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39. San Antonio Breast Cancer Symposium

Seit 1977 gibt es das San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS). Dort kommen jährlich Experten aus der ganzen Welt zusammen, um sich über die neuesten medizinische Fortschritte auszutauschen. Prof. Dr. Wolfgang Janni, Universitätsklinikum Ulm, hat auf dem vergangenen Symposium über Metastasierung bei Mammakarzinomen referiert.

Mit 23 % der neu diagnostizierten Tumoren weltweit stellt Brustkrebs (das Mammakarzinom) das am häufigsten diagnostizierte Karzinom dar. Trotz der verschiedenen Therapiemöglichkeiten entwickeln etwa 30 % der Patientinnen mit primärem Mammakarzinom im Verlauf der Erkrankung Metastasen und damit eine systemische Erkrankung.

„Die detaillierte Entschlüsselung des Metastasierungsprozesses auf Ebene der Grundlagenforschung sowie die Entwicklung neuer Therapieoptionen für das metastasierte Mammakarzinom sind aus diesen Gründen von essenzieller Bedeutung“, betont Prof. Dr. Wolfgang Janni.

Zur Streuung der Zellen des Primärtumors kann es bereits frühzeitig im Krankheitsverlauf kommen. Werden Tumorzellen im Knochenmark entdeckt, spricht man von disseminierten Tumorzellen (DTCs), befinden sich die Zellen im peripheren Blut, spricht die Medizin von zirkulierenden Tumorzellen (CTCs). Werden DTCs und CTCs bei Mammakarzinompatientinnen nachgewiesen, geht dies i. d. R. mit einem verringerten progressionsfreien Überleben (Überleben ohne Fortschreiten der Erkrankung) sowie einem verringerten Gesamtüberleben (overall survival – OS) einher, dies konnte in zahlreichen Studien nachgewiesen werden. Gerade deshalb ist es von großer Bedeutung, die CTCs zu charakterisieren, um dann zielgerichtete Therapien identifizieren zu können.

Weltweit größte Studie

Die Kommission Mamma der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO) führt in ihren Therapieempfehlungen den Nachweis von CTCs als Prognosemarker auf, empfiehlt aber derzeit zur Nutzung der CTC-Anzahl und des CTC-Phänotyps (Erscheinungsbild) die Teilnahme an klinischen Studien. Die Beantwortung der Frage, ob Therapieentscheidungen in der metastasierten Situation auf Grundlage des Phänotyps der CTCs getroffen werden können sowie die Frage nach der prädiktiven Relevanz (prognostische Aussagekraft) der CTCs ist aktuell Gegenstand zahlreicher Forschungsprojekte.

„Die sog. DETECT-Studien bilden derzeit die weltweit größte Studie zum metastasierten Mammakarzinom, die sich durch einfache Studienlogistik sowie ein einfaches Screening auszeichnet, das einen kostenlosen CTC-Test für alle Patientinnen beinhaltet“, erläutert Prof. Janni. Das DETECT Studienkonzept untersucht die Bedeutung des Phänotyps der CTCs auf Therapieentscheidungen bei Patientinnen mit metastasiertem Mammakarzinom. Es basiert auf dem Nachweis von CTCs, beinhaltet Therapiemöglichkeiten für nahezu alle Patientinnen mit metastasiertem Mammakarzinom und ist dabei das weltweit größte Studienkonzept dieser Art.

Translationale (interdisziplinäre) Forschungsergebnisse führen direkt in die klinische Umsetzung und die Untersuchung von Prognosefaktoren und Markern, die einen Therapieerfolg anzeigen können, unterstützt direkt die aktuelle Forschung zum metastasierten Mammakarzinom.

Mit der DETECT-III-Studie wird weltweit eine der ersten Studien zur Therapieintervention auf der Grundlage moderner CTC-Technologie mit HER2-Phänotypisierung durchgeführt. Die beiden Arme der DETECT-IV-Studie ermöglichen Therapieinterventionen bei hormonrezeptor-positivem bzw. triplenegativem metastasiertem Mammakarzinom mit HER2-negativen CTCs. Die DETECT-V-Studie als jüngstes Mitglied der Studienfamilie ermöglicht eine duale HER2-gerichtete Therapie für Patientinnen mit HER2 positivem und hormonrezeptor-positivem metastasierten Mammakarzinom in Kombination mit entweder endokriner Therapie oder Chemotherapie.

Quelle: Leben? Leben! 1/2017

27.04.17

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