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Die richtige Kleidung bei Neurodermitis

Die Neurodermitis, auch atopisches Ekzem genannt, ist eine chronische Hauterkrankung. Ein charakteristisches Symptom dieser entzündlichen Erkrankung ist, neben Veränderungen der Haut, der starke Juckreiz, unter dem die Betroffenen leiden. Dieses Jucken kann durch die „falsche“ Kleidung noch verstärkt werden – umgekehrt gibt es auch Kleidungsstücke, die bei einer Neurodermitis deutlich besser geeignet sind.

Ein typisches Merkmal für die Neurodermitis ist die trockene Haut, die rötliche, schuppende Stellen aufweist. Die Krankheit verläuft in Schüben, und sie kann bereits bei Kleinkindern auftreten. Sie ist nach derzeitigem Wissensstand nicht heilbar, kann aber vor allem durch die Gabe entzündungshemmender Wirkstoffe behandelt werden. Mit rückfettenden Cremes, Salben und Lotionen lassen sich der Feuchtigkeitsgehalt der Haut und auch ihre Barrierefunktion gegen Allergene verbessern.

Der Juckreiz, den die Neurodermitis auslöst, verleitet vor allem Kinder und andere junge Patienten dazu, sich an den betreffenden Stellen zu kratzen. Doch dieses Kratzen bewirkt keine Linderung, und nach kurzer Zeit ist der Juckreiz wieder da, meist intensiver als zuvor. Das Kratzen kann auch das Eindringen von Bakterien (Staphylococcus aureus) begünstigen, was die Entzündung und den Juckreiz verstärkt. Diesen „Teufelskreis“ zu durchbrechen oder gar nicht entstehen zu lassen, ist bei Neurodermitis von entscheidender Bedeutung.

Welche Kleidung ist geeignet?

Was bedeutet dies für die Kleidung, die Neurodermitiker tragen oder vermeiden sollten? Wichtig ist zunächst, dass die Haut nicht zusätzlich gereizt wird. D. h.: Stoffe aus Kunstfasern (Polyester, Nylon usw.) sind weniger gut geeignet, da die Haut dann schlecht „atmen“ kann. Auch Schweiß und große Hitze reizen die Haut. Daher ist es in den kommenden Monaten – wenn es draußen kalt, drinnen aber warm ist – sinnvoll, sich in Schichten anzuziehen. Der dicke Pullover dagegen, der in der Kälte schützt, kann in Innenräumen rasch zu einem Hitzestau führen.

Glatte Baumwolle und Seide sind bei Neurodermitis meist gut verträglich. Auch besondere, ursprünglich für Sportler entwickelte, atmungsaktive Stoffe lassen den Schweiß gut verdunsten und reizen dadurch die Haut weniger. Allgemein gilt für Neurodermitiker, dass ihre Kleidung Luft lassen und nicht zu eng am Körper anliegen sollte. Raue und scheuernde Kleidungsstücke gilt es zu meiden, auch Nähte, die innen liegen, können zum Problem werden. Und wenn ein Etikett ständig kratzt, sollte man es entfernen.

Es ist auch hilfreich, neu gekaufte Kleidungsstücke, die direkt auf der Haut getragen werden, zunächst zu waschen. Auf diese Weise lassen sich Irritationen durch Chemikalien vermeiden oder verringern. Beim Waschen (auch bei späteren Wäschen) ist darauf zu achten, dass Rückstände von Waschmitteln entfernt werden, denn auch diese können eine Reizwirkung auf die Haut ausüben.

Damit kleine Kinder sich nachts nicht kratzen, gibt es für sie spezielle Neurodermitis-Overalls. Solche Ganzkörper-Schlafanzüge mit angenähten Handschuhen sind inzwischen auch mit farbenfrohen kindgerechten Motiven erhältlich. Denn das Kind soll den Overall nicht als lästigen Zwang empfinden, sondern als etwas zum Wohlfühlen.

Eine Faser, die aus einer Mischung aus Chitin und Viskose gewonnen wird, hat von der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF) das Siegel für allergikerfreundliche Produkte erhalten. Chitin wird aus den Schalen von Krebsen und anderen Krustentieren hergestellt. Die Faser hat durch spezielle Enzyme eine antibakterielle Wirkung, ist atmungsaktiv und kann Schweiß gut absorbieren. Wäsche aus diesem Material ist z. B. bei Neurodermitis oder allergischen Reaktionen geeignet, auf der Haut getragen zu werden.

Silberbeschichtete Kleidung bei Neurodermitis

Seit einiger Zeit gibt es Kleidung, die speziell für Menschen mit Neurodermitis entwickelt und hergestellt wird. Silberbeschichtete Textilien bei Neurodermitis, beispielsweise Nacht- und Unterwäsche, geben die Silberionen an die Haut ab. Dies hat eine antibakterielle Wirkung und lindert den Juckreiz. Bereits 2004 hat eine Studie an der Klinik für Dermatologie und Allergologie der TU München unter der Leitung von Prof. Dr. Johannes Ring ergeben, dass solche Textilien die „Besiedlung“ der Haut mit Staphylococcus-aureus-Bakterien reduzieren und zu einer deutlichen Verbesserung des klinischen Hautbefundes führen können.

Vor allem in der Nacht sorgt diese silberbeschichtete Kleidung (Silberwäsche) für eine deutliche Linderung des Juckreizes. Der Bundesverband Neurodermitiskranker in Deutschland e. V. weist darauf hin, dass nicht alle Krankenkassen die Kosten für solche Kleidung übernehmen. Sinnvoll sei es, sich mit seinem Arzt zu besprechen und beim Hersteller einen Kostenvoranschlag einzuholen. Für manche reichen eher kleine Teile wie Ellenbogenschützer aus Silbertextil, bei anderen ist ein Silberhemd (Langarmshirt) sinnvoll.

Auch Zucker könnte, vereinfacht gesagt, künftig dazu beitragen, dass es Neurodermitikern besser geht: Cyclodextrine sind ringförmige Glukosemoleküle, in deren Mitte man unterschiedliche Substanzen einsetzen kann. Die Substanz in diesem Hohlraum wird dann kontinuierlich an die Haut abgegeben. Diese Moleküle lassen sich fest auf der Kleidung anbringen; sie werden heute beispielsweise als „Geruchskiller“ eingesetzt. Derzeit wird noch erforscht, ob Cyclodextrine auch für die Abgabe von medizinisch-pharmazeutischen Wirkstoffen verwendet werden können. Denn diese Stoffe müssen über längere Zeit genau dosiert abgegeben werden. Doch ob oder wann solche Textilien auf den Markt kommen, lässt sich noch nicht absehen.

Quelle: Allergikus 4/2011

04.03.12

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