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Entstehung einer Schilddrüsenüberfunktion

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion schüttet die Schilddrüse vermehrt die Hormone T3 und T4 aus. Bei Entstehung einer Schilddrüsenüberfunktion kann der Stoffwechsel über ein normales Maß hinaus beschleunigt werden, sodass etwa Folgen wie Muskelschmerzen, hoher Blutdruck oder Hitzewallungen möglich sind. Für eine Schilddrüsenüberfunktion und die daraus resultierende vermehrte Ausschüttung der Hormone gibt es unterschiedliche mögliche Ursachen. Eine der zwei möglichen Hauptursachen für die Entstehung einer Schilddrüsenüberfunktion ist eine Schilddrüsenautonomie. Auch die Autoimmunkrankheit Morbus Basedow kann die Ursache für die Entstehung einer Schilddrüsenüberfunktion sein.

Die Schilddrüse und das Zusammenspiel der Hormone

Im Gegensatz zu einer Schilddrüsenüberfunktion wird im Normalfall die Hormonproduktion der Schilddrüse von einem anderen Hormon, dem in der Hirnanhangdrüse produzierten TSH (Thyreoidea Stimulating Hormone), gesteuert. Die beiden Schilddrüsenhormone T3 und T4 einerseits und das Hormon TSH andererseits beeinflussen die Produktion des jeweils anderen Hormons. Das bedeutet:

Eine hohe T3 und T4 Konzentration im Blut reduziert indirekt die Produktion von TSH. Das führt im Normalfall dazu, dass die Schilddrüse durch weniger TSH auch weniger zur Produktion ihrer Hormone angeregt wird, wodurch die Konzentration von T3 und T4 wieder sinkt. Durch die gesunkene Konzentration der Hormone T3 und T4 im Blut sinkt auch die hemmende Wirkung auf die Produktion des Hormons TSH. Verstärkt produziertes TSH wirkt auf die Schilddrüse und regt sie wiederum verstärkt zur Produktion von T3 und T4 an. Dadurch steigt die Konzentration von T3 und T4 im Blut erneut und der Kreislauf beginnt von vorn.

Schilddrüsenautonomie als Ursache für die Entstehung einer Schilddrüsenüberfunktion

Bei einer sogenannten Schilddrüsenautonomie als Ursache für die Entstehung einer Schilddrüsenüberfunktion bilden sich Bereiche der Schilddrüse, beispielsweise Knoten, deren Hormonproduktion nicht mehr vom Hormon TSH gesteuert wird, sondern „autonom“ verläuft. Die Entstehung solcher Knoten (knotiger Veränderungen) kann zum Beispiel mit einer mangelnden Jodversorgung des Körpers zusammenhängen. Jod ist im Prinzip der wichtigste Baustein, mit dem die Schilddrüse ihre Hormone produziert. Das Jod muss dem Körper allerdings von außen zugeführt werden. In der Regel benötigt beispielsweise der Körper eines Erwachsenen ungefähr 180 bis 200 Mikrogramm Jod pro Tag. Bei Schwangeren und stillenden Müttern ist der Tagesbedarf in der Regel höher, während Kinder zumeist weniger Jod pro Tag benötigen. Jod gehört zu den sogenannten Spurenelementen, die in einem gesunden Körper maximal in einer Menge von etwa fünfzig Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht vorkommen.

Die Rolle des Jods

Erhält die Schilddrüse zu wenig Jod, produziert sie auch zu wenig Schilddrüsenhormone. Die Zellen können auf diesen Jodmangel mit Wachstum reagieren, sodass sie bei derselben Jodzufuhr mehr eigene Hormone als zuvor bilden. Eine Entstehung jener autonomen Bereiche, die auch ohne Steuerung durch das TSH Hormon T3 und T4 Hormone produzieren können, kann im Rahmen des Wachstums stattfinden und dann unter Umständen möglicherweise zu einer Entstehung einer Schilddrüsenüberfunktion führen. Wird dem Körper nun etwa verstärkt Jod zugeführt, kommt es eventuell zu einer zu hohen Produktion der Schilddrüsenhormone und damit zu der Entstehung einer Schilddrüsenüberfunktion, sodass der Hormonhaushalt im Körper aus dem Gleichgewicht gerät.

Morbus Basedow als zweite Hauptursache für Schilddrüsenüberfunktion

Bei Morbus Basedow (auch: basedowsche Krankheit genannt), die ebenfalls eine Ursache für die Entstehung einer Schilddrüsenüberfunktion darstellen kann, handelt es sich um eine Autoimmunkrankheit. Die körpereigene Abwehr wirkt bei einer Autoimmunkrankheit so, dass körpereigene Funktionen gestört und/oder körpereigene Gewebeteile beschädigt werden. Bei der Krankheit Morbus Basedow wird die Funktion der Schilddrüse gestört und es kann zu einer Entstehung einer Schilddrüsenüberfunktion kommen. Antikörper mit Fehlfunktion übernehmen quasi dieselbe Funktion, die das Hormon TSH für die Schilddrüse besitzt: Sie stimulieren die Produktion der Schilddrüsenhormone und sorgen so für eine Schilddrüsenüberfunktion.

Andere mögliche Ursachen für die Entstehung einer Schilddrüsenüberfunktion

Morbus Basedow oder Schilddrüsenautonomie sind in den meisten Fällen die Ursachen einer Schilddrüsenüberfunktion sein. Andere Ursachen für eine Schilddrüsenüberfunktion sind also selten, aber nicht unmöglich. Solche selteneren Ursachen einer Schilddrüsenüberfunktion können etwa Tumoren der Schilddrüse oder der Hirnanhangdrüse oder Entzündungen der Schilddrüse sein.

Die thyreotoxische Krise

Die Auswirkungen einer unentdeckten oder nicht-diagnostizierten Schilddrüsenüberfunktion auf den Körper des Patienten können lebensbedrohliche Formen annehmen, wenn die Schilddrüse unvermittelt eine besonders hohe Menge an T3 und T4 Hormonen ins Blut abgibt. In diesem Fall einer Schilddrüsenüberfunktion tritt eine thyreotoxische Krise ein. Das kann zum Beispiel bei unentdeckter Schilddrüsenüberfunktion nach Zufuhr einer erhöhten Jodmenge – etwa durch ein jodreiches Kontrastmittel beim Röntgen – geschehen. Allerdings muss bei bestehender und unbehandelter Schilddrüsenüberfunktion keineswegs immer eine so klar erkennbare Ursache vorliegen, damit eine thyreotoxische Krise entsteht. Man unterscheidet bei der thyreotoxischen Krise drei Stadien:

  • In Stadium 1 kann es etwa zu einer erhöhten Herzfrequenz, hohem Fieber, einer Muskelschwäche, stärkerem Erbrechen und Durchfall kommen.
  • Stadium 2 geht meist einher mit einem getrübten Bewusstsein und Desorientierung.
  • Im Stadium 3 fällt der Patient ins Koma.

Mit jedem erreichten Stadium steigt für den Patienten auch die Gefahr, an einer thyreotoxischen Krise zu sterben. Rechtzeitiges Handeln ist also wichtig. Ist eine Schilddrüsenüberfunktion bekannt und wird behandelt, kann dieses Wissen bei weiteren Behandlungen miteinbezogen werden und somit auch das Risiko einer thyreotoxischen Krise senken.

Ansgar Sadeghi

30.07.12

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