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COPD und Lunge e. V.: Die richtige Hygiene und Umgang mit Keimen

Gerade für Menschen, die an einer chronischen Grunderkrankung leiden, ist es wichtig, verstärkt auf die Hygiene zu achten. Frau Brigitte Schweiggl, Simmerath, ist seit zwölf Jahren als Hygienefachkraft tätig. Im Interview mit Wolfgang Ramsteiner von dem Verein COPD und Lunge e. V. beantwortet sie Fragen zum richtigen Umgang mit Keimen.

Frau Schweiggl, muss man im Krankenhaus immer, wenn man etwas angefasst hat, die Hände desinfizieren?

Es kann Sie niemand zwingen, aber es ist sehr anzuraten, wenn Sie ins Krankenhaus kommen, die Hände zu desinfizieren, da auch Sie Keime ins Krankenhaus bringen. Wenn Sie das Krankenhaus verlassen, ist es zu Ihrem Schutz, da im Krankenhaus natürlich eine Ansammlung von verschiedenen Keimen ist, welche gerade über die Hände übertragen werden.

Was wird im Krankenhaus für die Hygiene getan in Bezug auf die resistenten Keime?

Resistente Keime entstehen durch vermehrte Antibiotikagabe, durch häufige Antibiotikagabe ohne mikrobiologischen Befund, durch frühzeitiges Abbrechen einer Antibiotikatherapie. Durch Fleisch nehmen wir Antibiotika auf, weil sie häufig in der Tierzucht verwendet werden. Dies bedeutet, dass Resistenzen nicht nur ein Problem im Krankenhaus sind. Da im Krankenhaus immer abwehrgeschwächte Patienten liegen und es unsere Aufgabe ist eine Weiterverbreitung nach bestem Wissen und Gewissen zu verhindern, machen wir bereits bei Aufnahme von Problempatienten (dafür gibt es genaue Vorgaben) Abstriche, um möglichst schnell zu erkennen, ob ein Patient Träger eines resistenten Keimes ist. Bei Besiedlung durch solche Keime wird eine Isolation mit einer Dekontamination, die dabei notwendig ist, durchgeführt. Auch bei notwendiger Gabe von Antibiose wird eine mikrobiologische Untersuchung durchgeführt, um zu sehen, ob die Behandlung mit Antibiotika für diesen Keim richtig ist.

Muss man, wenn man mit dem Pseudomonas, also resistenten Erregern, infiziert ist, besondere Maßnahmen ergreifen? Z. B. Menschenansammlungen meiden?

Wenn Sie sehr abwehrgeschwächt sind, sollten Sie Menschenansammlungen immer vermeiden, egal ob Sie mit Pseudomonas besiedelt oder infiziert sind. Ansonsten reicht es, wenn Sie die Grundregeln der Händehygiene einhalten. Wenn Sie mit einem resistenten Pseudomonas besiedelt oder infiziert sind, müssen Sie darauf achten, dass Sie andere durch unzureichende Hygiene nicht anstecken.

Können Keime in Blutkonserven auf einen Patienten übertragen werden. Z. B. Hepatitis oder HIV?

Ja, natürlich. Allerdings ist das Risiko durch verstärkte Kontrollen bei der Blutspende geringer geworden. Wenn man planen kann (große Operation), dass man Blutkonserven nötig hat, sollte man die Möglichkeit der Eigenblutspende nutzen.

Muss man besondere Vorkehrungen treffen, wenn man eine Lungenerkrankung hat, wie die COPD?

Sie sollten wie bei jeder chronischen Erkrankung verstärkt auf Hygiene vor allem auf Händehygiene achten, da Sie durch Ihre Erkrankung immer eine Abwehrschwäche haben.

Wie steckt man sich denn an?

Das ist unterschiedlich, dies geht z. T. über die Luft, z. B. bei Keimen, welche durch Husten, Niesen oder Erbrechen verteilt werden. Dann gibt es die sog. Schmierinfektion, die über die Hände und benutzte Gegenstände geschieht. Und dann gibt es noch die Ansteckung über Sekrete wie Speichel, Blut, Stuhl, Urin oder Wundsekrete.

Wie lange überleben Keime auf Gegenständen, z. B. auf Türklinken?

Das ist ganz unterschiedlich, da es bei Keimen wie auch beim Menschen robuste und weniger robuste gibt. Aber es ist nachgewiesen, dass es Keime gibt, die bei unzureichender oder keiner Desinfektion mehrere Wochen überleben können.

Helfen immer Antibiotika, wenn man einen Infekt hat?

Bei bakteriellen Infektionen i. d. R. ja, wenn Sie keinen besonderen resistenten Keim haben, für den es zzt. noch keine Ersatzantibiotika gibt. Bei Virusinfektionen helfen Antibiotika nicht, da sind andere Medikamente notwendig.

Frau Schweiggl, wir danken Ihnen für dieses informative Gespräch.

Quelle: COPD und Asthma 03/2013

17.02.14

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