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Die richtige Inhalation bei Asthma und COPD

Menschen mit Asthma und COPD sind oft auf Medikamente angewiesen, die sie inhalieren müssen. Auf diese Weise werden die Arzneimittel direkt an den Ort des Geschehens gebracht, wo sie ihre Wirkung entfalten müssen: in den Atemwegen. Der Vorteil liegt darin, dass das Medikament i. d. R. geringer dosiert werden kann, da es genau dort wirkt, wo es wirken soll. Es gibt sowohl Notfallmedikamente, die z. B. bei Atemnot inhaliert werden und die Bronchien weiten, als auch Arzneimittel, die zur Hemmung von Entzündungen als Dauertherapie oder bei Atemwegsinfekten inhaliert werden.

Es gibt verschiedene Inhalationssysteme. Falls der Betroffene mit einem System nicht zurechtkommt, sollte er seinen behandelnden Arzt fragen, ob es die Möglichkeit gibt, auf ein anderes System zu wechseln.

Der Inhalationsvorgang

Am wirkungsvollsten lässt sich ein Medikament mithilfe der Inhalation an den Wirkort transportieren, wenn der Inhalierende beim Inhalationsvorgang möglichst entspannt ist. Das lässt sich durchaus erlernen – auch bei Atemnot. Denn gerade dann ist es besonders wichtig, eine ausreichende Menge Wirkstoff in die Atemwege zu transportieren. Für die richtige Inhalation hat die Deutsche Atemwegsliga e. V. ein paar grundsätzliche Regeln aufgestellt:

  • Zunächst wird die Inhalation vorbereitet, d. h., das Inhalationsgerät (auch Device genannt) wird bei Bedarf mit dem Medikament bestückt.
  • Es wird dann ganz langsam ausgeatmet, und der Betroffene sollte sich dabei entspannen.
  • Das Inhalationsgerät wird (falls nötig) in den Mund genommen, ausgelöst und gleichzeitig eingeatmet. Wichtig ist, dass das Medikament möglichst genau zu dem Zeitpunkt in die Atemwege gelangt, wenn der Inhalierende beginnt, einzuatmen. Abhängig davon, wie schnell das Gerät den Wirkstoff abgibt, atmet man schnell oder aber langsamer ein. Wichtig ist jedoch, dass tief eingeatmet wird.
  • Die Luft wird nun für drei bis fünf Sekunden angehalten. Auf diese Weise kann sich der Wirkstoff in den Atemwegen verteilen.
  • Dann wird langsam und möglichst entspannt wieder ausgeatmet.
  • Bis zur nächsten Inhalation, sollte sie nötig sein, sollte etwas gewartet werden, ggf. eine Minute.

Wichtig ist die Körperhaltung bei der Inhalation: Der Oberkörper sollte aufgerichtet sein. Denn dann kann sich das Medikament besser verteilen. Das Inhalieren sollte – wenn möglich – im Sitzen oder Stehen erfolgen.

Unterschiedliche Inhalationsgeräte

Grundsätzlich unterschieden wird zwischen Inhalationssystemen, bei denen der Wirkstoff während des Einatmens eingesogen wird, und denjenigen, bei denen er durch einen Sprühstoß in die Atemwege gelangt. So gibt es die sog. Dosieraerosole, bei denen der Wirkstoff mit einer Flüssigkeit vermischt ist und beim Drücken auf das Gerät durch ein Treibgas ausgestoßen und in den Atemwegen verteilt wird. Bei diesen Dosieraerosolen müssen Einatmen und Sprühstoß gleichzeitig erfolgen, was für ältere Menschen und Kinder u. U. ein Problem darstellen kann. Deshalb ist es für sie sinnvoll, sog. Spacer zu verwenden. Das sind Mundstücke, die auf das Dosieraerosol aufgesetzt werden und in denen sich der Wirkstoff hält, bis er schließlich eingeatmet wird. Bei den sog. Pulverinhalatoren muss der Wirkstoff durch den Atemzug eingesaugt werden. Je tiefer eingeatmet wird, umso besser verteilt sich das Medikament in den Atemwegen. Kinder bis zu einem Alter von etwa fünf Jahren kommen damit i. d. R. noch nicht zurecht, denn sie schaffen es nicht, kräftig genug einzuatmen. Für sie eignen sich z. B. die Vernebler, bei denen die Patienten ein Wirkstoff-Aerosol (einen Nebel mit Wirkstofftröpfchen) einatmen. Die Handhabung ist vor allem für Kinder oft einfacher, da der Wirkstoff nicht in einem Stoß aus dem Gerät kommt, sondern langsamer austritt und die Patienten sich mit dem Einatmen mehr Zeit lassen können.

Quelle: Allergikus 4/2014

13.03.15

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