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Die richtige Klinik bei Brustkrebs finden

Persönliches Gespräch mit dem Arzt ist wichtig bei der Klinikwahl

Krebspatientinnen müssen in den ersten Tagen nach der Diagnose nicht nur die Gewissheit verkraften, dass sich in ihrem Körper Tumore gebildet haben, sondern sich i. d. R. auch um die Behandlung kümmern. Dies stellt die Frauen vor die Frage: „Bin ich in der richtigen Klinik? Wie finde ich eine für mich passende Klinik?“ Eine Frage, mit der sich viele Betroffene auch an das Infonetz Krebs der Deutschen Krebshilfe wenden, berichtet Gabriele Blettner, Leiterin des Infonetz-Teams in Bonn.

Die geeignete Klinik könnten Betroffene in erster Linie gemeinsam mit den behandelnden Ärzten finden, zu denen sie Kontakt haben und denen sie vertrauen, rät das Infonetz. Bei der Suche nach der richtigen Klinik stehe für die Patientinnen i. d. R. die beste medizinische Behandlung von onkologisch sehr erfahrenen Behandlern im Vordergrund. Zudem spiele es eine Rolle, ob die Patientin sich gut aufgehoben und sicher fühle. Dies sei nicht zuletzt von einem persönlichen Gespräch mit den Betroffenen abhängig, damit diese die Behandlungswege und Entscheidungen mittragen könnten, betont das Infonetz Krebs. Ganz auf ihr Gefühl sollten sich Betroffene bei der Klinikwahl allerdings nicht verlassen.

Onkologische Spitzenzentren

Bei Infonetz Krebs beginne die Suche nach der geeigneten Klinik bei den Onkologischen Spitzenzentren (zu finden auf der Homepage der Deutsche Krebshilfe). Zudem seien auf den Internetseiten von Onkozert und Oncomap alle Kliniken aufgelistet, die von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert wurden. Die Zertifizierung bedeute in diesem Falle, dass die Organzentren alle für die Tumorbehandlung notwendigen Behandlungen sowie die entsprechende Diagnostik anbieten und auch mit den entsprechenden Geräten – beispielsweise für bildgebende Verfahren – ausgerüstet sind. Außerdem müssen diese Kliniken eine bestimmte Anzahl von behandelten Patienten nachweisen. Alle zwei bis drei Jahre werden diese Zertifizierungen zudem erneut überprüft.

Auf diesen Seiten werde allerdings keine Bewertung vorgenommen. Dies treffe auch auf die Internetseite zu, auf der alle behandelnden Kliniken aufgelistet sind. Für Patientinnen besteht die Möglichkeit, sich nach onkologischen Spitzenzentren umzuschauen. Dort sei die Versorgung und Forschung unter einem Dach vereint, da sie an Universitätsklinken angebunden wären, lauten die Erklärungen des Infonetz. Dies könne etwa bei seltenen Tumorerkrankungen besonders hilfreich sein – vor allem für die Diagnostik und die Erstbehandlung ebenso wie bei Zweittumoren oder ausgefallenen Krankheitsverläufen. Auch könnten solche Kliniken für das Einholen einer zweiten Meinung hilfreich sein.

Die passende Klinik können Erkrankte dann finden, wenn sie sich vorab Gedanken über ihre Kriterien der Suche gemacht haben. „Suche ich z. B. den besten Behandler? Oder brauche ich zusätzlich eine spezialisierte Behandlung aufgrund von Vorerkrankungen, etwa kardiologisch?“, nennt Gabriele Blettner einige Beispiele. Generell sei es ratsam, bei seltenen oder erblich bedingten Tumorerkrankungen am besten größere Kliniken mit spezialisierten Abteilungen aufzusuchen. „Hier können die Patientinnen gebündeltes wissenschaftliches Wissen abrufen.“ Auch die Erfahrungen anderer betroffener Frauen könnten bei der Entscheidung behilflich sein.

Der erste Weg sollte Frauen zum Arzt des Vertrauens führen, der erläutern kann, welche Klinik er empfehlen würde. Den persönlichen Kontakt empfiehlt die Expertin auch zum künftig behandelnden Arzt. „Wichtig ist, ob die Frauen mit dem Behandlungsteam zurechtkommen, sich gut aufgehoben und einbezogen fühlen.“ Während des Gesprächs sind alle Fragen erlaubt. Das Infonetz Krebs empfiehlt, sich alle Fragen vorher zu notieren und diese mit zum Arztgespräch zu nehmen. Manches werde sonst in der Aufregung vergessen.

Auch sollten die Patientinnen den Mut haben, Ärzte und Behandlung kritisch zu hinterfragen, wenn sie sich nicht sicher sind, Zeit für die Entscheidungen brauchen oder sich nicht richtig aufgehoben fühlen. „Wenn Frauen sich mit der Klinik, der Behandlungsweise oder der Behandlungsrichtung unwohl fühlen, sollten sie versuchen, mit dem Ärzteteam ins Gespräch zu kommen, notfalls etwas korrigieren“, rät das Infonetz. Sei die Ambivalenz in Bezug auf die Behandlung dann weiterhin vorhanden, könne es helfen, eine Zweitmeinung einzuholen.

Die Experten und Expertinnen beim Infonetz Krebs wissen aus den Erfahrungen in der Beratung von Betroffenen, dass die Klinikwahl bei Krankheitsbildern, die häufig vorkommen nicht so schwierig ist. Schwieriger werde es bei Krankheitsbildern, die selten oder schon in einem fortgeschrittenen Stadium seien. Insgesamt, egal ob die Erkrankung im jungen oder späteren Alter eintrete, könne die Familie auch bei der Klinikwahl eine Hilfe sein. „Wir machen aber auch die Erfahrung, dass die Betroffenen eine neutrale Stelle brauchen, die entsprechende Expertise besitzt und die Hilfestellung gibt.“ Eine Möglichkeit ist ein Anruf unter 0800 80708877 (kostenfrei) Montag bis Freitag 8 bis 17 Uhr.

Es besteht auch die Möglichkeit, sich in Kliniken behandeln zu lassen, die Studien anbieten. Dort gibt es ausgebildete Krankenschwestern, die sog. Study Nurses, die die Patientinnen informieren können. Wer sich für die Teilnahme an einer Studie interessiert, sollte über das genaue Studienprotokoll informiert sein. Wichtig ist darüber hinaus das Studiendesign, das u. a. Aufschluss gibt über den Aufbau, die Behandlung, das Verhältnis von Risiko und Nutzen oder ob ein Ausstieg möglich ist.

Quelle: Leben? Leben! 3/2015

08.10.15

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