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Deutsche Emphysemgruppe e. V.: Richtig inhalieren, was Sie beachten sollten

Die Zahl der Patienten mit COPD nimmt immer mehr zu. Die häufigsten Ursachen sind das Rauchen und Atemwegsinfekte, die zu 66 % von Bakterien und zu 33 % von Viren ausgelöst werden. Lungenemphysem, respiratorische Partial- und Globalinsuffizienz und Cor pulmonale sind die Folgen. Der gemeinsame Einsatz von Medikamenten und die konsequente Anwendung physikalischer Maßnahmen, sowie Schulungsprogramme, vorbeugende Maßnahmen und körperliches Training können den Krankheitsverlauf vorteilhaft verändern und die Lebensqualität verbessern.

Die körperliche Belastbarkeit verbessern, die Überblähung vermindern, das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen und Herzkomplikationen möglicherweise vermeiden, sind Ziele einer Therapie. Ein Hauptziel ist u. a. die Linderung von Husten und Auswurf. Auf dem zähen, in der Lunge liegenden Schleim, siedeln sich gerne Erreger an, deshalb ist das Lösen und Abhusten des „Sputums“ zur Gesunderhaltung der Lunge unbedingt notwendig. Voraussetzungen für eine erfolgreiche Therapie sind eine strikte Nikotinkarenz und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr.

Ein Großteil der Patienten mit chronischer Bronchitis entwickelt im Laufe der Jahre eine obstruktive Bronchitis (COPD). Diese erfordert eine Langzeittherapie mit Medikamenten, die inhalativ oder systemisch (über den Blutweg mittels Tabletten oder Spritzen) an den Ort der Erkrankung gebracht werden. Um den festsitzenden Schleim zu mobilisieren, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die Inhalation ist davon eine dieser Möglichkeiten und kann kombiniert werden mit verschiedenen physikalischen Hilfsmitteln. Diese erweitern durch kleine Druckschwingungen, die Bronchien und sollen so den Schleim ablösen und somit das Abhusten erleichtern.

Das Inhalieren von Dämpfen mit Heilkräutern ist eines der ältesten Mittel der Menschheit zur Schleimlösung, aber, da die Nebeltröpfchen aufgrund ihrer Größe nur im oberen Bereich der Atemwege hängenbleiben, heute nicht mehr das Mittel der 1.Wahl.

Die heutigen, verschiedenen Inhalationstechniken haben mehrere Vorteile

  • Wir unterscheiden dabei Dosieraerosole und elektrische Inhalationsapparate, wobei nicht unbedingt die Methode, sondern das enthaltende Medikament ausschlaggebend ist.
  • Die Tröpfchengröße: Anhand dieser ist bestimmbar, ob das Medikament in die Lungenbläschen, die Bronchien oder in die Luftröhre gelangen soll.
  • Die Medikamentendosis im gesamten Körper ist geringer, da das Medikament vor Ort wirkt.
  • Weniger Nebenwirkungen, was vor allem bei der Langzeitbehandlung mit Kortison wichtig ist.
  • Schneller Wirkungseintritt.

Nachteile

  • Das Inhalieren erfordert Sorgfalt und muss nach genauen Anweisungen erfolgen, um eine optimale Wirkung entfalten zu können.
  • Der verschreibende Arzt braucht genaue Kenntnisse und Zeit, diese an seine Patienten weiter zu geben. Ab und an sollte die richtige Handhabung kontrolliert werden.

Dosieraerosole oder „Sprays“: Hier wird unterschieden zwischen Treibgas-Sprays und Pulverinhalatoren.

Dosieraerosole

Ein Aerosol ist ein Medikamentennebel, der die Einatmung ermöglicht, der Wirkstoff ist zusammen mit dem Treibgasmittel in einem Druckbehälter. Man unterscheidet zwischen entzündungshemmenden Aerosolen wie Kortison in Spray oder Pulverform, die die Ursache der Krankheit, die Entzündung, behandeln.

Bronchialerweiternde Dosieraerosole stellen die Bronchien weiter und helfen bei Atemnot. Es gibt lang wirksame und kurz wirksame Sprays, wobei ein Erfolg nur bei richtiger Inhaliertechnik gegeben ist.

So inhaliert man richtig

Inhalation vorbereiten

  • Schutzkappe entfernen
  • Dosieraerosol zwischen Daumen und Mittel- oder Zeigefinger halten, („Daumen und Mundstück unten“) und kräftig schütteln (Das Schütteln entfällt, wenn das Spray als Treibgas HFA enthält und der Wirkstoff als Lösung vorliegt).

