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Sauerstofftherapie beim diabetischen Fußsyndrom

Das diabetische Fußsyndrom ist eine schwere Folgeerkrankung eines Diabetes. Im schlimmsten Fall kann es dazu führen, dass der Fuß oder Teile davon amputiert werden müssen. Es entwickelt sich meist aus chronischen, schlecht heilenden Wunden. Eine rechtzeitige und effektive Behandlung von Fußwunden ist daher überaus wichtig, um einer Amputation vorzubeugen.

Hyperbare Sauerstofftherapie: So funktioniert sie

In den letzten Jahren hat in diesem Zusammenhang die sog. hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) an Aufmerksamkeit gewonnen. Bei dieser Behandlungsmethode sitzen die Patienten in einer Therapiekammer und atmen unter Überdruck (dafür steht das hyperbar) medizinisch reinen Sauerstoff ein, berichtet das Universitätsklinikum Halle-Wittenberg. Dies kann dazu führen, dass bis zu 7 % Sauerstoff im Blut gelöst sind, was mehr als das 20-fache des üblichen Gehaltes ausmacht, heißt es weiter.

Der Gedanke dahinter: Der Körper wird so besser mit Sauerstoff versorgt, da das Blut über dieses Verfahren mit Sauerstoff angereichert wird. Das regt wiederum bestimmte Prozesse des Stoffwechsels an, wie die Zellteilung oder andere Leistungen der Zelle. Wenn die Zellen wieder „voll arbeiten“, macht das den Heilungsprozess erst möglich oder gibt ihm zumindest Aufschwung.

Bei nicht heilenden Wunden erhalten Menschen mit Diabetes im Rahmen der Sauerstofftherapie 20 bis 30 Behandlungen, die jeweils etwa 2,5 Stunden dauern. Als zusätzliche Therapie hat die HBO i. d. R. eine sichere Wirkung, allerdings muss die Krankheitsursache, wie der Diabetes, behandelt werden, die Wunde zudem sorgfältig gesäubert und versorgt werden, so die Uniklinik Halle.

Wie nützlich ist die Sauerstofftherapie?

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2016 einen Anhaltspunkt für einen Nutzen der Sauerstofftherapie gefunden, wenn es darum geht, ob sich die Wunde wieder verschließt. Zwar seien die meisten Studien zu diesem Thema von nicht allzu hoher methodischer Qualität, sodass die Ergebnisse nicht sicher interpretiert werden können, teilt das IQWIG mit. Der Endpunkt Wundverschluss war jedoch für das IQWiG ausreichend sicher zu interpretieren. Hier zeigt die Zusammenfassung der Daten einen Vorteil der Sauerstofftherapie gegenüber der Kontrollgruppe. Denn unter Sauerstofftherapie war die Chance auf einen Wundverschluss fast doppelt so hoch. Das IQWiG sieht deshalb hier einen Anhaltspunkt für einen Nutzen der Sauerstofftherapie.

Quelle: Befund Diabetes 2/2017

25.07.17

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