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Therapie von Sodbrennen

Der Therapieablauf bei Sodbrennen ist abhängig von der Schwere der Beschwerden. Leichtes, nach dem Genuss bestimmter Speisen auftretendes Sodbrennen, kann bereits durch die Umstellung der Ernährungsgewohnheiten abgestellt werden. Diejenigen Speisen, die Sodbrennen auslösen, sollten nur in Maßen oder gar nicht mehr konsumiert werden. Unabhängig von den allgemeinen gesundheitlichen Vorteilen sollte auf Rauchen und Alkoholgenuss verzichtet werden. Abends sollten nur leichte Speisen gegessen werden.

Nächtliche Beschwerden lindern

Die Hochlagerung des Oberkörpers ist eine Maßnahme, um nächtliches Sodbrennen einzudämmen oder zu verhindern. Die Steilstellung des Bettes oder Keilkissen helfen, den permanenten Kontakt zwischen Magensäure und Speiseröhrenschleimhaut auf diese Weise zu reduzieren. Der Kopf sollte etwa 20 cm höher liegen als der Rest des Körpers. Ein höhenverstellbarer Lattenrost bietet nachhaltige Abhilfe. Die nächtliche Vermeidung von Sodbrennen ist von hoher Wichtigkeit für die Verhinderung von Folgeschäden. Auf allzu enge Kleidung sollte bei Sodbrennen nachts und generell verzichtet werden, um den Druck auf den Magen zu vermindern.

Selbsthilfe bei Sodbrennen

Bei leichtem Sodbrennen bewähren sich verschiedene Hausmittel wie Brot und Haferflocken, eingeweichte Leinsamen und Kräutertee. Auf kohlensäurehaltiges Wasser sollte verzichtet werden. Die Ernährungsgewohnheiten sollten dahingehend verändert werden, dass säurehaltige oder Säure produzierende Lebensmittel vermieden werden.

Eiweiß kann den sauren Magensaft neutralisieren. Eiweißreiche Speisen sollten daher fettreichen Speisen bevorzugt werden, weil der Magen für die Fettverdauung viel Magensäure bereitstellen muss. Für Kaffeetrinker bietet magenfreundlicher Kaffee ohne Reizstoffe eine Alternative. Kaffee sollte nicht auf leeren Magen getrunken werden. Eine schonende Zubereitung der Lebensmittel hilft dem Magen bei der Verdauung: Durch das Braten von Fisch oder Fleisch entstehen schwer verdauliche Stoffe, für deren Verarbeitung mehr Magensäure benötigt wird als beispielsweise für gedünstete Lebensmittel.

Eine geregelte Verdauung beachten

Neben der sorgfältigen Auswahl der Nahrungsmittel ist die generelle Regelung der Verdauung wichtig. Unnötiger Druck auf den Darm durch eine unregelmäßige Verdauung begünstigt Sodbrennen. Ballaststoffreiche Kost wie Getreideprodukte, Kartoffeln und Gemüse sollten fester Bestandteil der Ernährung sein. Wichtig ist eine individuelle Einstellung des Ernährungsplans für jeden Patienten.

Sodbrennen bei Säuglingen

Auch Säuglinge können an Sodbrennen leiden: Der Rückfluss von Magensaft beim häufigen Liegen tritt häufig bei Kindern mit Flaschenernährung auf. Das Andicken der Flaschenmilch mit einem Verdickungsmittel aus Johannisbrot macht die Milch sämig und kann damit das Zurückströmen der Milch erschweren oder die Menge des Rückflusses begrenzen.

Medikamentöse Therapie

Ist eine Refluxösophagitis diagnostiziert oder tritt Sodbrennen häufig auf, wird die medikamentöse Therapie eingeleitet, um die anhaltende Entzündung der Speiseröhre zu behandeln. Zunächst werden Antazida verabreicht: Diese Arzneimittel zur Neutralisierung wirken als Suspensionen, Gele oder Kautabletten auf Aluminium- und Magnesiumhydroxidbasis und hemmen die Produktion und Ausschüttung von Magensäure. Sie sollten nur über einen begrenzten Zeitraum angewandt werden.

„Step-down-Therapie“ mit Protonenpumpenhemmern

Ist die Speiseröhre bereits entzündet, verschreiben Ärzte sogenannte Protonenpumpenhemmer. Die Salzsäureproduktion wird dadurch fast vollständig geblockt, sodass Beschwerden schnell abklingen und Entzündungen bald abheilen. Innerhalb weniger Tage sollte das Sodbrennen aufhören. Dabei gehen Ärzte häufig einer sogenannten „Step-down-Therapie“ nach: Der Patient erhält zunächst eine hohe Dosis Protonenpumpenhemmer. Im Verlauf wird je nach Therapieerfolg die Dosis herabgesetzt. Die Protonenpumpenhemmer-Therapie wird in der Regel über sechs Wochen durchgeführt bis das Sodbrennen nachlässt. Protonenpumpenhemmer werden in Form von magensaftresistenten Kapseln oder Tabletten verabreicht und haben selten Schwindel und Verdauungsprobleme als Nebenwirkungen. Für Schwangere sind sie nicht geeignet.

Operation als mögliche Therapie

Ist die Therapie durch Ernährungs- und Lebensgewohnheiten und/oder die Gabe von Medikamenten nicht erfolgreich, kann in gravierenden Fällen eine Operation in Betracht gezogen werden, bei der die Speiseröhre an der Verbindung zum Magen mittels einer Naht verengt wird. Eine körperlich bedingte Ursache für das Sodbrennen ist dabei Voraussetzung und muss durch Voruntersuchungen sichergestellt sein.

Psychotherapie bei stressbedingtem Sodbrennen

Tritt Sodbrennen stressbedingt oder aufgrund psychischer Ursachen auf, kann eine Psychotherapie in Kombination mit medikamentöser und ernährungsbasierter Therapie helfen. Der negative Einfluss der Psyche auf den Körper und daraus resultierende Beschwerden wie Sodbrennen sind als psychosomatische Erkrankung zu betrachten. Viele Patienten ziehen eine psychotherapeutische Therapie nicht in Erwägung und verbinden das Sodbrennen gegebenenfalls gar nicht mit einer belastenden Situation in ihrem Leben. Die permanente Verkrampfung des Magens und die resultierende Überproduktion von Magensäure können aber Ursache für das nachhaltige Auftreten von Sodbrennen sein.

Barbara Kliem

17.12.14

Therapie
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