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Therapie von Schilddrüsenkrebs

Bei einem Schilddrüsenkrebs werden in aller Regel die Operation der Schilddrüse und nach wenigen Wochen eine Radiojodtherapie als Therapieverfahren eingesetzt. Nur wenn ein sog. „medullärer“ Schilddrüsenkrebs vorliegt kann auf die Radiojodbehandlung stets verzichtet werden. Ob – wie in den meisten Fällen, die gesamte Schilddrüse entfernt werden muss, entscheidet der Arzt in Abstimmung mit dem Patienten, wenn alle Untersuchungen abgeschlossen sind und feststeht, welche Art von Tumor vorliegt und in welchem Stadium er sich befindet. In spezialisierten Kliniken ist es nahezu immer möglich, den gesamten Tumor bei einer Operation bei Schilddrüsenkrebs zu entfernen. Die Heilungschancen sind heute exzellent und bei einem sog. „differenzierten“ Schilddrüsenkrebs werden heute nur noch wenige durch den Tumor bedingte Todesfälle gesehen.

Operation bei Schilddrüsenkrebs

Bei kleineren papillären Karzinomen mit einem Durchmesser unter 1 cm wird das Tumorgewebe in der Regel durch die Entfernung von Teilen des Schilddrüsengewebes oder durch die Entfernung eines Schilddrüsenlappens entnommen – oftmals werden diese kleinen Tumoren erst nach einer Operation an der Schilddrüse, die aus anderem Grund vorgenommen wurde, in der Pathologie entdeckt. Ist der Tumor größer, wird allerdings meist die gesamte Schilddrüse entfernt. Bei den papillären und medullären Karzinomen besteht häufig zudem die Notwendigkeit, angrenzende Lymphknoten zu entnehmen, da diese beiden Schilddrüsentumoren sehr früh in die angrenzenden Lymphdrüsen im Hals metastasieren.

Wird die Schilddrüse entfernt, muss ihr lebenswichtiges Hormon dem Körper dauerhaft in Form von Medikamenten zugeführt werden. Bei der Operation ist es sehr wichtig die Nebenschilddrüsen zu erhalten, denn fehlen nach der Operation auch die Nebenschilddrüsen, sinkt der Kalziumspiegel im Blut oft mit erheblichen Folgen für die Betroffenen und dies verändert die Lebensqualität erheblich. Oftmals bestehen aber nur vorübergehende Beeinträchtigungen der Nebenschilddrüsenfunktion und dadurch eventuell entstehende Beschwerden können in der Regel durch die Einnahme von Kalzium und Vitamin D behoben werden.

Radiojodtherapie bei Schilddrüsenkrebs

Im Regelfall schließt sich in der Therapie von papillären und follikulären Schilddrüsenkarzinomen eine Radiojodtherapie an, mit der eventuell im Körper verbliebene Tumorreste nahezu immer vollständig eliminiert werden können. Dabei wird radioaktives Jod eingesetzt, das sich in jodspeicherndem Schilddrüsengewebe anreichert und es dadurch zerstört. Dies ist nur beim papillären und follikulären Schilddrüsenkarzinom möglich, da sie aus Zellen entstanden sind, die Jod speichern, was sie für diese Therapie sensibel macht. Medulläre und undifferenzierte Karzinome sind nicht in der Lage, Jod aufzunehmen und daher mit einer Radiojodtherapie nicht behandelbar.

Strahlentherapie bei Schilddrüsenkrebs

Sehr selten ist eine zusätzliche Strahlentherapie erforderlich. Zwar kann eine Strahlentherapie nach der Operation eventuell noch im Körper verbliebene Tumorzellen unschädlich machen und so das Risiko eines Rückfalls (Rezidiv) senken, aber in aller Regel ist die Operation und die Radiojodtherapie alleine eine ausreichende Therapie. Bei den sog. „undifferenzierten“ Karzinomen kann die Strahlentherapie allerdings im Einzelfall sehr sinnvoll sein. Dazu werden ionisierende Strahlen eingesetzt, die – möglichst gezielt – kranke Zellen soweit schädigen, dass sie absterben. Chemotherapeutische Maßnahmen spielen in der Behandlung von Schilddrüsenkrebs eine untergeordnete Rolle, da nur wenige Schilddrüsentumoren auf die eingesetzten Wirkstoffe (sog. Zytostatika oder Antikörper) ansprechen. Eine Therapie mit modernen biologischen Medikamenten (z. B. Tyrosinkinase-Inhibitoren) wird z. B. dann eingesetzt, keine Jodspeicherung vorhanden ist und die Geschwülste rasch an Größe zunehmen. Eine Chemotherapie wird im Zusammenhang mit einer Chemotherapie (sog. Zytostatika) z. B. beim undifferenzierten Karzinom eingesetzt.

Prof. Dr. Andreas Zielke

13.04.17

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