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Entstehung eines Sonnenstichs

Sonnenstich entsteht durch intensive Sonneneinstrahlung auf den Kopf. Dabei kommt es zu einem Wärmestau im Gehirn und einer Reizung der Hirnhäute. Sonnenstich zählt neben dem Hitzschlag, der Hitzeerschöpfung und dem Hitzekollaps zu den sogenannten Hitzeschäden. Typische Symptome sind

  • roter, heißer Kopf
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Übelkeit
  • Nackensteifigkeit

Bei Sonnenstich versagt die Wärmeregulation

Sonnenstich, Hitzekollaps und Hitzschlag drohen immer dann, wenn der Flüssigkeitsverlust zu groß wird und die Mechanismen zur Thermoregulation versagen. Denn dadurch erweitern sich die Blutgefäße, und die zirkulierende Blutmenge nimmt im Verhältnis zum Fassungsvermögen der Blutgefäße ab. Es kommt zu einem Blutdruckabfall gefolgt von Kreislaufversagen mit Schocksymptomatik, einem Anstieg der Körpertemperatur und zur Ansammlung von Flüssigkeit im Gehirn (Hirnödem), das schließlich zu Krampfanfällen führen kann.

Unter normalen Umständen gelingt es dem Organismus, die Kerntemperatur über einen weiten Temperaturbereich konstant zu halten. So wird bei hohen Außentemperaturen die Wärmeregulation durch erweiterte Hautgefäße und vermehrtes Schwitzen unterstützt. Diese Mechanismen fallen jedoch mit ansteigender Umgebungstemperatur und zunehmender Luftfeuchtigkeit nacheinander aus. Bei einer Körpertemperatur über 41 °C schließlich versagt die Wärmeregulation. Schwitzen ist dann nicht mehr möglich.

Sonnenstich: Hitzeschäden durch ausreichendes Trinken vermeiden

Um einen Sonnenstich zu vermeiden, ist es daher wichtig, bei sehr warmen Temperaturen auf leichte, luftdurchlässige Kleidung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. Ein Sonnenstich lässt sich zudem durch das Tragen einer luftdurchlässigen, vorzugsweise hellen Kopfbedeckung vermeiden.

Bei sommerlichen Temperaturen sollte man auf große Anstrengung, z. B. bei sportlicher Aktivität, verzichten. Sonnenstich und Hitzekollaps sind häufig Probleme von Freizeitsportler, wenn sich diese oft übermotiviert und ohne ausreichendes Training an ihrem individuellen Leistungslimit bewegen.

Um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen, sollten Sportler vor und während der körperlichen Aktivität in regelmäßigen Abständen, etwa alle zehn bis 15 Minuten, kleinere Mengen eines elektrolyt- und mineralstoffreichen Getränks zu sich nehmen. So können sie einen möglichen Sonnenstich vermeiden. Fruchtsaftschorlen oder Zucker und Salz in Wasser gelöst, versorgen den Körper mit allem, was er unter solchen Bedingungen braucht. Hilfreich ist zudem, die Trainingszeit auf die frühen Morgen- oder späte Abendstunden zu verlegen. So minimiert der Sportler das Risiko, einen Sonnenstich zu bekommen.

Mitunter schwere Sonnenstich-Verläufe

Da es sich beim Sonnenstich um eine isolierte Überwärmung des Kopfes handelt, sind die Folgen in der Regel weniger schwerwiegend als etwa beim Hitzschlag und der Hitzeerschöpfung, welchen eine Überwärmung des gesamten Körpers zugrunde liegt. Beim Sonnenstich bleibt der Temperaturanstieg auf den Kopfbereich beschränkt.

Zu einem Anstieg der Körperkerntemperatur kommt es beim Sonnenstich in der Regel nicht. In der Regel bilden sich bei einem Sonnenstich die Beschwerden innerhalb weniger Stunden wieder zurück, wenn der Betroffene die Sonne meidet. Folgeerkrankungen durch einen Sonnenstich sind in den meisten Fällen nicht zu befürchten.

Dennoch sind auch bei einem Sonnenstich schwere Verläufe möglich, etwa bei einem Sonnenstich sehr starker Ausprägung oder wenn ein kleines Kind betroffen ist. In solchen Fällen sind Bewusstseinsstörungen und Bewusstlosigkeit möglich.

Zudem kann es u. U. bei einem Sonnenstich zu einer Flüssigkeitsansammlung im Hirngewebe (Hirnödem) kommen, die den Druck im Schädel erhöht. Die Folgen können Krampfanfälle oder, wenn wichtige Steuerzentren im Gehirn betroffen sind, Atemstillstand und Koma sein. Bei kleinen Kindern kann ein Sonnenstich eine Hirnhautentzündung (Meningitis) zur Folge haben. Diese geht mitunter mit bleibenden Hirnschäden einher.

Sonnenstich trifft häufig chronisch Kranke

Chronisch kranke Menschen entwickeln besonders häufig einen Sonnenstich. Dies ist zum einen darauf zurückzuführen, dass es sich bei chronisch Kranken zumeist um ältere Personen handelt, deren Temperaturregulation nicht mehr so gut funktioniert wie die von Jüngeren; auch neigen alte Menschen dazu, generell zu wenig zu trinken.

Zum anderen gibt es eine Vielzahl von Erkrankungen und Zuständen, die die Fähigkeit des Organismus zur Wärmeregulation herabsetzen – so etwa Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Störungen des Hormonhaushaltes und der Schweißsekretion, psychische Erkrankungen und Krebs.

Darüber hinaus sind verschiedene Medikamente bekannt, die die Temperaturregulationsmechanismen des Körpers beeinflussen, darunter Betablocker und Neuroleptika (Antipsychotika). Deshalb sollten sich ältere Menschen und chronisch Kranke bei warmer Witterung, insbesondere aber bei Urlaubsreisen in südliche Länder, besonders vor einem Sonnenstich schützen.

Aufklärung der Patienten und ihrer Angehörigen über Ursachen und Symptome eines Sonnenstichs und anderer Hitzekrankheiten kann im Ernstfall Leben retten. So ist es wichtig, bei ersten Anzeichen für einen drohenden Sonnenstich oder Hitzekollaps (z. B. Übelkeit, Schwindel und Kopfschmerzen) in den Schatten zu gehen und viel zu trinken.

Andrea Schäffer

12.05.17

Entstehung
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