Ausatmen

  • Langsam und entspannt ausatmen
  • Kopf leicht zurückneigen

Inhalation auslösen und einatmen

  • Mundstück mit den Lippen gut umschließen
  • Langsam und möglichst tief einatmen
  • Gleichzeitig den Sprühstoß auslösen, indem der Metallbehälter nach unten gedrückt wird

Atem anhalten: Atem für etwa zehn Sekunden anhalten

Ausatmen

  • Langsam ausatmen
  • Schutzkappe wieder auf das Dosieraerosol aufstecken.

Pulverkortison wirkt entzündungshemmend und kann auch langfristig ohne bedrohliche oder gefährliche Nebenwirkungen angewendet werden. Eine häufige, lästige Nebenwirkung kann das Auftreten von Heiserkeit und Mundpilz (Soor) sein.

Um dies zu vermeiden, ist Folgendes zu beachten

  1. Mundausspülen und Zähneputzen nach Gebrauch.
  2. Nur die verordnete Menge inhalieren.
  3. Eventuell einen Spacer (Vorsatzgerät in verschiedenen Größen, das manchen Patienten das Inhalieren erleichtern kann), verwenden, wenn es sich um ein Gasspray handelt, bei Pulverinhalatoren ist das nicht nötig, auch nicht bei dem Autohaler-System.

Ihr behandelnder Arzt wird bei der entzündungshemmenden Behandlung mit Kortison entscheiden, ob Sie ein Einzelsubstanzpräparat (z. B. nur Kortison) oder ein Kombinationspräparat (zusätzlich lang wirkender Bronchialerweiterer) benötigen, dies hängt von der Art Ihrer Erkrankung ab.

Wichtiger Hinweis

Inhalierbares Kortison ist kein Notfallmedikament und bringt keine sofortige Besserung bei einem akuten Asthmaanfall oder Atemnotanfall. Bei den inhalierbaren Bronchialerweiterern unterscheidet man kurz (etwa vier Stunden) wirkende Notfall- oder Bedarfssprays (für unterwegs, Typ Adrenalin), bzw. lang wirkende (bis zu 12 Stunden) inhalierbare Bronchialerweiterer auf Atropinbasis.

Elektrische oder auch Feuchtinhalation

Die Inhalation mit einem Düsenvernebler, der mit einem elektrischen Kompressor betrieben wird, kann eine sinnvolle Therapiemaßnahme bei chronischer Bronchitis und Asthma bronchiale sein. Was soll inhaliert werden? Physiologische Kochsalzlösung, deren Konzentration der körpereigenen Kochsalzkonzentration entspricht (0,9 %), verflüssigt sehr gut das zähe Bronchialsekret und lindert außerdem den Hustenreiz. Auf keinen Fall destilliertes Wasser zum Inhalieren verwenden.

Medikamente

Der Arzt entscheidet unter Berücksichtigung der zugrunde liegenden Erkrankung über die Art und Menge des Präparates. U. U. ist etwas Ausprobieren notwendig, der Pneumologe wird Sie beraten. Auf keinen Fall sind ätherische Öle und ähnliche Substanzen geeignet. Die verordneten Dosierungen müssen streng eingehalten werden und regelmäßig vom Arzt überwacht werden. Die Inhalationslösungen sollten immer frisch zubereitet sein. Es sei denn, man verwendet Fertiginhalate.

Reinigung des Verneblers

Werden die Einzelteile nicht täglich gereinigt, können schwere Infektionen auftreten. Die Verneblerteile müssen nach jeder Anwendung unter fließendem, heißem Wasser gereinigt werden, anschließend offen auf einem sauberen Tuch auslegen, bis sie vollständig trocken sind, denn Feuchtigkeit ist der beste Nährboden für die Ausbreitung von Keimen. Nach neueren Informationen können die Teile auch im Geschirrspüler gereinigt werden. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass keine Reinigungsmittelrückstände an den Teilen verbleiben, sie könnten Allergene enthalten. Haben die Patienten ein intaktes Immunsystem, ist eine tägliche Desinfektion nicht nötig, anders sieht es aus bei Mukoviszidosepatienten oder HIV-Infizierten mit einer Lungenerkrankung. In diesen Fällen muss der Vernebler täglich sterilisiert und desinfiziert werden.

Vor Benutzung sowie Reinigung des Geräts sollten einige strenge Hygienemaßnahmen beachtet werden

  • Gründliches Waschen und Desinfizieren der Hände vor und nach der Inhalation.
  • Bitte lesen Sie die Bedienungsanleitung Ihres Gerätes genauestens durch, nur so können Sie eventuelle Probleme verhindern.

Quelle: COPD und Asthma 02/2013

20.11.13

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