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Die richtige Hustentechnik

Um die Bronchien zu schonen, sollten Menschen mit chronischem Husten die richtige Hustentechnik erlernen.

In der nicht-medikamentösen Therapie von Atemwegserkrankungen sind spezielle Hustentechniken, die der Betroffene erlernen sollte, sehr wichtig. Denn obwohl Husten ein Reflex ist, kann man lernen, ihn zu kontrollieren. „Wenn man einfach drauflos hustet fallen die Bronchien komplett zusammen und ihre Schleimhaut prallt aufeinander“, so der Lungenspezialist Dr. Michael Barczok, Ulm, in der Apotheken Umschau. Dabei komme es immer wieder zu kleinen Verletzungen der Bronchialschleimhaut, die neuen Husten provozieren. Die Entzündung der Atemwegsschleimhaut kann so nicht abheilen. Eine gute Hustentechnik dagegen kann viel helfen – wenn nicht sogar einen Asthmaanfall ersparen.

Hustentechniken

Husten ist eigentlich ein Schutzmechanismus des Körpers und hilft, die Atemwege von Schleim mitsamt den inhalierte Schadstoffe zu befreien. Daher sollte produktiver Husten nicht unterdrückt werden, sondern Betroffene sollten folgende Hustentechnik anwenden:

  • Es sollte nicht zu früh gehustet werden. Das Husten sollte so lange hinausgezögert werden, bis die Betroffenen ein brodelndes Atemgeräusch hören. Dieses Geräusch ist ein Zeichen dafür, dass der Schleim sich schon weit oben befindet.
  • Lediglich zwei bis drei Hustenstöße sollten pro Einatmung erfolgen.
  • Während des Hustens sollte eine atemerleichternde Körperstellung wie der Kutschersitz oder die Torwartstellung eingenommen werden.
  • Um den Atemwegskollaps entgegenzuwirken, sollte der Betroffene gegen geschlossene Lippen oder in die Faust husten. So kann der Luftstoß leicht entweichen und reizt die Schleimhäute nicht. Allerdings sollten Rechtshänder hierfür die linke Hand hernehmen, da sie sonst Keime weitergeben.
  • In der Pause sollten Betroffene leicht und oberflächlich weiteratmen und den nächsten Hustenreiz unterdrücken.

Wichtig ist auch, dass Patienten mit chronischem Husten das Huffing erlernen. Dies ist eine Hustentechnik, bei der sich Ausatem-Manöver (engl.: huffs) mit entspannter, kontrollierter Bauchatmung abwechseln. Beim Huffing atmet der Patient durch die Nase ein. Nach einer Atempause erfolgen dann zwei bis drei schnelle „Huffs“: Hier hilft die Vorstellung, eine Scheibe anzuhauchen. Diese Hustentechnik kann helfen, den in der Luftröhre festsitzenden Schleim zu entfernen. Befindet sich der Schleim in den größeren Atemwegen, sollten die Huffs kurz sein. Sitzt das Sekret jedoch in den kleineren Atemwegen, sollten die Huffs länger erfolgen.

Unproduktiver Husten

Unproduktiven Husten sollte Betroffene jedoch versuchen zu unterdrücken – wenn nötig auch mit Medikamenten. Grund hierfür ist, dass Betroffene immer weiter husten müssen, obwohl nichts zum Abtransportieren da ist. Bei unproduktivem Husten sollten Betroffene folgendermaßen vorgehen:

  • Bei unproduktivem Husten sollten Betroffene ihren Speichel schlucken. Hier hilft das Lutschen von beispielsweise Hustenbonbons, da diese die Speichelproduktion fördern. Alternativ können Menschen mit unproduktivem Husten auch ein warmes Getränk in kleinen Schlucken trinken.
  • Anschließend sollte die Luft kurz angehalten werden.
  • Betroffene sollten durch die Nase einatmen und gegen die Lippenbremse ausatmen. Denn trockene, kalte Luft wird durch das Atmen durch die Nase angewärmt und angefeuchtet. Wird die Nasenatmung im Wechsel mit dem Speichel schlucken und Luftanhalten durchgeführt, findet keine Strömung statt und es erfolgt kein Reiz.
  • Zum Schluss leicht einatmen (angehobene Atemmittellage), da tiefe Atemzüge den Reizhusten fördern.

Die Reihenfolge Speichel schlucken, Luft anhalten, oberflächlich atmen sollten Betroffene so lange durchführen, bis sich der Hustenreiz gelegt hat.

Um einen unwillkürlichen Urinabgang beim Husten zu verhindern, hilft es, den Oberkörper und den Kopf zur Seite zu drehen. Wichtig ist auch, aufrecht zu sitzen oder zu stehen. Auch durch Anspannen der Beckenbodenmuskulatur oder durch das Übereinanderschlagen der Beine lässt sich das Abgehen von Urin reduzieren. Zudem sollten Betroffene ihren Beckenboden durch entsprechende Übungen kräftigen.

Quelle: COPD und Asthma 1/2016

08.06.16

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