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Wie sinnvoll sind Krebsversicherungen?

Krebsschutzversicherung, Zusatzversicherungen bei Krebs oder Krebsvorsorgeversicherungen – unter diesen Namen bieten einige Versicherungsgesellschaften spezielle Versicherungen für den Fall an, dass man an Krebs erkrankt. Menschen, die bereits in ihrer Familie ein oder mehr Mitglieder haben, die an Krebs erkrankt sind, könnten hier hellhörig werden, weil sie selbst ein erhöhtes Risiko für eine Krebserkrankung bei sich vermuten. Doch Verbraucherschützer betonen: Diese Zusatzversicherungen sind nicht immer sinnvoll.

Eine Einmalzahlung von beispielsweise 10.000 Euro bei Diagnose, zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen, Privatpatientenstatus im Erkrankungsfall, Behandlung mit den aktuellsten Methoden in modernsten Kliniken – das sind einige der Leistungen, die nach Abschluss einer Krebsversicherung angeboten werden. Der Beitrag für eine 35-jährige Frau mit Normalgewicht und Nichtraucherin liegt für alle Leistungen bei etwa 40 Euro im Monat – also höher als bei den meisten Risikolebensversicherungen, jedoch niedriger als bei vielen Berufsunfähigkeitsversicherungen (je nach Abschlussalter).

Kritik an Krebszusatzversicherungen

Doch ist der Abschluss einer solchen Zusatzversicherung für den Krebsfall sinnvoll? Verbraucherschützer merken an, dass die Werbung mancher Versicherer, die den Eindruck erwecke, dass ihre Versicherung Versorgungslücken schließe, so nicht haltbar sei. Im Falle einer Krebserkrankung haben gesetzlich Versicherte einen ähnlich guten Zugang zu modernen Therapien wie privat Versicherte oder mit einer solchen Zusatzversicherung versicherte Patienten auch – und somit vergleichbare Heilungschancen.

Auch zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen, die diese Versicherungen anbieten, sind nicht immer sinnvoll, finden Verbraucherschützer. So haben Untersuchungen gezeigt, dass die von den gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlte Ultraschalluntersuchung der Eierstöcke bei jungen Frauen Krebsfälle nicht verhindere und auch nicht zu einem besserem Überleben von Betroffenen führe. Vielmehr bestehe ein hohes Risiko für Fehldiagnosen, was im schlimmsten Fall dazu führen kann, dass Frauen völlig gesunde Eierstöcke operativ entfernt würden.

Was gilt bei besonderem genetischen Risiko?

Menschen mit einem speziellen genetischen Risiko für Krebs können sich ohnehin in dafür spezialisierten Zentren beraten lassen und erhalten auch aus dem Leistungsangebot der gesetzlichen Kassen ein verstärktes Vorsorgeangebot, wenn das genetische Risiko als gesichert gilt. Beispielsweise erhalten Menschen, die durch eine genetische Veränderung ein besonders hohes Risiko für Darmkrebs haben, jährlich und in einem früheren Lebensalter eine Darmspiegelung und sind lebenslang in ein spezielles Vorsorge- und Früherkennungsprogramm eingeschlossen.

Welche Versicherungen werden empfohlen?

Generell empfehlen Verbraucherschützer, sich gegen bestimmte Grundrisiken abzusichern, das sind vor allem Berufsunfähigkeit und mit einer Risikolebensversicherung der Sterbefall – letztere Versicherung ist vor allem dann sinnvoll, wenn man eine Familie zu versorgen hat oder mit seinem Partner eine Immobilie erworben hat. Manchmal kann es zudem sinnvoll sein, eine sog. Dread Disease (schwere Krankheiten) Versicherung abzuschließen, informiert die Stiftung Warentest: Diese leistet bei mehreren schweren Erkrankungen eine einmalige Geldzahlung, also nicht nur bei Krebs, sondern auch bei Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall – das Spektrum ist i. d. R. jedoch klar festgelegt und somit eingeschränkt. Zudem wird keine monatliche Rente geleistet. Eine solche Versicherung kann jedoch dann nützlich sein, wenn man aus bestimmten Gründen keine Berufsunfähigkeitsversicherung oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung mehr erhält oder so alt ist, dass die Beiträge für eine solche sehr hoch ausfallen – nach dem Motto, besser etwas abgesichert als gar nicht. Generell raten Verbraucherschützer dazu, Angebote zu vergleichen und sich von einer unabhängigen Beratungsstelle beraten zu lassen.

Wie die beste Behandlung erhalten – auch ohne Krebsversicherung?

Wer an Krebs erkrankt ist und sichergehen will, dass man die bestmögliche Versorgung erhält, sollte darauf achten, sich in einem auf die eigene Krebsart spezialisierten zertifizierten Zentrum behandeln zu lassen. Die von der Deutschen Krebsgesellschaft ausgezeichneten zertifizierten Zentren müssen leitliniengerecht, d. h., nach wissenschaftlich gesicherten neuesten Erkenntnissen behandeln, sind interdisziplinär aufgestellt und bieten auch Anschluss an weitere Beratungs- und Therapieangebote rund um die Krebserkrankung wie Psychoonkologie, Selbsthilfegruppen und Sozialdienst.

Die sog. Onkologischen Spitzenzentren haben nach Angaben der Deutschen Krebshilfe als universitäre Standorte darüber hinaus die Aufgabe, Versorgungsstrukturen und -abläufe fortzuentwickeln und die Krebsforschung, wie beispielsweise die Entwicklung innovativer Krebstherapien, voranzubringen. Insbesondere (aber nicht nur) in solchen Spitzenzentren ist es für Krebspatienten auch möglich, in klinische Studien eingebracht zu werden und so von modernsten Therapien zu profitieren, was besonders bei seltenen bzw. durch Standardbehandlung nur schwer therapierbaren Krebsarten von Vorteil sein kann. Klinische Studien werden nach Angaben des Krebsinformationsdienstes jedoch nicht nur von Spitzenzentren durchgeführt sondern auch von anderen Krebszentren oder spezialisierten Krankenhäusern.

Quelle: Befund Krebs 1/2017

03.05.17

Ansprüche und Leistungen bei Krebs
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