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Diagnose eines Sonnenstichs

Die Diagnose eines Sonnenstichs wird anhand der Symptome gestellt, die nach einem lang anhaltenden Aufenthalt in der Sonne auftreten. Da die Symptome allein nur wenig charakteristisch sind und bei verschiedenen Gesundheitsstörungen auftreten können, ist die Vorgeschichte des Patienten – in diesem Fall eine massive Sonneneinwirkung, gegebenenfalls ohne geeignete Kopfbedeckung – von besonderer Bedeutung für die Diagnose eines Sonnenstichs. Da Sonnenstich und Sonnenbrand oft zusammen auftreten, kann auch ein vorhandener Sonnenbrand zur Diagnosestellung herangezogen werden.

Sonnenstich kann von Angehörigen erkannt werden

Sonnenstich entsteht oft in Situationen, in welchen Menschenmassen über längere Zeit starker Sonneneinstrahlung bei fehlender Luftzirkulation ausgesetzt sind, wie etwa in Fußballstadien, auf Volksfesten, im Schwimmbad oder am Baggersee. Daher ist es oft schon für Angehörige und Begleitpersonen von Betroffenen möglich, bei entsprechenden Symptomen einen Sonnenstich zu erkennen.

Erschwerend auf die Diagnosestellung eines möglichen Sonnenstichs wirkt sich allerdings aus, dass die Symptome oft erst mehrere Stunden nach der Sonneneinstrahlung auftreten. Zudem ist es für Laien oft schwierig, den Schweregrad eines Sonnenstichs richtig einzuschätzen. Bei Unsicherheit und in schweren Fällen sollte auf jeden Fall ärztliche Hilfe hinzugezogen werden. Eine klinische Untersuchung kann Aufschluss über das Ausmaß des Sonnenstichs und die erforderlichen Maßnahmen geben.

Wie bemerkt man einen Sonnenstich?

Ein Sonnenstich kann sich je nach Schweregrad mit unterschiedlichen Symptomen bemerkbar machen. Die ersten Anzeichen eines Sonnenstichs sind in der Regel Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit bis hin zu Erbrechen. In vielen Fällen können bei einem Sonnenstich auch Sehstörungen mit Flimmerskotom – das ist ein Gesichtsfeldausfall begleitet von visuellen Sensationen wie Flimmern und Blitzen – und Ohrgeräusche (Tinnitus) hinzukommen.

Bei ausgeprägter Sonnenbestrahlung beschleunigen sich zudem Herzschlag und Atmung (Tachykardie und Tachypnoe). Von Sonnenstich Betroffene klagen oft über Mattigkeit und sind möglicherweise verwirrt und bewusstseinseingetrübt.

Der Kopf ist hochrot und heiß, doch ist die Körpertemperatur in der Regel nicht oder nur leicht erhöht. Dadurch unterscheidet sich der Sonnenstich wesentlich vom Hitzschlag, der mit einer erheblichen Erhöhung der Körperkerntemperatur auf über 40 °C einhergeht. Oft werden beim Hitzschlag auch kritische Temperaturen von über 42 °C erreicht, die häufig zum Tode führen können. Zudem sind beim Hitzschlag nicht nur Kopf, Hals und Nacken, sondern alle Körperbereiche heiß, gerötet und trocken.

Häufig bei Sonnenstich: schmerzhafte Nackensteife

Charakteristisch für den Sonnenstich ist ein steifer Nacken, vielfach begleitet von einem Nackenbeugeschmerz (Meningismus oder meningeales Syndrom). Dem Patienten mit Sonnenstich ist es dadurch nicht mehr möglich, den Kopf schmerzlos auf die Brust zu beugen.

Der Meningismus geht auf die Reizung der Hirnhäute zurück und ist eine reflexartige Verspannung der Nackenmuskulatur als Reaktion auf den Schmerz. Typische Begleiter des Meningismus sind Übelkeit und Erbrechen sowie Licht- und Geräuschempfindlichkeit. Meningismus ist auch für eine Hirnhautentzündung (Meningitis) charakteristisch, die ebenfalls im Zuge eines Sonnenstichs auftreten kann.

Komplikationen beim Sonnenstich

In schweren Fällen ruft ein erniedrigter Blutdruck infolge eines Sonnenstichs einen Kreislaufkollaps hervor. Zudem kann durch die intensive Sonneneinstrahlung der Druck im Gehirn so stark ansteigen, dass Krampfanfälle, Bewusstlosigkeit und Koma drohen. Diese ausgeprägten Hirndrucksymptome lassen auf ein lebensbedrohliches Hirnödem (Wasseransammlung im Gehirn) schließen, das intensivmedizinisch behandelt werden muss. Da das Gehirn sich durch den knöchernen Schädel nur wenig ausdehnen kann, ist ein Hirnödem meist eine ernste Erkrankung. Wird bei einem Hirnödem der Blutabfluss aus dem Gehirn behindert, kann es zu Hirninfarkt und Hirntod kommen.

Besonderheiten des Sonnenstichs bei Kleinkindern

Kleine Kinder entwickeln aufgrund der dünnen Schädeldecke und der spärlichen Kopfbehaarung besonders häufig einen Sonnenstich – vor allem, wenn die Schädelknochen noch nicht geschlossen sind und das Gehirn teilweise nur durch die Kopfhaut vor der Sonneneinstrahlung geschützt ist. Kleinkinder mit Sonnenstich verweigern meist oder erbrechen die Nahrung und schreien schrill. Auch gilt es bei Kindern zu beachten, dass die Symptome eines Sonnenstichs oft erst Stunden nach dem Aufenthalt in der Sonne auftreten können und oft mit Fieber einhergehen.

Da bei Kleinkindern der Sonnenstich oft zu einer Hirnhautentzündung führen kann, sollten kleine Patienten mit Sonnenstich stets dem Arzt vorgestellt werden. Eine Hirnhautentzündung ist eine ernsthafte, mitunter lebensbedrohliche Erkrankung, die irreparable Hirnschäden zur Folge haben kann.

Um Hitzeschäden zu vermeiden, sollte direkte Sonneneinstrahlung für Kinder im ersten Lebensjahr tabu sein. Bei größeren Kindern ist darauf zu achten, dass sie sich nicht zu lange in der Sonne aufhalten und viel trinken. Bei Aufenthalten im Freien sollten Kinder gut eingecremt sein und leichte Kleidung sowie eine luftdurchlässige Kopfbedeckung tragen. Bei Autofahrten mit Kindern bei sommerlicher Hitze sollte man bedenken, dass Kinder auch im Auto einen Sonnenstich erleiden können.

Andrea Schäffer

12.05.17

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