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Rekonstruktive Brustchirurgie

Über alle Kulturen und Zeiten hinweg hatte die weibliche Brust nicht nur einen funktionalen sondern auch einen wesentlichen ästhetischen Stellenwert. Veränderungen der Brust durch anlagebedingte Fehlformen, Bindegewebsschwäche oder operative Maßnahmen, erfordern immer öfter eine medizinische Korrektur. Der Anteil der an Brustkrebs operierten Frauen ist hierbei groß.

Sowohl die primäre Behandlung im Rahmen einer brusterhaltenden Operationen, als auch der Wiederaufbau der Brust nach einer Brustentfernung stellen hohe Ansprüche an die rekonstruktive Brustchirurgie. Anders als im internationalen Umfeld ist die Brustchirurgie und die Rekonstruktion in Deutschland eine Domäne der Frauenärzte, gefolgt von den plastischen Chirurgen. Die spezielle Ausbildung zum Brustoperateur ist im Aufbau. Eine Liste der Ausbilder findet man bei der AWOgyn. Sie sind als Master of Senology ausgewiesen.

Wesentlich bei den Brustkrebsoperationen ist eine exzellente Indikationsstellung beim ersten Eingriff. Oft ist weniger Operation ein mehr für die Patientin, ohne Nachteile für die Gesundheit. Kleine Defekte der Brust lassen sich mit einfacheren plastischen Techniken optimal korrigieren. Kleine Verschiebelappen aus Drüsengewebe der Wundhöhlenumgebung können in den Entnahmedefekt eingebracht werden. Das Formbild ändert sich dadurch wenig. Die Operation muss dabei das Ziel verfolgen, die Brust möglichst homogen dicht zu gestalten, um für eine nachfolgende Bestrahlung optimale Voraussetzungen zu schaffen. Der Anspruch ein ästhetisch schönes Ergebnis zu erlangen folgt nicht dem Selbstzweck, vielmehr sichert er eine komplikationsarme Bestrahlung!

Größere Gewebeentnahmen werden z.B. durch brustverkleinernde Techniken (Reduktionen) operiert, die das Formbild der Brust nicht selten optimieren. Die Angleichung der Brustgröße der gesunden Seite und damit die Schaffung einer Symmetrie gehört mit zu den Anforderungen an den Operateur. Diese beidseitigen Operationen können entweder zeitlich getrennt oder zusammen erfolgen. Das Verhältnis aus Tumorgröße und Brustgröße ist ein wesentliches Entscheidungskriterium bei der Beratung zu derartigen Eingriffen. Bei einer kleinen Brust und einem im Verhältnis eher großen Tumor sind primäre Brustrekonstruktionen aus der betroffenen Brust heraus manchmal nicht möglich.
Ist eine Entnahme nicht durch ortständiges Gewebe auszugleichen, kann Eigengewebe vom Rücken oder vom Bauch zur Rekonstruktion genutzt werden.

Bei diesen Rücken- oder Bauch-Techniken (Latissimusmuskel oder TRAM = transverse rectus abdominis muscle) entnimmt man größere Hautareale, die durch einen darunter liegenden Muskel mit Blut versorgt werden und transplantiert das gewonnene Gewebe zum Ausgleich in die Brust. Immer häufiger kommen muskelschonende Techniken mit freien Gefäßanastomosen, z. B. der DIEP-Lappen (tiefer inferiore epigastrischer Perforator-Lappen), zur Anwendung. Diese Operationsverfahren werden in der Regel von plastischen Chirurgen angeboten.

Solche Operationen dienen, in verschiedenen Techniken anwendbar, auch zur Wiederherstellung der Brust nach einer kompletten Brustentfernung. Operationsverfahren die Eigengewebe verwenden eignen sich prinzipiell besser zur Rekonstruktion als solche, die Fremdmaterialien einbringen. Diese Operationen erfordern erweiterte Kenntnisse des Behandelnden, insbesondere im Umgang mit möglichen Komplikationen durch den Eingriff. Sie werden daher nicht überall angeboten. In ausgewiesenen Brustzentren, bei anerkannten Brustoperateuren oder bei spezialisierten plastischen Chirurgen sind die Patienten meist in guten Händen.

Die Rekonstruktion durch Prothesen hat ebenfalls eine weite Verbreitung gefunden und sichert gute Ergebnisse. Es ergeben sich möglicherweise Nachteile bei der Nachbeurteilung der Brust in der Tumornachsorge und bei der Bestrahlung, die vielfach bei Protheseneinlage nicht sinnvoll ist.

Eine individuelle Beratung durch einen erfahrenen Operateur, der breite Kenntnisse über alle Verfahren der Rekonstruktion vorweisen kann, sichert die vernünftige Auswahl des jeweils geeigneten Verfahrens.

Dr. Jörg Falbrede

08.06.17

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