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Schweinegrippe

Schweinegrippe – Influenzavirus H1N1 oder Neue Grippe

Mit der Bezeichnung „Schweinegrippe“ (auch Neue oder Mexikanische Grippe genannt) ist im Volksmund zumeist das im Frühjahr 2009 entdeckte Grippevirus beim Menschen gemeint. Die eigentliche Schweinegrippe bzw. Schweineinfluenza (Porzine Influenza; porzin = dem Schwein zugeordnet) tritt vorwiegend beim Hausschwein auf. Dort greift sie die Atemwege der Tiere an. I. d. R. bekommen die Schweine hohes Fieber. Zusätzlich sondern sie vermehrt Sekret ab. Oft tritt begleitend eine Lungenentzündung oder eine Bronchitis auf, die die Tiere zusätzlich schwächt. Obwohl der Krankheitsverlauf schwer sein kann, ist die Todesrate unter den infizierten Tieren in Vergleich zur Erkrankungsrate eher gering. Jedoch ist die Schweineinfluenza sehr ansteckend, nicht selten infiziert sich der gesamte Bestand.

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Die Entstehung neuer Virustypen

Bei dem Schweinegrippe-Virus handelt es sich in den meisten Fällen um ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1. Aber auch die Untergruppen H1N2 oder H1N3 können auftreten. 1930 konnte das erste Schweine-Influenzavirus bestimmt werden. Knapp 30 Jahre später, also Ende der 1950er-Jahre, konnte das Virus jedoch aus Europa eliminiert werden. Wissenschaftler vermuten, dass es in den 1970er-Jahren durch infizierte Schweine aus den Vereinigten Staaten, die nach Europa transportiert wurden, wieder eingeschleppt wurde.

Genetisch gesehen waren die Viren zunächst stabil, doch zu der Zeit, als sie zurück nach Europa gelangten, konnten Wissenschaftler bei den Schweinen Viren feststellen, die aviär waren (dies bedeutet, dass sie eigentlich nur Vögel infizieren). Einige Jahre später konnte erstmals eine Mischform zweier Virustypen bei Schweinen identifiziert werden. Wird die Zelle eines Tieres oder eines Menschen von unterschiedlichen Virustypen (z. B. aviären und vom Schwein stammen (porzin)) gleichzeitig befallen, so kann aus diesen Viren eine neue Virusvariante entstehen. Diesen Vorgang nennt man Reassortment.

Die Neue Grippe oder Schweinegrippe

Wissenschaftler gehen davon aus, dass es sich bei der Neuen Grippe des Menschen um eben solch eine Virus-Kombination handelt. Das neue Virus enthält anscheinend genetische Komponenten von verschiedenen Influenzaviren, die normalerweise nur bei Schweinen, Vögeln oder Menschen auftreten. Zudem kann das Virus nicht nur vom Schwein auf den Menschen, sondern auch von Mensch zu Mensch übertragen werden.

Dieser neue Virus wurde im April 2009 in den USA bei zwei von einander unabhängigen Personen isoliert. Gleichzeitig kam es in Mexico zu einer starken Ausbreitung des gleichen Virustyps. Die Grippewelle in Mexiko führte zur Schließung aller Schulen und Restaurants. Das öffentliche Leben kam eine Zeit lang zum Erliegen. Reisende aus Mexiko wurden bereits an den Flughäfen ihrer Heimatländer abgefangen und auf mögliche Anzeichen für eine Grippe untersucht.

Trotz dieser Maßnahmen breitete sich das Virus immer weiter aus. Anfang Juni 2009 rief die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bezüglich der Neuen Grippe oder Schweinegrippe die höchste Alarmstufe aus. Am 11. Juni gab sie offiziell an, dass sich der neue Virus weltweit ausgebreitet habe. Eine solche weltweite Epidemie wird auch als Pandemie bezeichnet.

Wie gefährlich ist die Neue Grippe oder Schweinegrippe?

Bereits in der Vergangenheit gab es Pandemien. Die Grippewelle, die 1918/19 durch die sog. spanische Grippe ausgelöst wurde, gilt als eine der heftigsten Pandemien in der jüngeren Geschichte. Ihr fielen weltweit bis zu 50 Millionen Menschen zum Opfer. Die Neue Grippe bzw, Schweinegrippe zeigt sich bislang deutlich weniger aggressiv. Die relativ wenigen Todesopfer litten in vielen Fällen an einer weiteren Grunderkrankung, wodurch ihr Immunsystem bereits geschwächt war. Zudem stehen heutzutage Medikamente zur Behandlung von Grippeviren zur Verfügung. Auch bakterielle Folge- und Begleiterkrankungen können z. B. mithilfe von Antibiotika in Schach gehalten werden.

Symptome der Neuen Grippe bzw. Schweinegrippe

Die Symptome der Schweinegrippe ähneln denen anderer beim Menschen auftretenden Grippeinfektionen. Betroffene bekommen z. T. hohes Fieber, Glieder- und Kopfschmerzen sowie Atemwegsbeschwerden. Einige Erkrankte litten zudem oder ausschließlich an Durchfall und/oder Erbrechen. Es hat sich gezeigt, dass sich das Virus besonders schnell unter Kindern und Jugendlichen ausbreiten kann. Er wird vor allem durch eine sog. Tröpfcheninfektion übertragen. Das bedeutet, dass sich Erreger in Speichel oder anderen Körpersekreten befinden. Beim Sprechen oder Niesen können diese auf eine andere Person übergehen. Die Viren können dann über die Schleimhäute in den Körper eindringen.

Tendenz steigend

Laut Robert Koch-Institut gab es von Ende 2009 bis August 2010 in Deutschland ca. 225.000 gemeldete Fälle der Neuen Grippe bzw. Schweinegrippe. Es ist jedoch davon auszugehen, dass viele Infektionen unerkannt bzw. ungemeldet blieben. Für die Diagnose stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung, die jedoch nicht immer ein zuverlässiges Ergebnis liefern.

Ein Grund für die schnelle Ausbreitung könnte u. a. die Ferienzeit (Sommer 2009) und die damit verbundene starke Ein- und Ausreise in andere Länder bzw. aus anderen Ländern sein. Bereits vor Ferienbeginn kam es jedoch in einigen Bundesländern zur Schließung von Schulen und Kindergärten. Da Influenzaviren ihr Erbgut ständig verändern können, kann das Entstehen von weiteren neuen Virustypen nicht ausgeschlossen werden.

Ulrike Ibold

30.10.14

Schweinegrippe
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