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Diagnose Tennisarm

Die klinischen Symptome, bei denen vor allem die Schmerzsymptomatik im Vordergrund steht, führen zur Diagnose des Tennisellenbogens. Die Schmerzsymptomatik ist mit einer Entzündung der Knochenhaut am äußeren Ellenbogen zu begründen. Zusätzlich geht man auch von einer chronischen Verkrampfung der entsprechenden Muskulatur aus. Es werden außerdem bestimmte Tests durchgeführt. Zur Diagnose Tennisarm muss auch die Differenzierung von anderen Erkrankungen erfolgen (Differentialdiagnose), wie z. B. von der Halswirbelsäule ausgehenden Schmerzen (Zervikalsyndrom), Einengung oder Reizung bestimmter Nerven (Nervenkompressionssyndrom), Abnutzungserscheinungen wie die Arthrose sowie akute lokale Entzündungsprozesse und Tumoren. Hierzu werden meist bildgebende Verfahren herangezogen – beispielsweise Röntgen, Ultraschall und eventuell Kernspintomographie.

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Anamnese – ausführliche Schilderung der Krankheitsgeschichte

Zunächst schildert der Patient, welche Tätigkeiten er ausgeführt hat, die seiner Meinung nach zu den Schmerzen im Ellenbogen führten sowie zu sonstigen Beschwerden wie Schmerzen beim Händeschütteln, Heben von Gegenständen oder gar vollständigem Kraftverlust der Hand- und Fingermuskulatur, z. B. beim Anheben einer Teetasse.

Es erfolgt eine ausführliche Erhebung der Krankheitsgeschichte, bei der der Arzt auf die vom Patienten geschilderte Schmerzsymptomatik achtet. Die Beschwerden treten beim Tennisarm anfangs nur nach starker Belastung auf, später auch bei normalen Tätigkeiten und in Ruhe. Die Schmerzen können ausstrahlen und werden stärker, sobald die entsprechende Muskulatur (Streckmuskulatur des Unterarms) beansprucht wird. Faustschluss, Wringen und Händedruck gehören zu den Tätigkeiten, die zunehmend Beschwerden machen.

Klinische Symptomatik des Tennisellenbogens

Die klinische Untersuchung umfasst beispielsweise eine Provokation eines starken Druckschmerzes durch Ausübung von leichtem Druck auf den Sehnenansatz der entsprechenden Muskulatur am knöchernen Fortsatz des Ellenbogens – der Schmerz ist beim Tennisarm außen, beim Golferarm innen lokalisiert. Die Entzündung im Sehnenansatzbereich der Unterarmstreckmuskulatur kann beim Tennisarm einen ausgeprägten Druckschmerz provozieren, der bis in die Hand ausstrahlt. Tritt zusätzlich eine starke Schwellung auf, muss auch an andere Erkrankungen gedacht werden – z. B. Schleimbeutelentzündung.

Um einen Tennis- von einem Golferarm zu unterscheiden, gilt es folgende Leitbeschwerden zu unterscheiden:
Die Schmerzen beim Tennisellenbogen sind an der Außenseite lokalisiert. Sie können auf die Streckseite des Unterarms (radial, daumenseitig) ausstrahlen. An der Außenseite des Ellenbogens kann ein Druckschmerz ausgelöst werden. Das Ballen der Faust und Festhalten eines Gegenstands mit durchgestrecktem Arm verursacht Schmerzen. Werden das Handgelenk und die Finger gegen einen Widerstand überstreckt, treten zunehmende Schmerzen auf. Der Arzt kann auch das Handgelenk passiv beugen. Auch diese Bewegung verursacht starke Schmerzen.

Beim Golferellenbogen sind dagegen die Schmerzen ulnar, also an der Innenseite des Ellenbogens angesiedelt. Bei Druck auf die Innenseite des Ellenbogens lässt sich ein Schmerz auslösen, der oft auch auf die Beugeseite des Unterarmes ausstrahlt. Die Patienten schildern Schmerzen beim Ballen einer Faust und beim Festhalten eines Gegenstandes mit durchgestrecktem Arm. Die Beugung des Handgelenkes und der Finger gegen einen Widerstand verursacht zunehmende Schmerzen. Auch bei passiver Überstreckung von Handgelenk und Fingern verspürt der Patient zunehmend Schmerzen.

Durchführung spezieller klinischer Tests durch den Arzt

Der Schmerz bei einer Epikondylitis (Entzündung des Knochenfortsatzes am Ellbogen) kann durch spezielle Tests ausgelöst werden. So ist zum einen der Thomsen-Test zu nennen, bei dem der Arzt eine Schmerzverstärkung am kleinfingerseitigen (ulnaren) oder daumenseitigen (radialen) Epikondylus (tastbarer Knochenfortsatz am Ellenbogen) bei passivem Herabdrücken der geschlossenen Faust gegen den Widerstand des Patienten auslöst. Weiterhin sind ein positiver Mittelfingerstrecktest bzw. Stuhlhebetest deutliche Indizien für einen Tennisellenbogen, d. h. eine Epicondylitis humeri radialis.

Bildgebende Verfahren oder Laboruntersuchungen

Mittels einer Ultraschalluntersuchung sind Schwellungen im Bereich der Sehnenansätze zu erkennen, wie sie bei einem Tennisellenbogen vorliegen. Erst im chronischen und fortgeschrittenen Stadium zeigen sich auf dem Röntgenbild des Ellenbogens Verkalkungsherde im Bereich der Sehnenansatzstellen oder kleine Knochenhautveränderungen. Vor allem, um andere Erkrankungen oder Verletzungen auszuschließen, ist eine Röngenaufnahme unerlässlich. Auch durch eine Kernspintomographie kann der Arzt Hinweise erlangen, die z. B. einen Bandscheibenvorfall ausschließen und eindeutige Hinweise auf einen Tennisellenbogen geben. Laboruntersuchungen wie die Blutentnahme bringen in der Regel kaum spezifische Hinweise. Mit einer Blutuntersuchung kann z. B. allgemein eine Entzündung diagnostiziert werden.

Ausschluss anderer Erkrankungen (Differentialdiagnostik)

Bei Verdacht auf einen Tennisarm ist es wichtig, folgende Erkrankungen oder Verletzungen auszuschließen:
Das HWS-Syndrom (Zervikalsyndrom), bei dem die Schmerzen in der Halswirbelsäule ihren Ursprung haben, ist hier zu nennen. Verschleißbedingte Veränderungen, wie z. B. bei der Arthrose, sind ebenfalls als weitere Ursache für einen Tennisellenbogen in Erwägung zu ziehen. Die Einengungen oder Reizungen von Nerven (lokale Nervenschäden, Nervenkompressionssyndrom) kann eine weitere Ursache für Schmerzen im Ellenbogen sein.

Der Golferellbogen (Epicondylitis humeri ulnaris) ist als Diagnose vom Tennisarm zu unterscheiden. Hier liegen die Schmerzen vor allem auf der Innenseite (der Kleinfingerseite) des Gebrauchsarmes. Lokale Entzündungsprozesse können ebenfalls verantwortlich für die charakteristische Schmerzsymptomatik sein. Letztlich müssen auch Tumoren als mögliche Verursacher der Schmerzen im Ellenbogen in Betracht gezogen werden. Veränderungen nach Verletzungen gehören ebenso zu den differentialdiagnostisch abzuklärenden Erkrankungen, die zu einem Tennisarm führen.

Birgit Lindner

09.03.10

Diagnose
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