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Zu viel Salz könnte Autoimmunerkrankungen wie Psoriasis verstärken

Erhöhter Salzkonsum kann zu einem massiven Anstieg einer Gruppe aggressiver Immunzellen führen, die an der Auslösung von Autoimmunerkrankungen wie Psoriasis beteiligt sind. Das hat jetzt eine Studie des Max-Delbrück-Zentrums für Molekulare Medizin (MDC) in Berlin-Buch gezeigt.

In der westlichen Welt nehmen Autoimmunerkrankungen immer mehr zu. Das haben Forscher in den vergangenen Jahrzehnten beobachtet. Da dieser Anstieg nicht allein über erbliche Faktoren erklärbar ist, vermuten sie, dass die starke Zunahme dieser Krankheiten mit Umweltfaktoren zusammenhängt. Im Verdacht stehen u. a. Veränderungen im Lebensstil und den Ernährungsgewohnheiten in Industrieländern. Die Menschen in Industrieländern ernähren sich z. B. häufiger von Fertignahrung und sog. Fast Food. Diese Nahrungsmittel können erheblich mehr Kochsalz als selbst gekochte Mahlzeiten enthalten. Einen ersten Hinweis darauf, dass zu viel Salzkonsum möglicherweise einer der Umweltfaktoren sein könnte, der tatsächlich den Anstieg von Autoimmunerkrankungen befördern kann, liefert jetzt diese Studie.

Vor einigen Jahren hatten Forscher gezeigt, dass Kochsalz (Natriumchlorid) die Fresszellen (Makrophagen) und CD4-positiven T-Helferzellen (Th) des Immunsystems beeinflusst. Helferzellen werden von Botenstoffen (Zytokinen) anderer Zellen des Immunsystems alarmiert, wenn Gefahr im Verzug ist. Sie aktivieren und „helfen“ dann weiteren Effektorzellen, damit diese den oder die Gegner des Körpers ausschalten. Zu dieser Gruppe gehören auch die T-Helferzellen, die Interleukin 17 produzieren und deshalb kurz Th17 heißen. Interleukine sind ebenfalls Botenstoffe des Immunsystems, die die Abwehr regulieren. Es zeigte sich, dass die Th17-Immunzellen eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Autoimmunerkrankungen spielen.

Salz erhöht Anzahl aggressiver Th17-Immunzellen dramatisch

Jetzt konnte die Forschergruppe in Zellkulturversuchen zeigen, dass Kochsalz in einem Zytokin-Milieu zu einem drastischen Anstieg der Th17-Zellen führt. Die Forscher hatten das physiologische Milieu mit einer hypertonen Lösung ergänzt und dann die überraschenden Effekte beobachtet. Neben Interleukin 17 starteten die Zellen unter den neuen Bedingungen auch noch die erhöhte Produktion von weiteren Zytokinen, was sie zu besonders aggressiven Th17-Zellen macht.

Die gesteigerte Aufnahme salzhaltiger Nahrung führte in Untersuchungen bei Mäusen zu einem schwereren Verlauf der sog. experimentellen autoimmunen Encephalomyelitis, einem Modell für Multipler Sklerose. Multiple Sklerose ist eine Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems, bei der das eigene Immunsystem die isolierende Schutzhülle (Myelinschicht) von Nervenzellfortsätzen zerstört und damit die Weiterleitung von Signalen verhindert, was zu vielfältigen neurologischen Ausfällen und bleibenden Behinderungen führen kann. Seit Kurzem vermuten Forscher, dass insbesondere autoreaktive, also den eigenen Körper angreifende Th17-Zellen eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Multipler Sklerose spielen.

Neben Multipler Sklerose wollen Dominik Müller und seine Kollegen als nächstes eine weitere Autoimmunkrankheit – die Schuppenflechte (Psoriasis) – erforschen, bei der Th17-Zellen auch eine große Rolle spielen. Die Haut dient als Salzspeicher und beeinflusst das Immunsystem. „Interessant wäre zu wissen, ob sich bei Patienten mit Schuppenflechte die Symptome bessern, wenn sie weniger Salz zu sich nehmen“, fragen sich die Forscher. Hierüber informierte das Max-Delbrück-Zentrums für Molekulare Medizin (MDC).

Quelle: Allergikus 02/2013

23.10.13

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