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Risiko einer Kapselfibrose nach Brustrekonstruktion

Als Kapselfibrose bezeichnet man eine harte Verdickung, die sich nach einer Brustrekonstruktion bilden kann. Die Bildung einer Kapsel ist ein normaler Vorgang – dabei grenzt sich der Körper von dem Fremdkörper ab. Grundsätzlich bleibt die Bindegewebshaut dünn und elastisch. In einigen Fällen reagiert der Körper jedoch stärker auf das Implantat und es bildet sich eine festere, dickere Kapsel, die sich im schlimmsten Fall zusammenziehen kann. Diese Form der Komplikation nennt man Kapselfibrose.

Bei einer ausgeprägten Kapselfibrose kann sich die innere Bindegewebshülle verdicken und hart werden. Es kann passieren, dass sich das Implantat deformiert, in eine andere Lage gedrängt wird und nach außen sichtbar abzeichnet. In 10 bis 15 % der Fälle entsteht nach einer Brustrekonstruktion eine Kapselfibrose. „Die Ursachen einer Kapselfibrose sind noch nicht vollständig erforscht. Deswegen kann man noch nicht absolut sagen, wie es dazu kommt. Wir wissen, dass kleinere Infektionen im Kapsellager eine Kapselfibrose begünstigen. Das Risiko erhöht sich ebenfalls, wenn eine Bestrahlung stattfindet und sich in der Brust der Patientin ein Implantat befindet“, erklärt Prof. Dr. Michael Untch, Berlin. Zu den Symptomen zählen Schmerzen, Spannungsgefühl in der Brust und eine tastbare, verdickte Kapsel. Für die Patientin ist das unangenehm, aber es bedeutet kein Gesundheitsrisiko. Je nach Ausprägung der Kapselfibrose wird das Implantat und die Kapsel entfernt. Die Wunde muss dann erst einmal verheilen, bevor meist nach zwei bis drei Monaten ein neues Implantat eingesetzt werden kann.

Regelmäßige Termine zur Nachsorge wahrnehmen

„Nach der Brustrekonstruktion muss die Patientin aufpassen, dass die Drainagen um die Kapsel herum möglichst lange behalten werden, damit Wund- und Lymphflüssigkeit vollständig aufgenommen werden können. Auf diese Weise wird vermieden, dass sich um die Kapsel herum ein Flüssigkeitslager bildet. Bewährt hat sich auch, wenn die Frauen nach der Operation die Brust mit Öl massieren“, sagt Prof. Untch. Regelmäßige Termine zur Nachsorge sollten unbedingt wahrgenommen werden, damit eine Kapselfibrose rechtzeitig erkannt wird. „Um sicherzugehen, behalten wir die Patientin lieber zwei oder drei Tage länger stationär, um die Wundheilung zu überprüfen und geben, wenn es nötig ist, Antibiotika“, sagt Prof. Untch.

Quelle: Leben? Leben! 1/2014

06.06.17

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