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Therapie von Darmkrebs

Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. In einem frühen Stadium entdeckt, ist Darmkrebs heilbar. Voraussetzung ist, dass der Tumor durch eine Operation vollständig entfernt werden kann. Doch auch in späteren Stadien wird der Tumor meist operiert.

Laut der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) ist die Operation das wichtigste Therapieverfahren bei Darmkrebs, sowohl beim Kolon- als auch beim Rektumkarzinom. Wenn der Tumor in einem Stadium, in dem er noch örtlich begrenzt ist und nicht gestreut hat, vollständig entfernt wird, hat der Patient gute Chancen auf Heilung, so die Felix-Burda-Stiftung. Auch in späteren Stadien sollte der Tumor operativ möglichst weitgehend entfernt werden, sodass er sich nicht mehr weiter ausbreiten kann.

Ziel der Operation ist nach Angaben der DKG, den Tumor mitsamt angrenzender Lymphknoten zu entfernen. Ist dies nicht möglich, sollte der Operateur so arbeiten, dass der Darm weiterhin durchlässig bleibt, denn ansonsten könnte durch das Tumorgewebe ein Darmverschluss entstehen. In manchen Fällen ist es auch möglich, Metastasen operativ zu entfernen, beispielsweise in Lunge, Bauchraum oder Leber. Nach der Operation wird das Gewebe feingeweblich untersucht, so die Felix-Burda-Stiftung – dies ist wichtig in Hinblick auf das Krankheitsstadium und Wachstumsverhalten des Tumors. Diese Informationen sind zudem mit entscheidend für die sich danach anschließende Chemotherapie und die Auswahl möglicher Medikamente.

Darmkrebs-OP: Manchmal ist Stoma notwendig

Bei manchen Patienten wird durch die Operation vorübergehend oder auch langfristig ein künstlicher Darmausgang (Stoma) notwendig. Dies trifft vor allem auf Menschen mit Rektumkarzinom zu, da die Operation auch den Schließmuskel betreffen kann – u. U. muss dieser sogar ganz entfernt werden. Stoma bedeutet im Wortsinn Mund oder Öffnung – die Bezeichnung wird allgemein für eine künstlich geschaffene Körperöffnung verwendet, so der Krebsinformationsdienst. Bei Darmkrebspatienten wird das Stoma auch Anus praeter genannt: Hierbei wird der Stuhl durch eine Öffnung an der Bauchdecke auf der linken Körperseite aus dem Darm ausgeleitet und in einem geruchsdichten Beutel aufgefangen, so die DKG. Dieser muss regelmäßig gewechselt werden, auch die Öffnung muss gereinigt und gepflegt werden. Wenn der Anus Praeter aus dem Grund gelegt wird, um dem operierten Darm Zeit für die Heilung zu verschaffen, kann er auch nach einigen Wochen wieder zurückverlegt werden.

Den Umgang mit dem Stoma zeigen speziell ausgebildete Stomatherapeuten bereits im Krankenhaus. Ziel ist es, dass die Patienten lernen, selbstständig mit ihrem Stoma umzugehen, damit sie nach der Entlassung zu Hause damit allein zurechtkommen. So erfahren die Patienten, wie der Beutel gewechselt und gereinigt wird und wie die Austrittsstelle richtig versorgt wird. Zur Vertiefung und Übung bietet sich für viele Stomaträger auch eine Anschlussrehabilitation an, in der sie nochmals von Stomatherapeuten geschult werden. Die meisten Patienten kommen nach einiger Zeit gut mit dem Stoma klar: Sie müssen keine spezielle Diät einhalten und können auch ohne Probleme Reisen und Ausflüge unternehmen oder Sport treiben.

Chemotherapie nach der Operation

Wird der Krebs in einem sehr frühen Stadium entdeckt, kann die Operation die Heilung bedeuten. Bei einer erhöhten Gefahr für einen Rückfall, beispielsweise wenn der Tumor bereits umliegende Lymphknoten befallen hat, schließt sich an die Operation eine ergänzende (adjuvante) Therapie an, so der Krebsinformationsdienst. Bei Dickdarmkrebs ist das eine Chemotherapie, beim Rektumkarzinom kann das eine Chemo- oder eine kombinierte Chemo-Strahlentherapie sein. So sollen verbleibende Tumorzellen im Körper ausgemerzt werden. In manchen Fällen wird auch vor der Operation eine Chemotherapie notwendig, beispielsweise, um die Tumorgröße zu reduzieren, sodass man ihn danach besser und vollständig entfernen kann, so die DKG.

Wenn der Krebs bereits gestreut hat und Metastasen vorhanden sind, kommt ebenfalls eine sog. palliative Chemotherapie zum Einsatz. Dadurch soll das Fortschreiten der Erkrankung aufgehalten oder zumindest verlangsamt werden, bei gleichzeitiger Verbesserung der Lebensqualität.

Laut DKG kommen bei der Chemotherapie bei Darmkrebs vor allem die Wirkstoffe 5-Fluorouracil und Folinsäure (5-FU/FA-Schema), mitunter auch in Kombination mit Oxaliplatin (FOLFOX-Schema) zum Einsatz. Auch eine Einnahme als Tablette ist mittlerweile möglich: Bei diesen Präparaten wird der Wirkstoff erst im Körper zu 5-FU umgewandelt, (Capecitabin, UFT) so die DKG. Hierbei ist eine Monotherapie oder eine Kombination mit Oxaliplatin möglich.

Neue Ansätze: Antikörpertherapie

Seit einiger Zeit stehen auch neue zielgerichtete Antikörpertherapien zur Verfügung, die gemeinsam mit der Chemotherapie verabreicht werden können, so die Felix-Burda-Stiftung. Zu diesen gehören sog. Angiogenese-Hemmer, die die Neubildung von Blutgefäßen des Tumors hemmen, oder Präparate, die das Tumorwachstum selbst hemmen. Gerade für Patienten mit fortgeschrittenem Darmkrebs ist die Antikörpertherapie gemeinsam mit Chemotherapie eine wichtige Behandlungsoption, heißt es weiter. Nicht alle Patienten mit Darmkrebs sind indes für alle Antikörpertherapien geeignet. Der sog. Wachstumsfaktorhemmer, der EGFR-Antikörper, wirkt nach Angaben des Krebsinformationsdienstes beispielsweise nur bei Patienten, die einen sog. „RAS-Wildtyp“-Tumor haben – d. h., bei ihnen sind bestimmte Gene nicht mutiert.

Quelle: Befund Krebs 5/2015

12.01.16

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