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Schlafstörungen bei Lungenerkrankungen

Bei einem COPD- und einem Lungenemphysem-Patienten kann wegen der – auch tagsüber – auftretenden Symptome wie Husten, Auswurf und Luftnot der nächtliche Schlaf erheblich gestört sein. Zusätzlich können Nebenwirkungen der typischen COPD-Medikamente, häufig aber auch durch die Erkrankung selbst ausgelöste depressive Verstimmungen den Schlaf unterbrechen. Ein ständig unterbrochener Schlaf führt zu einer Störung der Schlafarchitektur und bedingt eine Müdigkeit am Tage mit Einschlafneigung, Gereiztheit und Minderung der Lebensqualität.

COPD mit oder ohne ein gleichzeitig bestehendes Lungenemphysem haben besonderen Einfluss auf den Schlaf, denn durch eine von der Tageszeit abhängige Veränderung der Aktivität des vegetativen Nervensystems können sich im Schlaf die Atemwege verengen, ohne dass dies der Patient bemerkt. Die Verengung kann zu Luftnot- und Hustenanfällen führen, die den Schlaf immer wieder unterbrechen.

Die Bauchweichteile engen den Brustkorb zusätzlich ein. Bei Übergewicht drücken diese von unten auf das Zwerchfell und engen die Lunge ein. Auch ein gastro-ösophagealer Reflux kann bei COPD-Patienten vorkommen. Beides kann die Luftnot des COPD-Patienten verstärken, nämlich bei dem Übergewicht durch den Verdrängungseffekt und bei dem Reflux durch eine reflektorische Atemwegsverengung.

Beim Schlafen ist bei den schwer erkrankten COPD-Patienten der Atemantrieb und die Muskelspannung der Zwischenrippen- und der Rachenmuskulatur verringert. In der Folge kann es zu einer Verengung der Rachenöffnung zur Luftröhre kommen, weswegen viele dieser Patienten auch schnarchen. In der Folge nimmt das sog. Atemminutenvolumen ab. Durch den vorübergehenden Abfalls des Sauerstoffdruckes bzw. in schweren Fällen auch des Anstiegs des Kohlendioxiddruckes können beim Patienten mit COPD mit oder ohne Lungenemphysem Kopfschmerzen, ein allgemeines Abgeschlagenheitsgefühl, Müdigkeit beim Aufstehen bis hin zu Erkrankungen, die man gar nicht mit der COPD in Verbindung bringt, z. B. Bluthochdruck, entstehen.

Ein weiterer, bisher noch nicht ausreichend wissenschaftlich untersuchter, aber wichtiger Gesichtspunkt von Schlafstörungen bei der COPD ist die Depression. Man weiß, dass Patienten mit chronischen Erkrankungen häufiger zur Depression neigen und dabei ist die COPD keine Ausnahme. Möglicherweise verstärken Schlafprobleme depressive Stimmungen.

Ein COPD-Patient, der unter Schlafstörungen leidet, tagsüber müde ist oder oft morgens mit Kopfschmerzen aufwacht, sollte als erstes eine optimale Therapie seiner Erkrankung anstreben. Zusätzlich müssen die vom Patienten eingenommenen Medikamente auf mögliche Nebenwirkungen wie Schlafstörungen überprüft und ggf. umgestellt werden. Außerdem gibt es die Möglichkeit, seinen Schlaf ärztlich untersuchen zu lassen: Die Ausprägung der Tagesmüdigkeit des Betreffenden lässt sich beispielsweise durch Schlaffragebögen – die z. B. auch bei Schlafapnoe-Patienten ganz ähnlich eingesetzt werden – abschätzen. Danach kann zu Hause eine Messung der Atmung im Schlaf durchgeführt werden. Anhand dieser Ergebnisse wird entschieden, ob eine Schlaflaboruntersuchung nötig ist.

Wird bei der Untersuchung eine krankhafte Erhöhung des CO2-Wertes oder ein Sauerstoffmangel während des Schlafens festgestellt, können entweder eine Sauerstofftherapie und/oder eine Masken-Beatmung für den Patienten erforderlich werden, was zu einer erheblichen Verbesserung der Schlafsituation führen kann. Da der CO2-Wert im Blut durch eine Sauerstoffgabe weiter ansteigen kann, muss vor Verordnung eines Sauerstoffgerätes untersucht werden, wie hoch der Sauerstofffluss pro Minute maximal sein darf, um a) eine ausreichende Sauerstoffversorgung zu gewährleisten, aber b) ohne den CO2-Wert zu erhöhen. Ist der CO2-Wert im Blut zu hoch, wird bei einigen Patienten anstelle der nächtlichen Sauerstoffgabe auch eine Maskenbeatmung erforderlich, die ähnlich wie bei einer Schlafapnoe in einem dafür spezialisierten Lungenzentrum/-Abteilung eingestellt werden muss.

Schlafstörungen gefährden Leistungsfähigkeit und Gesundheit

Probleme beim Einschlafen und häufiges Aufwachen haben großen Einfluss auf das Wohlbefinden, letzteres kann vor allem langfristige Auswirkungen auf den gesamten Organismus haben. Eine gelegentliche unruhige Nacht ist nicht beunruhigend. Um sich zu erholen und leistungsfähig in den neuen Tag starten zu können, wird die Nachtruhe allerdings dringend benötigt. Bei einer chronischen Schlafstörung sollte man den Ursachen auf den Grund gehen. In manchen Lebensphasen fällt es schwer, nach den Herausforderungen und Erlebnissen des Tages abzuschalten und im Kopf zur Ruhe zu kommen, um einschlafen zu können.

Wer Probleme mit dem Ein- oder Durchschlafen hat, sollte einige einfache Grundregeln beachten: Will es mit dem Einschlafen gar nicht klappen, sollte man aufstehen und erst wieder ins Bett gehen, wenn man müde ist. Es kann hilfreich sein, jeden Morgen zur gleichen Zeit aufzustehen – Routineabläufe im Tagesablauf und beim Einschlafen können bereits helfen. Elektrogeräte wie das Handy können im Schlafzimmer die Nachtruhe empfindlicher Menschen ebenfalls deutlich stören. Späte Mahlzeiten und Alkohol am Abend sollten vermieden werden.

Häufiger sind bereits vergleichsweise banale Faktoren wie Ablenkungen durch Bücher oder den Fernseher, ein unergonomisches Bett oder Geräusche verursachende Elektrogeräte im Schlafzimmer verantwortlich für den schlechten Schlaf. Wird dieses erkannt, sollten die Schlafbedingungen geändert werden.

Eine Überprüfung im Schlaflabor kann Klarheit bringen

Eine Untersuchung im Schlaflabor ist aufwendig und sollte daher nur Patienten vorbehalten sein, die in den Voruntersuchungen auffällig waren. Im Schlaflabor werden mithilfe von kleinen Elektroden, die am Kopf des zu Untersuchenden befestigt werden, Schlaffunktionen wie „Gehirnströme“ (Elektroenzephalografie, EEG), Muskelaktivitäten, Augenbewegungen (sie zeigen das sog. REM-Schlafstadium an) etc. überwacht. Sensoren am Zeigefinger ermitteln den Sauerstoffgehalt im Blut, während zeitgleich weitere Einflussgrößen wie die Herz- und Atemfrequenz festgehalten werden.

Quelle: COPD und Asthma 01/2013

28.05.13

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