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Spätfolgen von Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom)

Jedes Jahr erkranken rund 10.000 Frauen in Deutschland am Gebärmutterschleimhautkrebs. Die meisten von ihnen sind über 60 Jahre alt, doch auch jüngere Frauen können betroffen sein.

Für sie bedeutet dies dann das Ende des Kinderwunsches, denn bei einem Endometriumkarzinom (Gebärmutterschleimhautkrebs oder Gebärmutterkörperkrebs) folgt immer eine komplette Entfernung der Gebärmutter. Bei Frauen nach den Wechseljahren werden zusätzlich i. d. R. auch die Eileiter und die Eierstöcke entfernt. Befinden sich die Patientinnen noch vor den Wechseljahren, ist es notwendig, auch die Eileiter zu entfernen. Die Eierstöcke können belassen werden, sofern es keinen Anhaltspunkt für ein erhöhtes Eierstockkrebsrisiko gibt.

Ist der Krebs weiter fortgeschritten, kann es u. U. auch notwendig sein, die Lymphknoten im Becken und entlang der großen Blutgefäße bis zu den Nieren und dem Zwerchfell zu entfernen. In seltenen Fällen, wenn die Krebserkrankung bereits sehr weit fortgeschritten ist, kann es notwendig sein, Blase, Scheide oder Enddarm teilweise oder vollständig zu entfernen, was einen künstlichen Darmausgang oder eine künstliche Ableitung des Urins oder eine künstliche Blase notwendig macht. Außerdem ist bei einem hohen Risiko ggf. eine Chemotherapie angezeigt.

Nebenwirkungen der Bestrahlung

I. d. R. reicht eine Entfernung von Gebärmutter, Eileiter und Eierstöcken aus. Ist dies der Fall, ändert sich i. d. R. nichts am sexuellen Empfinden der betroffenen Frauen, denn das Sexualleben wird durch die Entfernung der Gebärmutter und der Eileiter nachgewiesenermaßen nicht beeinflusst. „Bei erhöhtem Risiko, wie z. B. eine über die innere Hälfte der Gebärmutterwand hinausgehende Infiltration des Krebses, erfolgt nach der Operation eine lokale Bestrahlung von der Scheide, indem dort viermal von der Scheide aus bestrahlt wird“, erklärt Prof. Dr. Peter Mallmann, Universitätsklinik Köln. Im Rahmen dieser Bestrahlung kann es zu Trockenheit oder Schrumpfungsprozessen in der Scheide kommen. Auch Reizungen von Blase und Darm sind möglich.

Um eine dauerhafte Verengung der Scheide zu verhindern, wird empfohlen, schon während oder nach der Bestrahlung Tampons, die mit hormonfreien Salben eingerieben sind, in die Scheide einzulegen. Nach Abschluss der Bestrahlung sollte die Scheide regelmäßig durch den Frauenarzt mit Spiegeln (Specula) entfaltet werden, um zu verhindern, dass sie verklebt. „Wenn der Eindruck entsteht, dass die Scheide zu eng wird, können entsprechende Dilatatoren aus weichem Kunststoff eingesetzt werden. Wichtig ist, den Frauen zu helfen, möglichst bald wieder ein normales Sexualleben aufzunehmen, da dies der beste Schutz vor einer dauerhaften Verengung der Scheide ist“, erklärt Prof. Dr. Günter Emons, Universitätsklinik Göttingen. „Östrogenhaltige Cremes sollten dagegen nur dann eingesetzt werden, wenn alle anderen Maßnahmen nicht helfen, da eine Erhöhung des Rückfallrisikos durch Östrogene nicht ausgeschlossen werden kann“, gibt der Mediziner zu bedenken. Grundsätzlich sollten betroffene Paare von Experten einfühlsam begleitet werden, die bei der Suche nach einer Lösung helfen können.

Inkontinenz behandeln

Tritt als Folge einer Bestrahlung eine Inkontinenz auf, was eine seltene Komplikation ist, können eine Beratung, physiotherapeutische und medikamentöse Therapien bis hin zu operativen Verfahren helfen, das Problem zu lösen. Hier gibt es Leitlinien zur Behandlung von Drang- und Stressinkontinenz. Grundsätzlich werden alle möglichen Maßnahmen in den zertifizierten gynäkologischen Krebszentren vorgehalten.

Darüber hinaus sind Frauen, die an Gebärmutterkörperkrebs erkranken, häufig übergewichtig. „Viele Frauen mit Gebärmutterkörperkrebs haben Übergewicht und hatten bisher einen ungesunden Lebensstil“, berichtet Prof. Dr. Emons von seinen Erfahrungen. Im Rahmen der Rehabilitationsmaßnahmen versuchen Experten diese Frauen dabei zu unterstützen, sich gesünder zu ernähren und sich mehr zu bewegen. Denn: „Bei den meisten Frauen mit Gebärmutterkörperkrebs ist nicht ein Rückfall das große Gesundheitsrisiko, sondern das Übergewicht und die damit verbundenen Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen.“

Quelle: Leben? Leben! 3/2017

23.11.17

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