalls zu den Reisedokumenten gepackt werden.

Von COPD oder Asthma bronchiale betroffen?

Patienten mit einer COPD, die eventuell mit einer Überblähung der Lunge verbunden ist, sollten darauf achten, zu Reisebeginn in einem möglichst stabilen Gesundheitszustand zu sein. Dann stellt sich die Frage, wie weit der Patient noch belastbar ist. Danach sollte er den Urlaubsort, auch im Hinblick auf die Unterbringungsart, öffentliche Verkehrsanbindung, Nichtraucherzimmer und Nichtraucherräume usw. aussuchen. Infekte sollten weitestgehend vermieden werden. Daher ist es wichtig, auf witterungsgerechte Kleidung zu achten.

Für Asthmapatienten ist es wichtig zu wissen, ob ihre Erkrankung von einer Allergie stammt oder nicht. Wer allergisch reagiert, sollte sich informieren, ob die betreffenden Allergene auch am Urlaubsort vorzufinden sind und diese, wenn möglich, meiden. Das bedeutet z. B., sich beim Fremdenverkehrsamt einen örtlichen Pollenflugkalender zu besorgen. Oder man schließt eine potenzielle Milbenbelastung soweit als möglich aus, indem man beispielsweise im Hotel nach milbendichter Bettwäsche fragt, oder selbst welche mitbringt.

Wie gestaltet sich die Anreise?

Die Anreise sollte so bequem und stressfrei wie möglich sein, d. h. für Sitzplatzreservierungen und einen reibungslosen Gepäcktransport sollte gesorgt werden. Bei Fahrten mit dem eigenen Auto ist es ratsam, regelmäßig Pausen einzuplanen und sich an der frischen Luft zu bewegen.

Sind alle notwendigen Arzneimittel in ausreichender Menge griffbereit verstaut?

Natürlich müssen COPD- und Asthmapatienten alle notwendigen Medikamente (auch Notfallsets, die bei lebensbedrohlichen allergischen Reaktionen eingesetzt werden müssen), Peak-Flow-Meter oder Inhalationsgeräte griffbereit im Handgepäck mit sich führen. Auch sollte im Vorfeld geklärt werden, welche Voraussetzungen für die Mitnahme von mobilen Sauerstoffgeräten gegeben sein müssen. Begleiter sollten über den Gesundheitszustand des Patienten sowie die Wirkung der Arzneimittel informiert sein. Wer unter Nahrungsmittelallergien leidet und ins fremdsprachige Ausland reist, sollte die zu meidenden Allergene in der jeweiligen Landesprache auf einem Zettel festhalten, um diese beispielsweise im Restaurant der Bedienung zeigen zu können.

Ist eine ausreichende ärztliche Versorgung am Urlaubsort gewährleistet?

Patienten mit Atemwegserkrankungen sollten vor Reiseantritt informiert sein, wo der nächste Arzt, am besten ein Lungenfacharzt, anzutreffen und wie er zeitlich erreichbar ist. Für den Notfall kann es auch nicht schaden, zu wissen, wo das nächstgelegene Krankenhaus zu finden ist. Außerdem sollte man die Telefonnummer des Hausarztes griffbereit haben.

Sauerstofflieferung vor Ort

Oft benötigen COPD-Patienten eine zusätzliche Sauerstoffversorgung. Dieser Umstand machte das Reisen früher oft unmöglich. Heute gibt es jedoch zahlreiche Firmen, die sich um eine Sauerstoffversorgung vor Ort für mobile Sauerstoffgeräte etc. kümmern und inzwischen weltweit Sauerstofflieferungen für Sauerstoffnutzer organisieren. Und auch wer fliegen möchte, kann das mit ausreichender Planung tun. Denn viele Fluggesellschaften bieten eine zusätzliche Sauerstoffversorgung an.

Quelle: COPD und Asthma 2/2014

07.01.15

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