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Was bringt mir eine Selbsthilfegruppe?

Auf diese Frage gibt es nicht nur eine, sondern viele Antworten – die auch davon abhängig sind, was die einzelnen MS-Betroffenen suchen. Denn eine Selbsthilfegruppe orientiert sich immer auch an den Wünschen der Mitglieder.

Gemeinsam fällt vieles leichter

Zunächst kann es sehr erleichtern, andere ebenfalls von MS betroffene Menschen kennenzulernen. Denn diese können die Probleme, die mit MS einhergehen, oft besser nachvollziehen als Gesunde. Sie verstehen, wie belastend etwa die sog. unsichtbaren Symptome der MS wie Fatigue sind, sie wissen, wie groß die Angst vor dem nächsten Krankheitsschub sein kann, sie haben einen ähnlichen Hintergrund und damit ähnliche Erfahrungen. Niemand, der neu zu einer Selbsthilfegruppe hinzustößt, muss viel erklären – die anderen Betroffenen kennen vieles aus eigener Erfahrung. Viele Mitglieder von Selbsthilfegruppen fühlen sich dank der Gruppe weniger hilflos und allein.

Das macht sich auch in der Außenwirkung bemerkbar. Machen mehrere Menschen mit ähnlichem Hintergrund auf ihre Probleme aufmerksam, nehmen Gesellschaft und Politik sie eher wahr als einzelne Stimmen. Es lässt sich gemeinsam in der Selbsthilfegruppe somit auch politisch und gesellschaftlich mehr erreichen als allein, z. B. was die Themen medizinische Versorgung bei MS oder Barrierefreiheit betrifft.

Wertvolle Tipps

Daneben erhalten Menschen mit MS in ihrer Selbsthilfegruppe wertvolle Tipps zur Krankheit, ihrer Behandlung, zu Hilfsmitteln usw. Meist kann bereits eines der Mitglieder bei Fragen Auskunft geben. Ist das nicht der Fall, können sich Selbsthilfegruppen an den jeweiligen DMSG-Landesverband wenden, der ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht. Auf Wunsch besuchen Fachleute der DMSG die jeweilige Selbsthilfegruppe und referieren über ein Thema, das den Mitgliedern der Gruppe wichtig ist. Bei ganz praktischen Themen hilft die Selbsthilfegruppe ebenfalls, z. B. beim Ausfüllen von Anträgen für Rehabilitationsmaßnahmen, beim Transport ihrer Mitglieder zu bestimmten Veranstaltungen oder bei der Beantragung von Hilfsmitteln. Viele Selbsthilfegruppen stellen ihre Treffen jeweils unter ein bestimmtes Thema, zu dem sie Fachleute einladen oder über das sie diskutieren.

Freunde oder Gleichgesinnte finden

Ein weiteres Plus von Selbsthilfegruppen: der soziale Kontakt. Viele Menschen mit MS ziehen sich zumindest teilweise aus dem sozialen Leben zurück, z. B. weil sie andere nicht mit ihren Problemen belasten wollen. Andere möchten ihren Freunden und Bekannten keine Umstände machen. In der Selbsthilfegruppe fallen diese Ängste weg, denn alle kennen die Schwierigkeiten, die mit MS verbunden sind. Daraus entstehen z. T. neue Freundschaften, nicht zuletzt, weil man den anderen nichts erklären muss. Hinzukommt: Viele Selbsthilfegruppen organisieren neben den regelmäßigen Gruppentreffen andere gemeinsame Aktionen, z. B. Fahrten, Workshops und Partys. Damit bilden sie einen wichtigen sozialen Rückhalt für viele Menschen mit MS. In Treffen der regionalen Selbsthilfegruppe kann jeder Betroffene unverbindlich reinschnuppern.

Quelle: Befund MS 1/2016

18.04.16

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