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Studie zur intraoperativen Chemotherapie bei Eierstockkrebs

Das Ovarialkarzinom zählt zu den gynäkologischen Malignomerkrankungen, bei denen trotz intensiver Forschung noch keine wirklich günstige Prognose erreicht werden kann. Das mediane Überleben von Patientinnen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom hat sich in den letzten 30 Jahren aber kontinuierlich verbessert. Grund genug, mit Nachdruck weitere Therapiemöglichkeiten zu erforschen.

Da Ovarialkarzinome während des Krankheitsverlaufes über lange Zeit die Grenzen des Bauchraums, der vom Bauchfell – dem Peritoneum – ausgegleitet ist, einhalten, wurde die Frage nach der Wirksamkeit einer lokalen sog. „intraperitonealen Chemotherapie“ beim fortgeschrittenen Ovarialkarzinom untersucht. In drei amerikanischen Phase-III Studien wurden bei Patientinnen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom nach der Operation jeweils sechs Zyklen einer kombiniert intravenös-intraperitonealen Therapie (über einen Dauerverweil-Katheter, der durch das Bauchfell gelegt wurde) verabreicht. Dies wurde mit einer Kontrollgruppe verglichen, bei der das platinhaltige Standard-Chemotherapeutikum über die Vene zugeführt wurde. In diesen Studien konnte – obwohl viele Teilnehmerinnen die Therapie abgebrochen hatten – jeweils eine höhere Gesamtüberlebensrate innerhalb der Gruppe gezeigt werden, die die intraperitoneale Therapie erhielten.

Das National Cancer Institute (NCI) hat im Jahr 2006 die normotherme, also bei gleicher Temperatur durchgeführte, intraperitoneale Chemotherapie in den USA zum neuen Standard beim primär fortgeschrittenen und „optimal operierten“ Ovarialkarzinom erklärt. In Deutschland wurde die Empfehlung zur Standardtherapie des fortgeschrittenen Ovarialkarzinoms nicht geändert oder erweitert, sodass das Konzept der postoperativen intraperitonealen Chemotherapie derzeit in Deutschland bisher nicht untersucht wurde.

Eine Weiterentwicklung des postoperativen intraperitonealen normothermen Therapiekonzepts stellt die intraoperative hypertherme intraperitoneale Chemoperfusion (HIPEC) dar. Dieses Konzept macht sich den zusätzlichen tumoriziden Effekt der Hyperthermie zunutze, d. h., dass erhöhte Temperaturen an sich den Tumor bekämpfen. Da die Komplikationen der postoperativen intraperitonealen Chemotherapie in oben genannten Studien mehrheitlich auf der Ausbildung von postoperativen Verwachsungen mit nachfolgenden Schmerzen im Bauchraum beruhen, stellt die direkte einmalige intraoperative Chemoperfusion eine Alternative dar. Denn hier werden noch während der Operation Zytostatika direkt in den Bauchraum eingebracht, bevor es zu Verwachsungen kommt.

In einer Phase-I-Studie soll die maximal verträgliche Dosis von Cisplatin zur HIPEC bei Patientinnen mit einem platinsensiblen Ovarialkarzinom-Rezidivs festgelegt werden. Die Resultate dieser Studie können möglicherweise die Standardtherapie des Ovarialkarzinom-Rezidivs verändern und das Überleben von Patientinnen günstig beeinflussen, informierte das Centrum für Integrierte Onkologie Köln Bonn.

Quelle: Leben? Leben! 1/2012

23.05.17

Therapie von Eierstockkrebs
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