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Selbsthilfe bei Brustkrebs

Wie eine zweite Familie – Selbsthilfegruppen geben Patientinnen Halt

Diagnose: Krebs. Tanja Ibe erhielt 2014 diese schockierende Nachricht, Silke Heise 2011. Eine schwere Zeit für die beiden heute 47-jährigen Frauen, in denen ihnen der Austausch mit anderen Betroffenen geholfen hat, Erkrankung und Behandlung zu überstehen und zu verarbeiten.

Heute leiten die beiden selbst eine lokale Gruppe der Frauenselbsthilfe nach Krebs. „Wir möchten auffangen, informieren, begleiten“, erklärt Tanja Ibe das Anliegen. Für sie selbst ist die Selbsthilfegruppe wie eine zweite Familie. Die Frauen geben sich gegenseitig Halt und wissen, dass sie einander Sorgen und Ängste anvertrauen können. Selbst dann, wenn die Diagnose und die damit verbundene Therapie Jahre zurückliegen, haben viele Patientinnen noch Gesprächsbedarf. „Der Zusammenhalt in der Gruppe hilft vielen Frauen. Hier können sie sich fallen lassen, ehrlich über ihre Gefühle sprechen, hier passen wir aufeinander auf“, berichtet Tanja Ibe. Alles darf gesagt werden, aber niemand muss etwas sagen – so lautet das Prinzip einer Selbsthilfegruppe. Betroffene dürfen auch einfach zuhören, was andere berichten, eine Verpflichtung zur Anwesenheit oder zur Beteiligung an Aktionen gibt es nicht.

Fragen mit anderen Betroffenen besprechen

Für viele Frauen ist dieser freiwillige Austausch wichtig, vor allem nach der Behandlung. „Während der Behandlung wird man sehr engmaschig kontrolliert. Danach fühlt man sich deshalb oft allein, hat Fragen, die dann in einer Selbsthilfegruppe geklärt werden können“, bemerkt Silke Heise. Sie weiß aus Erfahrung, dass im Familienalltag oft wenig Raum ist, um die Sorgen von Patientinnen zu besprechen. „Betroffene möchten auch ihre Familien nicht zu sehr belasten“, erklärt sie. Zudem müssen viele Frauen, die nach ihrer Behandlung eine psychoonkologische Betreuung wünschen, lange auf einen Therapieplatz warten. Hier kann eine Selbsthilfegruppe möglicherweise helfen, diese Zeit zu überbrücken.

Doch nicht erst nach der Behandlung stehen die Türen einer Selbsthilfegruppe offen. Bereits nach der Diagnose finden Patientinnen hier Hilfe, werden auf Wunsch von den Mitgliedern zu Terminen und zur Behandlung begleitet. „Oft entstehen auf diese Weise wunderbare Freundschaften“, sagt Tanja Ibe. Der so entstandene Zusammenhalt hilft vielen Frauen, wieder nach vorn zu schauen, sie fühlen sich gut aufgehoben und gut informiert. Denn viele Selbsthilfegruppen bieten auch Vortragsabende mit Experten an, die zu unterschiedlichen Themen aufklären und auch für Fragen offen sind. Meist dürfen Angehörige diese Vorträge mitbesuchen.

Sich gegenseitig Halt geben

Wann – und ob – Frauen den Weg zu einer Selbsthilfegruppe finden, bleibt allein ihnen selbst überlassen. Egal, ob direkt nach der Diagnose oder Jahre nach der Erkrankung, die Türen stehen immer offen. „Es hilft oft, mit Menschen zu sprechen, die das Gleiche durchgemacht haben“, weiß Tanja Ibe. Vor allem dann, wenn die Behandlung beendet ist und die Frauen wieder in ihren Alltag zurückkehren. „Außenstehende haben dann schnell den Eindruck, alles ist wieder normal. Aber das ist häufig nicht so. Manchmal halten sich beispielsweise Nebenwirkungen jahrelang“, betont Tanja Ibe. Und auch dann, wenn eine Bekannte an der Erkrankung oder ihren Folgen verstirbt, geben sich die Frauen gegenseitig Halt, nehmen Abschied und trauern gemeinsam.

Quelle: Leben? Leben! 3/2016

23.11.16

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