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Schwerbehinderung bei Diabetes

Diabetes ist nicht automatisch ein Grund, um einen Schwerbehindertenstatus zu erhalten. Doch ein Schwerbehindertenausweis kann durchaus Vorteile haben – hier kommt es jedoch auf die individuelle Situation an.

Menschen mit Diabetes, die einen Schwerbehindertenausweis beantragen möchten, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen – bzw. besondere Einschränkungen nachweisen. So muss der Therapieaufwand recht hoch sein, mindestens viermal täglich muss Insulin gespritzt werden, man muss die Insulindosis selbstständig anpassen und zudem erhebliche Einschnitte in der Lebensführung nachweisen, berichtet der Diabetes Ratgeber.

Erhebliche Einschränkungen nachweisen

Gerade letzterer Punkt bietet einigen Interpretationsspielraum – kein Wunder, dass sich bereits die Gerichte mit dieser Frage befasst haben. So hat das Landessozialgericht Sachsen-Anhalt im August 2014 geurteilt: Es reicht nicht, dass ein Erkrankter im Beruf einen Extraraum benötigt, um den Blutzucker zu messen oder dass er seine Insulindosis planen muss, wenn er Sport treibt oder eine Mahlzeit isst. Die Beeinträchtigung muss noch weiter darüber hinaus gehen.

Laut Diabetes Ratgeber könnte dieses Kriterium beispielsweise erfüllt sein, wenn es häufig zu schweren Unterzuckerungen kommt, die das Ausüben des Berufs erschweren oder sogar unmöglich machen, oder wenn bereits Folgeerkrankungen aufgetreten sind. Doch ob der Antrag auf Schwerbehinderung genehmigt wird oder nicht, wird im Einzelfall entschieden.

Ein Schwerbehindertenausweis bietet verschiedene Vorteile, besonders in der Arbeitswelt, informiert diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe. Schwerbehinderte haben beispielsweise laut Sozialgesetzbuch einen besseren Kündigungsschutz, da für eine Kündigung das zuständige Integrationsamt zustimmen muss. Mit einer Schwerbehinderung besteht zudem Anspruch auf fünf Tage zusätzlichen bezahlten Sonderurlaub. Wer keine Mehrarbeit ausüben möchte, muss vom Arbeitgeber freigestellt werden. Auch Geld lässt sich mit einem Schwerbehindertenausweis sparen: Steuervergünstigungen, günstigere Eintrittspreise, Rabatte bei Versicherungen oder Freifahrten bzw. Ermäßigung im Öffentlichen Nahverkehr sind damit möglich. Auch wer sich verbeamten lassen will, hat es mit einer Schwerbehinderung leichter.

Nachteile bei Schwerbehinderung

Auf dem freien Arbeitsmarkt kann der Status Schwerbehinderung indes auch ein Ausschlusskriterium bei der Bewerbung sein, dies gilt gerade für jüngere Menschen, die auf Jobsuche sind oder befristete Arbeitsstellen haben. Zudem könnte es Probleme geben, einige Versicherungen mit dem Status Schwerbehinderung abzuschließen, so der Diabetes Ratgeber. Hier sollte man also abwägen, ob in der persönlichen Situation die Vorteile eines Schwerbehindertenausweises die Nachteile überwiegen. Für ältere Menschen, Rentner und Beamte auf Lebenszeit ist dies jedoch meist der Fall.

Beantragt wird der Schwerbehindertenausweis beim zuständigen Versorgungsamt, informiert diabetesDE – am besten sollte man sich aber vorab beraten lassen. Sinnvoll kann es sein, eine Art Diabetestagebuch über mehrere Monate zu führen, indem man seinen Therapieaufwand und die mit dem Diabetes einhergehenden Einschränkungen dokumentiert. Bei Ablehnung des Antrags ist es möglich, innerhalb eines Monats Widerspruch einzulegen.

Quelle: Befund Diabetes 4/2016

03.04.17

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