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Spiegeltherapie wirkt

Die Kraft der Illusion

Ein Spiegel kann zum Therapiegerät werden. Das bestätigt eine neue Studie aus der Türkei. Schlaganfall-Patienten können durch ihn lernen, ihren Arm wieder besser zu bewegen.

Die Halbseitenlähmung gehört zu den häufigsten Folgen des Schlaganfalls. Patienten können Arm und Hand einer Seite meist nicht kontrolliert bewegen. Seit einigen Jahren setzen Ergotherapeuten in der Rehabilitation dieser Patienten zunehmend die Spiegeltherapie ein.

Dabei wird der Körper des Betroffenen in der Mitte gespiegelt, die betroffene Seite sieht er nicht. Mit der gesunden Hand macht er Greif- und Bewegungsübungen. Der Blick in den Spiegel täuscht das Gehirn und vermittelt den Eindruck, als bewege sich der betroffene Arm. Diese simple Illusion zeigt eine verblüffende Wirkung, wie türkische Ärzte jetzt in einer Studie eindrucksvoll belegten. Eine Gruppe von 30 Schlaganfall-Patienten wurde unterteilt. Die Hälfte erhielt eine intensive konventionelle Rehabilitation, die andere Hälfte zusätzlich 30 Minuten Spiegeltherapie pro Tag. Beide Gruppen erzielten innerhalb von vier Wochen große Fortschritte, doch in der Gruppe mit Spiegeltherapie waren die funktionellen Verbesserungen deutlich größer. Zusätzlich empfanden diese Patienten auch weniger Schmerzen.

Viele Rehabilitationskliniken und niedergelassene Ergotherapeuten setzen die Spiegeltherapie bereits ein. Patienten den positiven Effekt dieser Übungen zu vermitteln ist jedoch nicht immer ganz einfach. Sie sind es gewohnt, ihre betroffene Körperseite zu trainieren. Doch gerade bei der Spiegeltherapie ist es wichtig, dass Patienten sich auf sie einlassen und konzentriert mitarbeiten. Therapeuten dürften also über die neue Studie jubeln. Nun haben sie einen Beweis mehr in der Hand, um ihre Patienten von der Wirksamkeit einer Therapie zu überzeugen, die im Grunde auf Illusion beruht.

Quelle: Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe

22.01.16

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