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Schweregrade der COPD

Auswurf, Husten und Atemnot – das sind die typischen Symptome der lebenslang fortschreitenden Lungenerkrankung COPD. Je nachdem, wie stark die Krankheit ausgeprägt ist, kann sie entsprechend der Global Initiative for Obstructive Lung Disease, kurz GOLD, in verschiedene Schweregrade eingeteilt werden.

Diagnostiziert wird eine COPD oft mit Auftreten der ersten Symptome. Zu diesem Zeitpunkt jedoch befindet sich die Lungenerkrankung bereits im fortgeschrittenen Stadium, sodass aufgrund der irreversiblen Umbauprozesse ein großer Teil des Lungenvolumens nicht mehr wiederhergestellt werden kann. Betroffene leiden zunächst unter Husten mit Auswurf, Atemnot, die zunächst nur unter Belastung, später aber auch in Ruhe auftritt, Engegefühl in der Brust und Atemgeräusche wie Pfeifen. Im fortgeschrittenen Stadium kann sich auch die Symptomatik akut verschlechtern. Diese sog. Exazerbationen können durch extreme Temperaturschwankungen, Infektionen, Abgase oder Stäube ausgelöst werden und machen eine Anpassung der Behandlung notwendig.

Klassifikation der COPD mittels FEV1-Werten

Die Einteilung der stabilen COPD erfolgt nach der Gabe eines Bronchodilatators und basiert auf der Lungenfunktion. Ermittelt wird das „Forcierte exspiratorische Volumen“ (synonym: Einsekunden-Kapazität), kurz FEV1. Dieser Wert wird mithilfe der Spirometrie („kleine Lungenfunktion“) ermittelt. Hierfür wird dem Betroffenen die Nase mit einer Klammer verschlossen. Anschließend muss er über ein Mundstück und einen Schlauch in ein geschlossenes Behältnis ein- und ausatmen. Das Gerät misst, wie viel Luft hindurchströmt und zeichnet es auf. Um den FEV1-Wert zu ermitteln, muss der Betroffene, nachdem er vollständig eingeatmet hat, möglichst viel Luft innerhalb einer Sekunde ausatmen. Die Einsekunden-Kapazität spielt bei obstruktiven Atemwegserkrankungen wie Asthma bronchiale, Lungenemphysem oder COPD eine wichtige Rolle.

  • Leichtgradige COPD (Schweregrad I): FEV1 ist im Vergleich zum Sollwert nicht signifikant vermindert (≥ 80 % des Sollwertes). Den Betroffenen fällt häufig noch nicht auf, dass die Lungenfunktion eingeschränkt ist. Sie leiden unter dauerhaftem Husten und Auswurf, jedoch noch nicht unter Atemnot.
  • Mittelgradige COPD (Schweregrad II): FEV1-Wert liegt zwischen 50 % bis 79 % des Sollwertes. Die Beschwerden nehmen zu. Die Betroffenen leiden bei körperlicher Belastung unter Atemnot.
  • Schwere COPD (Schweregrad III): Die Lungenfunktion ist spürbar eingeschränkt. Der FEV1-Wert liegt im Vergleich zum Sollwert zwischen 30 % und 49 %.
  • Sehr schwere COPD (Schweregrad IV): Bei diesem Schweregrad beträgt der FEV1-Wert maximal 30 % des Sollwertes, bei gleichzeitiger Hypoxämie (erniedrigter Sauerstoffgehalt im Blut) bei maximal 50 %.

Ausprägung der COPD nach der GOLD

Diese COPD-Stadien, wie sie in den Nationalen Versorgungsleitlinien getroffen wurden, wurde 2011 von der GOLD modifiziert. Grund hierfür war, dass häufig die Lungenfunktion nur schlecht mit den Beschwerden einhergehen. Die neue Einteilung beruht zwar immer noch auf der Lungenfunktion, die mithilfe der Einsekunden-Kapazität beurteilt wird, zusätzlich wird jedoch auch berücksichtigt, wie häufig Exazerbationen (Verschlechterungen) in den vergangenen zwölf Monaten aufgetreten sind, und welche Beschwerden in welchem Ausmaß vorhanden sind. Diese werden z. B. mittels mMRC-Score erfasst. Der mMRC-Score wird mithilfe des modifizierten Medical-Research-Council-Dyspnoe-Fragebogens ermittelt, mit dessen Hilfe Ärzte das Ausmaß der Atemnot des Betroffenen besser einschätzen können. Der Arzt befragt den COPD-Patienten, ob er

  • nur bei schweren Anstrengungen (0)
  • beim bergauf gehen oder schnellen gehen im flachen Gelände (1)
  • in der Ebene beim Gehen mit normaler Geschwindigkeit (langsameres Gehen als Gleichaltrige aufgrund von Atemnot) (2)
  • beim Gehen einer kurzen Strecke (etwa 100 m) in der Ebene oder nach ein paar Minuten (3)
  • oder schon beim An- und Ausziehen (4)

kurzatmig wird. Anschließend wählt er eine Stufe aus.

Anhand der Werte werden die COPD-Patienten in die vier Gruppen A bis D eingeteilt. Betroffene mit einem FEV1-Wert über 50 % werden den Risikogruppen A oder B zugeordnet, während bei einem FEV1-Wert unter 50 % das Stadium C oder D vorliegt.

  • Risikogruppe A (niedriges Risiko, geringe Symptomatik): Betroffene mit COPD im Stadium I oder II und/oder einer Exazerbation im vergangenen Jahr bzw. einem mMRC-Score unter zwei Punkten. Die Lungenfunktion der Patienten ist kaum eingeschränkt und es ist nur eine geringe Symptomatik (Atemnot, Husten) vorhanden.
  • Risikogruppe B (niedriges Risiko, intensivere Symptomatik): Betroffene mit COPD im Stadium I oder II und/oder einer Exazerbation im vergangenen Jahr bzw. einem mMRC-Score größer oder gleich zwei Punkten. Die Symptome dieser Patientengruppe sind im Vergleich zu dem Stadium A stärker ausgeprägt.
  • Risikogruppe C (erhöhtes Risiko, geringe Symptomatik): Betroffene mit COPD im Stadium III oder IV und/oder mehr als einer Exazerbation im vergangenen Jahr bzw. einem mMRC-Score unter zwei Punkten.
  • Risikogruppe D (erhöhtes Risiko, intensivere Symptomatik): Betroffene mit COPD im Stadium III oder IV und/oder mehr als einer Exazerbation im vergangenen Jahr bzw. einem mMRC-Score größer oder gleich zwei Punkten.

Für die Ermittlung des Schweregrads zählt immer der jeweils höhere Risikoparameter, d. h., ein COPD-Patient mit einem FEV1-Wert zwischen 50 % bis 79 % des Sollwertes sowie keiner Exazerbation würde dem Stadium B zugeordnet werden. Bei drei Exazerbationen im vergangenen Jahr würde er jedoch in die Gruppe D eingeordnet werden.

Quelle: COPD und Asthma 4/2015

30.11.15

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