- Anzeige -
Curado.de Logo

Sie sind hier: Startseite - Krankheiten - Atemwegserkrankungen - Schlafapnoe - Diagnose - Schlafapnoe – Diagnose erfolgt im Schlaflabor

Schlafapnoe – Diagnose erfolgt im Schlaflabor

Damit eine Schlafapnoe richtig diagnostiziert werden kann, muss der Patient in ein Schlaflabor. Welche Auswirkungen die Erkrankung hat, erklärt Priv.-Doz. Dr. Jan Hendrik Storre, Köln-Merheim, im Interview.

Woran erkennt man, dass man an Schlafapnoe leidet?

Die Symptome eines Schlafapnoe-Syndroms können vielfältig sein und sind eine Folge der nächtlichen Atemstörungen mit i. d. R. folgender Minderversorgung an Sauerstoff. Vor allem wird der Schlaf nicht als erholsam empfunden, welches mit einer erhöhten Tagesmüdigkeit einhergeht. Der Patient hat das Gefühl, permanent müde zu sein und nicht erholsam geschlafen zu haben. Zusätzliche Symptome sind nächtliches Schnarchen, wobei regelmäßige Schnarchgeräusche an sich nicht allein krankhaft sein müssen. Unregelmäßige Schnarchgeräusche können aber Ausdruck des Wiedereinsetzens der Atmung nach einer stattgefundenen Atempause sein. Begünstigend für eine Schlafapnoe-Erkrankung ist das Übergewicht (Adipositas), zudem sind Männer häufiger betroffen als Frauen. Weitere Symptome können sein: Einschlafneigung am Tag, depressive Stimmungslage, Leistungsminderung am Arbeitsplatz oder im privaten Umfeld, zunehmende Gereiztheit, morgendliche Kopfschmerzen, Potenzstörungen, aber auch ein schwer einstellbarer arterieller Hypertonus (Bluthochdruck).

An wen sollte man sich als Betroffener wenden?

Zunächst sollte bei den beschriebenen Symptomen der Hausarzt informiert werden, der die weiteren Untersuchungen in die Wege leiten kann. Bei Verdacht auf eine nächtliche Atemstörung erfolgt eine erste Screening-Untersuchung mittels ambulanter Messung (Polygrafie) bei einem niedergelassenen Lungenfacharzt, Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde oder auch Kardiologie. Bestätigt sich der Verdacht auf eine Schlafapnoe-Erkrankung, so ist als nächster Schritt die Abklärung in einem Schlaflabor (stationär oder ambulant) notwendig.

Wie sieht die Therapie aus?

Die Therapie bei einem Schlafapnoe-Syndrom ist i. d. R. eine Überdrucktherapie, die sog. CPAP (Continuous Positive Airway Pressure)-Therapie. Diese führt zu einer pneumatischen Schienung der oberen Atemwege, welche die nächtlichen Atempausen verhindert. Bei Patienten mit Asthma bronchiale oder COPD wird diese Therapie ebenso angewendet. Zusätzlich sollte die medikamentöse Therapie der obstruktiven Lungenerkrankung erfolgen.

Worauf muss man im Falle einer Schlafapnoe-Erkrankung als COPD-Patient oder Asthmapatient besonders achten? Was kann der Patient selbst tun, um seine Situation zu verbessern?

Die von den Fachärzten empfohlene Therapie sollte sowohl hinsichtlich der Schlafapnoe-Erkrankung als auch der obstruktiven Ventilationsstörung konsequent eingehalten und überwacht werden. Bei fortgeschrittener COPD mit Lungenüberblähung ist mitunter auch eine Diffusionsstörung vorhanden, d. h., die Lunge ist nicht in der Lage, ausreichend Sauerstoff über die erkrankte Lunge aufzunehmen. Für diesen Fall muss ggf. zusätzlich eine Sauerstofftherapie erfolgen. Bei einigen Patienten ist die Erkrankung mit COPD so weit fortgeschritten, dass die Atemmuskulatur nicht mehr ausreichend den Gasaustausch gewährleisten kann. Hierbei kann es passieren, dass die CPAP-Therapie die Atemarbeit sogar weiter erschweren kann. Dies muss in einem Krankenhaus, in einem Schlaflabor genau untersucht werden mit Überwachung des nächtlichen Gasaustausches. Bei zunehmender Anreicherung von Kohlenstoffdioxid im Blut ist eine Umstellung auf eine nicht invasive Beatmung als Therapieoption zu überprüfen. Bei Patienten mit Asthma bronchiale sollte das hyperreagible Bronchialsystem (die Bronchien sind besonders empfindlich) bei der Therapie beachtet werden. Z. B. kann in den Wintermonaten eine kalte Umgebungstemperatur im Schlafzimmer die Atemwege reizen, hier ist z. B. eine Erhöhung der Zimmertemperatur oder ggf. die Verwendung eines Warmluftbefeuchters zusätzlich zur Überdrucktherapie zu erwägen. Insgesamt gilt es für beide Patientengruppen, die körperliche Aktivität beizubehalten und die Risikofaktoren wie z. B. Übergewicht durch Gewichtsreduktion zu minimieren. Ebenso müssen Noxen (schädigende Faktoren) wie Zigarettenkonsum beendet werden und bei allergischem Asthma bronchiale die auslösenden Allergene gemieden werden.

Quelle: COPD und Asthma 01/2014

09.07.14

Newsletter An-/Abmeldung

Code: QWGE