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Entstehung einer Sonnenallergie

Die Ursachen für eine Unverträglichkeit der Haut gegenüber Licht können sehr vielfältig sein und sich entsprechend vielschichtig ausdrücken. Worin nun genau die Ursache für eine Sonnenallergie liegt, ist noch nicht abschließend geklärt. Fest steht jedoch, dass eine ungewohnt intensive Bestrahlung der Haut mit UV-A- und/oder UV-B-Strahlen dazu führt, dass die Haut mit einer Reaktion antwortet: Der Sonnenallergie.

Vor allem im Frühjahr und Anfang des Sommers ist daher zu beobachten, dass Sonnenallergien in unseren Breitengraden vermehrt auftreten. Die Haut ist durch den Winter und der damit verbundenen langen Kleidung und den wenigen Sonnenstunden über einen längeren Zeitraum keiner Strahlung ausgesetzt gewesen und so kann es zur Entstehung einer Sonnenallergie kommen. Auch bei Urlauben in südlichen Gefilden kann die plötzlich intensive Sonnenbestrahlung der Haut zu einer Überempfindlichkeitsreaktion führen, die dann als Sonnenallergie auf der Haut sichtbar wird. Besonders markant: Vor der Entstehung einer Sonnenallergie ist man auch in geschlossenen Räumen nicht gefeit.

Langwellige UV-A-Strahlen können auch durch Glas hindurch treffen, etwa während der Autofahrt und so eine Sonnenallergie verursachen. Außerdem können sie die schädliche Wirkung von UV-B-Strahlung verstärken, dem Hauptauslöser von Sonnenbrand und Sonnenallergie. Rund 75 Prozent aller Sonnenallergien sind auf den Einfluss von UV-B-Strahlen zurückzuführen, bei 10 Prozent sind UV-A-Strahlen Schuld an der Entstehung der Sonnenallergie und in 15 Prozent der Fälle liegt es an einer Kombination aus UV-A- und UV-B-Strahlen.

Neben den primären Ursachen einer Sonnenallergie, also den Fällen, wo ein erkennbarer Grund für die Entstehung einer Sonnenallergie auszumachen ist, gibt es auch noch die idiopathische Sonnenallergie. Hier ist keine Ursache für die Entstehung einer Sonnenallergie erkennbar.

Suche nach der Ursache

Da häufig auch die Inhaltsstoffe von Kosmetika oder Arzneimitteln die Auslöser der sog. Sonnenallergie sind, heißt es zunächst zu prüfen, ob diese schuld sind. Manchmal bringt eine Umstellung der Pflege- und Sonnenschutzprodukte auf duft- und konservierungsfreie Alternativen bereits Erleichterung. Medikamente sollten nicht auf eigene Faust abgesetzt werden. Besser ist es, den Arzt zu befragen, ob diese als Auslöser der Sonnenallergie infrage kommen könnten. Auf Sonnenschutz komplett zu verzichten, ist hingegen nicht sinnvoll, da Sonnenbrände die Haut schädigen und die UV-Strahlen der Sonne Hautkrebs auslösen können.

Entstehung der Sonnenallergie durch Immunreaktion

Welche Entstehungsmechanismen hinter der Sonnenallergie stecken, können Mediziner und Wissenschaftler bislang nur vermuten. Verschiedene Erklärungsansätze sind hierzu vorhanden. Vermutet wird, dass es sich bei der Überempfindlichkeit auf UV-Strahlen um eine genetische Disposition handeln könnte, eine Art Autoimmunerkrankung, bei der das Abwehrsystem des Körpers gegen körpereigene Zellen bzw. Substanzen vorgeht.

So wird angenommen, dass es sich bei der Entstehung der Sonnenallergie um eine Immunreaktion des Körpers handeln könnte. Zum einen könnten lichtempfindliche Sensoren in den Hautzellen zur Entstehung einer Sonnenallergie beitragen, zum anderen könnte die Immunreaktion bei Sonnenallergikern anders ablaufen, als bei „gesunden“ Menschen. Während die UV-B-Strahlung normalerweise einen bestimmten Teil des Immunsystems schwächt, um eine Abwehrreaktion gegenüber der Strahlung zu vermeiden, fällt dieser Mechanismus bei Sonnenallergikern aus. Bei ihnen scheint das Immunsystem auf die Lichtprodukte zu reagieren und eine allergische Reaktion, die typischen Symptome einer Sonnenallergie, als „Antwort“ zu senden.

Entstehung der Sonnenallergie durch ein Ungleichgewicht

Weiterhin wird versucht, die Entstehung einer Sonnenallergie mit einem Ungleichgewicht von Oxidantien und Antioxidantien in der Oberhaut zu erklären. Die Zellen der Oberhaut bestehen zum Großteil aus den sogenannten Keratinozyten. Sie können das in den Pigmentzellen zum Schutz gegen UV-Strahlen gebildete Melanin (Farbpigment) aufnehmen. Dieses umhüllt wiederum den Zellkern, in dem das Erbgut (DNA) enthalten ist, sodass die UV-Strahlung die DNA nicht schädigen kann. In den Keratinozyten entstehen, bedingt durch die UV-Strahlen, allerdings frei Radikale. Das sind aggressive Sauerstoffverbindungen (Oxidantien), die sowohl die Zelle, als auch die DNA angreifen und schädigen können. Damit die Zelle durch die Oxidantien keinen Schaden nimmt, im bildlichen Sinne also nicht „rostet“, sind Radikalefänger nötig. Diese sogenannten Antioxidantien gehen mit den Oxidantien eine Verbindung ein und machen sie somit unschädlich. Die Antioxidantien wie die Vitamine C und E haben, sofern sie in ausreichender Menge vorhanden sind, eine zellschützende Wirkung.

Bei der Entstehung einer Sonnenallergie wird angenommen, dass freie Radikale für die Entzündungsreaktion der Haut verantwortlich sind. Die Oxidantien regen die Zelle an, ein bestimmtes Signalmolekül (ICAM-1) zu bilden, und forcieren somit bei der Sonnenallergie den Entzündungsprozess der Haut. Möglicherweise bilden Sonnenallergiker vermehrt ICAM-1 Moleküle. Die These vom Ungleichgewicht der Oxidantien und Antioxidantien wird zudem durch folgende Reaktion unterstützt: Wird das Alpha-Gluxosylrutin, ein Antioxidans, auf die von Sonnenallergie betroffene Haut aufgetragen, lassen sich die Beschwerden verringern.

Judith Schomaker

15.02.13

Weiterführende Informationen zur Entstehung einer Sonnenallergie
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